Reverse Mentoring: Was selbst erfahrene Mitarbeiter von Junioren lernen
Das Wichtigste aus diesem Artikel
- Vorteile von Reverse Mentoring: für Mentor, Mentee und Unternehmen
- Die Voraussetzungen für Reverse Mentoring
- Reverse Mentoring etablieren – in 4 Schritten
Der Umgang mit neuen Apps, neuen Software-Tools, neuen Strategien, neuen Formen der Zusammenarbeit: für die Jüngeren oft selbstverständlich, für die Älteren ungewohnt. Auf dieser Prämisse basiert die Idee von Reverse Mentoring.
Das Konzept „Alt lernt von Jung“ soll den Wissensaustausch fördern, (digitale) Kompetenzen im Unternehmen flächendeckend verbreiten und Berührungsängste abbauen. Richtig umgesetzt profitierst du von folgenden Vorteilen:
- Ältere Mitarbeiter erwerben neue, für den Unternehmenserfolg notwendige Kompetenzen.
- Jüngere Mitarbeiter lernen von der Erfahrung der älteren Kollegen.
- Zu Beginn noch unerfahrene Mentoren übernehmen bereits am Anfang ihrer Karriere Verantwortung und entwickeln so Führungskompetenzen.
- Das Reverse-Mentoring-Konzept steigert die Motivation, Vernetzung und das gegenseitige Verständnis der Mitarbeiter. Sie lernen sich gegenseitig besser kennen, arbeiten intensiver zusammen. Das verbessert das Arbeitsklima und steigert die Produktivität in Ihrem Unternehmen.
- Der Einfluss jüngerer Mitarbeiter hilft, Zukunftsthemen und Trends schneller zu identifizieren und in Ihrem Unternehmen umzusetzen.
Für den Erfolg des Konzeptes ist es unerlässlich zu betonen, dass Mentor und Mentee von Reverse Mentoring lernen – sonst können falsche Scham und Eitelkeiten den wünschenswerten Dialog zwischen Jung und Alt bremsen. Nur auf Augenhöhe und mit der Bereitschaft beider Seiten kann Reverse Mentoring funktionieren. Deshalb sollten Sie für folgende Voraussetzungen sorgen:
- Bilde feste Mentor-Mentee-Paarungen: dadurch schaffst du mehr Vertrauen als zwischen wechselnden Ansprechpartnern – eine notwendige Voraussetzung.
- Schaffe keine Konkurrenzsituationen: Bilde keine Paarungen zwischen Mitarbeitern, die im Geschäftsalltag in einer hierarchischen Beziehung arbeiten.
- Reverse Mentoring macht nur dann Sinn, wenn beide Teilnehmer es freiwillig tun.
- Die Paare müssen menschlich zueinander passen: Verstehen sich Mentor und Mentee, haben sie mehr Spaß – und das erhöht Lernbereitschaft und Aufnahmefähigkeit.
Wenn du in deinem Unternehmen Bedarf für Reverse Mentoring siehst, kannst du ein solches Konzept in vier Schritten umsetzen:
Hier solltest du relevante Themen für ein Reverse-Mentoring-Programm identifizieren. Vielleicht hast du vor kurzem ein neues Organisationstool eingeführt und möchtest deine Mitarbeiter:innen für die optimale Benutzung schulen? In diesem Schritt gilt es außerdem, die richtigen Mentoren und Mentees zu finden und anzusprechen: Wer mitmacht, sollte es auch wollen und geeignet sein.
Im nächsten Schritt wählst du die Paarungen aus und stellst sicher, dass sich die Mentoren und Mentees in den Konstellationen wohlfühlen. Sowohl junge Mitarbeiter als auch ältere Führungskräfte reagieren sensibel und menschlich. Es empfiehlt sich, gerade die zukünftigen jungen Mentoren vor Beginn des Programms in der neuen Aufgabe zu schulen.
Lege Rahmenbedingungen für die Durchführung der Mentor-Mentee-Treffen fest, die zu deinem Unternehmen passen. Mache dir Gedanken, welcher Wochentag beispielsweise am besten für die Durchführung geeignet wäre – du kennst deine Unternehmensabläufe am besten. Auch gemeinsame Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen können hier nützlich sein, um die Ernsthaftigkeit und den besonderen Anlass zu betonen.
Parallel solltest du für zwei Dinge sorgen: 1. ausreichende Ergebnissicherung, um eine nachvollziehbare Erfolgskontrolle zu haben. 2. eine breit angelegte interne Kommunikation, um das Programm im Unternehmen bekannt zu machen und Begehrlichkeit bei weiteren Mitarbeitern und Führungskräften zu wecken.
„Das Reverse-Mentoring-Konzept steigert die Motivation, Vernetzung und das gegenseitige Verständnis der Mitarbeiter.“
Ein gut gemachtes Reverse-Mentoring-Programm ist ein intelligenter Schritt, um Wissenslücken deiner Mitarbeiter:innen zu schließen und diese für moderne Prozesse und Tools zu sensibilisieren. Als Teil einer modernen Führungskultur hilft Reverse Mentoring, dein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Hier die Vorteile noch einmal auf einen Blick:
- Reverse Mentoring bringt mehr aktuelles Wissen ins Unternehmen und baut Berührungsängste mit modernen Prozessen und Tools ab.
- Es gibt jüngeren Mitarbeitern frühzeitig Verantwortung und schafft Lernpartnerschaften auf Augenhöhe. So verbessert das Konzept das Arbeitsklima und die Produktivität.
- Sie können in 4 einfachen Schritten ein Reverse-Mentoring-Projekt in Ihrem Unternehmen initiieren.