
Flexible Arbeitszeitmodelle: Diese Möglichkeiten hast du
Das Wichtigste aus diesem Artikel
Flexible Arbeitszeitmodelle basieren auf Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmer:innen und Arbeitgebern, die sich bewusst von der klassischen Arbeitszeit (zum Beispiel 9 bis 17 Uhr im Büro) lösen. Dabei geht es nicht nur um wann du arbeitest, sondern oft auch um wo.
Flexibles Arbeiten ist also das Gegenteil starrer Arbeitszeiten – und kann ganz unterschiedlich aussehen: von Gleitzeit und Teilzeit über Vertrauensarbeitszeit und Jahresarbeitszeit bis hin zu Homeoffice, Remote Work oder Job Sharing.
Kurz erklärt: Vor- und Nachteile flexibler Arbeitszeitmodelle
Typische Vorteile:
- bessere Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Job
- höhere Zufriedenheit und oft auch Produktivität
- stärkere Bindung an das Unternehmen
- mehr Spielraum für Weiterbildung
Typische Nachteile:
- weniger direkte Kontrolle für Arbeitgeber:innen
- erhöhte oder dauerhafte Erreichbarkeit
- höhere Anforderungen an IT und Datenschutz
- mögliche Nachteile fürs Teamgefühl, etwa bei viel Homeoffice
Bei Teilzeit weicht die individuell vereinbarte Wochenarbeitszeit von der generellen Regelarbeitszeit ab. Statt der üblichen 40-Stunden-Woche arbeitest du zum Beispiel lediglich 15, 20 oder 25 Stunden wöchentlich. Eine Vier-Tage-Woche mit 32 Stunden gilt ebenfalls als Teilzeit, hierbei spricht man von vollzeitnaher Teilzeit.
Zudem kannst du bei einer Teilzeitstelle festlegen, an welchen Tagen du wie viele der vereinbarten Stunden arbeitest. Der Vorteil von Teilzeit liegt darin, dass du damit auch dann arbeiten kannst, wenn eine Vollzeitstelle für dich nicht machbar ist, zum Beispiel wegen der Betreuung kleiner Kinder.
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Beim Modell der Gleitzeit legst du mit deinem Arbeitgeber sogenannte Kernarbeitszeiten und Gleitzeitspannen fest.
Der Vorteil dieses Modells liegt darin, dass du zwar zur vereinbarten Kernarbeitszeit arbeiten musst, etwa von 10 bis 15 Uhr. Allerdings kannst du mit der Gleitzeitspanne selbst entscheiden, wann du morgens vor 10 Uhr anfängst und wann du nach 15 Uhr deine Arbeit beendest.
Das heißt, du kannst um 7 Uhr anfangen und um 16 Uhr aufhören. Oder du beginnst um 10 Uhr und gehst um 19 Uhr – je nachdem, zu welcher Uhrzeit du am produktivsten bist, beziehungsweise wie es dein Alltag erlaubt.
Bei der Vertrauensarbeitszeit zählt vor allem das Ergebnis. Dein Arbeitgeber kontrolliert weder deine Arbeitszeiten noch deine Anwesenheit – entscheidend ist, dass du deine Aufgaben erledigst. Das funktioniert besonders gut, wenn du selbstständig und strukturiert arbeitest.
Wichtig ist allerdings: Durch rechtliche Vorgaben, unter anderem aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2019, wird Arbeitszeiterfassung inzwischen auch hier relevanter.
Bei der Jahresarbeitszeit wird eine Gesamtstundenzahl für einen längeren Zeitraum (meist ein Jahr) festgelegt. Wie du diese Stunden verteilst, ist oft flexibel.
