Eine junge Frau mit Ponyfrisur sitzt mit Notizblock an einem Tisch vor einer gemusterten Wand und schaut lächelnd zu einer ihr gegenübersitzenden Person. © Dimensions/iStock
Ein Arbeitsplatzwechsel im vertrauten Umfeld bietet sowohl für die eigene Karriere als auch für das Unternehmen Chancen.

Arbeitsplatzwechsel innerhalb eines Unternehmens: Best Practices

Dein Unternehmen wächst, du benötigst eine neue Führungskraft. Suchst du intern oder extern nach geeigneten Kandidat:innen? In vielen Fällen ist es sinnvoll, zunächst einmal im eigenen Stall zu schauen. Denn das interne Recruiting bietet zahlreiche Vorteile. Welche genau und was dabei zu beachten ist, erfährst du hier.

Alles Wichtige auf einen Blick

Ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb eines Unternehmens bietet Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen: Unternehmen können offene Stellen schneller, günstiger und mit kürzerer Einarbeitungszeit besetzen, während wertvolles Know-how im Betrieb bleibt. 

Beschäftigte profitieren von neuen Entwicklungs- und Karrierechancen, ohne die Sicherheit ihres bisherigen Arbeitgebers aufgeben zu müssen. Interne Wechsel stärken zudem Motivation, Mitarbeiterbindung und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit.  

Wichtig ist, dass der Wechsel sauber über eine Vertragsänderung geregelt und – falls vorhanden – unter Beteiligung des Betriebsrats umgesetzt wird. 

Vorteile eines internen Arbeitsplatzwechsels

Ein interner Arbeitsplatzwechsel, also der Wechsel in eine andere Rolle, Abteilung, Funktion oder an einen anderen Standort innerhalb des Unternehmens, kann sehr viele Vorteile mit sich bringen, und zwar für Arbeitgeber und Angestellte.

Vorteile für die Firma

Aus Sicht von Unternehmer:innen liegt es auf der Hand, gute Mitarbeiter:innen binden zu wollen und ihnen Perspektiven aufzeigen zu können, die mit mehr Verantwortung und mehr Gehalt einhergehen. Die Angestellten entwickeln ein stärkeres Commitment, wenn sie innerhalb der Firma attraktive Perspektiven sehen. 

Dadurch hält sich auch die Fluktuation in Grenzen und mühsam aufgebautes Know-how verlässt nicht das eigene Haus. Vielmehr werden sogar Silos aufgebrochen, weil die Mitarbeiter:innen Brücken zwischen Bereichen schaffen können. 

Zudem hat internes Recruiting klare Zeit- und Kostenvorteile: Auf teure Headhunter:innen, Assessmentcenter und andere Auswahlprozesse können HR-Mitarbeitende weitgehend verzichten. Offene Stellen können schneller besetzt werden und auch die Einarbeitungszeit ist meist kürzer, da grundlegendes Wissen über das Unternehmen und seine Strukturen bereits vorhanden ist.  

Und ganz generell können Personalverantwortliche interne Potenziale durch einen Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Unternehmens besser ausschöpfen. Sollten sich Bedarfe zwischen verschiedenen Abteilungen oder anderen Bereichen verändern, kann der Personaleinsatz intern deutlich flexibler gemanagt werden.  

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Vorteile für Angestellte

Für Arbeitnehmer:innen sind einige der soeben erwähnten Vorteile gleichsam attraktiv: Sie bekommen neue Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten, ohne das Unternehmen verlassen zu müssen. Sie können neue Fachbereiche kennenlernen, sich weiterbilden und ihre Kompetenzen erweitern. So werden sie sichtbar bei Entscheider:innen im Unternehmen und haben bessere Chancen auf spätere Beförderungen. 

Die Möglichkeit zu solchen internen Wechseln sorgt für höhere Motivation und Zufriedenheit und bietet neue Perspektiven, ohne den sicheren Rahmen des Arbeitgebers aufzugeben. Denn ein neuer, vermeintlich attraktiverer Arbeitgeber kann sich als ein Luftschloss entpuppen, und die Option zur Rückkehr ins vorherige Unternehmen ist nicht immer gegeben.  

Zwei Frauen kommunizieren freundlich mit Tablets in den Händen in einem Foyer in einem modernen Bürogebäude. © Igor Suka/iStock
Durch interne Arbeitsplatzwechsel können Personalverantwortliche Potenziale im Unternehmen voll ausschöpfen.

Kündigungsbereitschaft hoch

Eine Umfrage des Jobportals Indeed von 1.000 Arbeitnehmer:innen im Dezember 2025 kam zu dem Ergebnis, dass sich fast 60 Prozent der Befragten vorstellen können, den Job zu wechseln. 

Bewerbung auf eine interne Stelle

Wie bei externen Jobwechseln gibt es drei Möglichkeiten, Interesse an einer internen Veränderung zu bekunden: Entweder die entsprechenden Mitarbeiter:innen hinterlegen ihr Interesse initiativ, sie bewerben sich auf ein offizielles Stellenangebot, das im Intranet oder über andere offizielle interne Kommunikationskanäle veröffentlicht wird, oder sie werden direkt von einer Führungskraft gefragt, ob sie sich einen Positionswechsel vorstellen können. 

Bei großen Firmen kann es aus Unternehmersicht hilfreich sein, auf interne Personalvermittler:innen zurückgreifen, die das ungenutzte Potenzial der bestehenden Belegschaft ermitteln – so wie externe Headhunter:innen den Arbeitsmarkt ebenfalls nach speziellen Qualifikationen absuchen. 

Die Bewerbung erfordert in der Regel andere Schwerpunkte als bei einer externen Stellensuche. Über den Lebenslauf und die bisherigen Arbeitserfahrungen weiß der Arbeitgeber bereits Bescheid. Wechselwillige sollten im Anschreiben daher auf Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen aufmerksam machen, die sie in den vergangenen Jahren neu erworben haben, etwa auf ein umfassendes internes oder externes Netzwerk, das in der neuen Position von Vorteil sein könnte. 

Zudem sollten die eigene Motivation sowie die konkreten Beweggründe, weshalb ein interner Stellenwechsel auch für das Unternehmen von erheblichem Vorteil ist, zentrale Punkte der internen Bewerbung sein. Auch ein Hinweis auf die (guten) Ergebnisse des jährlichen Feedbackgesprächs kann nicht schaden. 

Arbeitsvertrag und Kündigungsfristen

Bei einem von beiden Seiten gewollten internen Arbeitsplatzwechsel ist im Regelfall keine Kündigung vorgesehen, sondern eine einvernehmliche Vertragsänderung. Dies ist von Vorteil, da so die Betriebszugehörigkeit ohne Bruch weiterläuft. In dem Kontrakt sollte die neue Aufgabe und Stellenbezeichnung genauso festgehalten werden wie etwaige Gehaltsänderungen oder Änderungen, die den Arbeitsort oder die Arbeitszeit betreffen.  

Kündigungsfristen müssen bei einer solchen Vertragsänderung nicht beachtet werden. Die Fristen aus § 622 BGB betreffen die Kündigung des Arbeitsverhältnisses, nicht die einvernehmliche Änderung einzelner Arbeitsbedingungen. 

Gibt es einen Betriebsrat, sollte der Arbeitgeber vor einer solchen personellen Maßnahme grundsätzlich dessen Zustimmung einholen. Die Zustimmung des Mitarbeitenden ersetzt die Beteiligung des Betriebsrats nicht. 

Ein lächelnder Mann im blauen Hemd sitzt an einem Tisch und gibt einer ihm gegenübersitzenden Frau die Hand. © filadendron/iStock
Ein interner Arbeitsplatzwechsel verläuft unkomplizierter als ein externer Neustart, erfordert jedoch die Einhaltung wichtiger Formalitäten.

Best Practices: So fördern Firmen interne Arbeitsplatzwechsel

Diverse Unternehmen sind sich der Vorteile interner Arbeitsplatzwechsel bewusst und fördern solche Veränderungen ihrer Mitarbeitenden aktiv durch verschiedene Programme und Plattformen. Zwei Beispiele: 

  • Siemens hat ein internes Talent-Management-System entwickelt, das es Mitarbeitenden erleichtert, sich für andere Stellen innerhalb des Unternehmens zu bewerben und ihre Karriereentwicklung voranzutreiben. In verschiedenen Entwicklungsprogrammen werden Talente gezielt gefördert, darunter das XPS Leadership Programm, das Techtalente in Vollzeit-Transformationsrollen einbindet und gleichzeitig deren Führungskompetenzen durch Schulungen, Mentoring und internationale Einsätze stärkt. Im Geschäftsjahr 2025 investierte Siemens 437 Millionen Euro für die berufliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden. 
  • Unilever nutzt mit Flex Experiences eine KI-gestützte Plattform, die Mitarbeitende mit Projektmöglichkeiten im Unternehmen zusammenbringt. Laut Unilever sollen Beschäftigte dadurch neue Fähigkeiten testen, ausbauen und sich flexibler innerhalb des Konzerns entwickeln. Die Plattform wurde global ausgerollt, sodass bereits im Jahr 2020 mehr als 60.000 Mitarbeitende davon profitieren konnten. 

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Interner Arbeitsplatzwechsel: Alle Seiten profitieren

Ein interner Arbeitsplatzwechsel eines guten Mitarbeitenden ist für Arbeitgeber sinnvoll, weil vorhandenes Wissen im Unternehmen bleibt, Einarbeitungszeiten oft kürzer sind und Beschäftigte flexibler dort eingesetzt werden können, wo sie gerade gebraucht werden.  

Auch Arbeitnehmer:innen profitieren, weil sie neue Entwicklungsmöglichkeiten und oft bessere Karrierechancen bekommen, ohne den Arbeitgeber wechseln zu müssen. So profitieren beide Seiten von höherer Bindung, besserer Nutzung von Kompetenzen und einer insgesamt stärkeren Zusammenarbeit im Unternehmen. 

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
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*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen: Business Gold Card, Business Platinum Card
**Dell Technologies Guthaben: Je 100 Euro in den Zeiträumen Januar bis Juni sowie Juli bis Dezember. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.