Du kannst also in intensiven Phasen mehr arbeiten und später wieder kürzertreten. Überstunden lassen sich ansammeln und zum Beispiel für längere Freizeitblöcke nutzen. Wichtig ist, dass du dein Arbeitszeitkonto im Blick behältst.Good to know: Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
Im Arbeitszeitgesetz, kurz ArbG, ist festgeschrieben, welche Vorschriften für Arbeits- und Ruhezeiten in Deutschland gelten. Dazu zählen:
- Wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden,
- Tägliche Normalarbeitszeit von acht Stunden (mit Einschränkungen auch zehn Stunden)
- Ruhezeit von elf Stunden innerhalb von 24 Stunden
- Jährlich 15 freie Sonn- und Feiertage
- Wechsel von Spät- beziehungsweise Nacht- auf Frühschicht ist untersagt
Dass das ArbZG nicht jedoch in Stein gemeißelt ist, zeigen Ausnahmen etwa in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder im Hotel- und Gaststättengewerbe.
Darüber hinaus sind Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz erlaubt, wenn diese in einem Tarifvertrag und in einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung festgehalten sind. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine willkürliche Anordnung durch vorgesetzte Personen nicht erlaubt ist.
Homeoffice boomt – und die Gründe dafür liegen auf der Hand. Im Homeoffice kannst du:
- Deine Arbeitszeit frei einteilen
- Deine Work-Life-Balance verbessern
- Weniger Ablenkung durch Kolleg:innen erfahren
- Das Pendeln zwischen Firma und zu Hause vermeiden
Doch was ist Homeoffice genau? Homeoffice ist eine flexible Form des Arbeitens, bei der du deine Arbeit teilweise oder ganz von zu Hause aus erledigen kannst.
Wichtig: In Deutschland gibt es bisher keinen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice. Ob du von zu Hause aus arbeiten darfst, entscheidet einzig dein Arbeitgeber. In Ausnahmen finden sich entsprechende Regelungen im Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung deines Unternehmens.
Remote Work ist eine Weiterentwicklung des Homeoffice. Dabei arbeiten sämtliche Mitarbeitenden in virtuellen Teams, da es keine Präsenzzeit im Büro gibt. Vielleicht hat das Unternehmen noch nicht einmal ein Büro, sondern ist komplett remote organisiert.
Der Hauptvorteil dieses Modells liegt darin, dass internationale Projektteams zeit- und ortsunabhängig zusammenarbeiten können.
Job Sharing bedeutet, dass sich zwei oder mehrere Mitarbeitende eine Vollzeitstelle teilen. Dabei wird unterschieden zwischen Job Splitting und Job Pairing: Beim Job Splitting werden Aufgaben aufgeteilt, beim Job Pairing arbeiten mehrere Personen eng zusammen an denselben Aufgaben.
Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Mitarbeitende sich mehr Freiraum bei der Wahl von Arbeitszeit und Arbeitsort wünschen. Umso wichtiger ist es, dass Firmen auf die individuellen Bedürfnisse ihre Arbeitnehmer:innen eingehen und Modelle für flexibles Arbeiten anbieten.
So erhöhen sie nicht nur die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden, sondern machen sich auch als Arbeitgeber für zukünftiges Arbeiten interessant. All das funktioniert jedoch nur, wenn neue Arbeitsmodelle strukturell im Unternehmen und im Management verankert werden.
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Was ist das beste Arbeitszeitmodell?Welches flexible Arbeitszeitmodell das beste ist, ist individuell abhängig vom Lebensentwurf jedes einzelnen Mitarbeitenden: Sei es mehr Zeit für die Kinder am Vormittag, mehr Zeit für die Weiterbildung am Abend oder eine generell bessere Alltagsplanung: Jedes Modell zielt auf unterschiedliche Vorteile des flexiblen Arbeitens ab.+
Welche flexiblen Arbeitszeitmodelle gibt es?Die Bandbreite von Modellen für flexibles Arbeiten ist vielfältig. Sie reicht von Gleitzeit, Teilzeit und Vertrauensarbeitszeit über Langzeitarbeitskonten und Homeoffice, bis zu Jobsharing und Remote Work.+
Welche Vorteile bieten Arbeitszeitmodelle?Die Vorteile für Arbeitgeber und Mitarbeitende sind vielfältig. Sie reichen von einer familienfreundlichen Unternehmenskultur und einer daraus resultierenden höheren Zufriedenheit der Mitarbeitenden bis zu einer stärkeren Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen.