Reverse Mentoring: Erfahrene Mitarbeitende lernen von Junior:innen

Das Wichtigste aus diesem Artikel
Reverse Mentoring fördert den Wissensaustausch zwischen Mitarbeitenden mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen. Davon profitieren Mentor:innen, Mentees und das gesamte Unternehmen.
Klare Ziele, freiwillige Teilnahme und ein vertrauensvoller Austausch sind wichtige Voraussetzungen. Mit sinnvoller Vorbereitung, passendem Matching, geplanter Durchführung sowie späterer Auswertung lässt sich Reverse Mentoring im Unternehmen etablieren.
Beim klassischen Mentoring geben erfahrene Mitarbeiter:innen ihr Wissen und ihre beruflichen Erfahrungen an weniger erfahrene Kolleg:innen weiter. Reverse Mentoring meint das Gegenteil: Mitarbeiter:innen, die über Wissen und Erfahrungen verfügen, die für erfahrenere Kolleg:innen oder Führungskräfte relevant sind, übernehmen die Mentorenrolle.
Das können beispielsweise jüngere Mitarbeiter:innen sein, die sich besonders gut mit Social Media, digitalen Tools oder neuen Arbeitsweisen auskennen. Die Mentees, also die, die von ihnen dazulernen können, bringen hingegen möglicherweise mehr Fach- oder Führungserfahrung mit. Beide Seiten bringen also unterschiedliches Wissen ein: Die Mentorenrolle richtet sich beim Reverse Mentoring nach dem jeweiligen Thema, nicht allein nach Berufserfahrung oder Hierarchie.
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Reverse Mentoring bringt unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Perspektiven zusammen. Mentor:innen können ihr Wissen weitergeben und dabei beispielsweise ihre Kommunikations- und Führungskompetenzen stärken. Mentees erhalten Einblicke in Themen, mit denen sie bislang weniger vertraut waren, und können ihre Kenntnisse erweitern.
Auch das Unternehmen profitiert vom Austausch: Wissen wird über Abteilungs-, Alters- und Hierarchiegrenzen hinweg geteilt. Führungskräfte erhalten unmittelbare Einblicke in andere Perspektiven, während Mitarbeiter:innen die Möglichkeit bekommen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen sichtbar einzubringen. Das kann die Zusammenarbeit fördern und dazu beitragen, neue Technologien, Trends und Arbeitsweisen schneller im Unternehmen aufzugreifen.
Damit Reverse Mentoring funktioniert, sollten beide Seiten offen für den Perspektivwechsel sein. Schließlich geht es nicht darum, dass eine Person ihr Wissen weitergibt und die andere lediglich zuhört. Beide Teilnehmer:innen lernen voneinander. Nur auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Vertrauen kann ein solcher Austausch funktionieren.
Deshalb solltest du auf folgende Voraussetzungen achten:
- Definiere klare Ziele: Soll es beispielsweise um digitale Kompetenzen, neue Arbeitsmethoden, Unternehmenskultur oder den Austausch zwischen Generationen gehen? Konkrete Ziele erleichtern später auch die Erfolgskontrolle.
- Sorge für freiwillige Teilnahme: Niemand sollte gegen seinen Willen an einem Reverse-Mentoring-Programm teilnehmen. Die Bereitschaft zum offenen Austausch ist entscheidend.
- Schaffe Vertrauen und Vertraulichkeit: Lege vorab fest, welche Inhalte aus den Gesprächen weitergegeben werden dürfen und welche vertraulich bleiben.
- Vermeide direkte Hierarchieverhältnisse: Am besten bringen Mitarbeitende, die im Geschäftsalltag nicht in einer direkten Weisungsbeziehung stehen, sich gegenseitig etwas bei, ansonsten kann der offene Austausch erschwert werden.
- Achte auf passende Paarungen: Interessen, Kompetenzen und Persönlichkeit sollten möglichst gut zusammenpassen. So fällt es leichter, eine vertrauensvolle Lernpartnerschaft aufzubauen.
Wenn du in deinem Unternehmen Bedarf für Reverse Mentoring siehst, kannst du ein solches Konzept in vier Schritten umsetzen:
Zunächst solltest du festlegen, welche Ziele und Themen im Mittelpunkt stehen. Vielleicht möchtest du Mitarbeiter:innen den Umgang mit einem neuen Organisations-Tool erleichtern, digitale Kompetenzen stärken oder den Austausch zwischen verschiedenen Generationen fördern. Anschließend gilt es, geeignete Mentor:innen und Mentees zu finden und für das Programm zu gewinnen.
Im nächsten Schritt stellst du die Mentoring-Paare zusammen. Berücksichtige dabei neben Fachwissen und Interessen auch Persönlichkeit und Kommunikationsstil. Wichtig ist, dass sich beide Seiten mit der Konstellation wohlfühlen. Gerade Mitarbeiter:innen, die zum ersten Mal als Mentor:innen tätig sind, können von einer kurzen Einführung in ihre neue Rolle profitieren.
Lege einen passenden Rahmen für die Treffen fest. Wie häufig sich die Paare austauschen und wie lange die einzelnen Gespräche dauern, hängt von den Zielen und den Abläufen in deinem Unternehmen ab. Hilfreich können außerdem gemeinsame Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen sein. Sie geben dem Programm einen verbindlichen Rahmen und ermöglichen den Teilnehmer:innen, Erfahrungen miteinander zu teilen.
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Reverse Mentoring ist kein Einbahnstraßenmodell, bei dem jüngere Mitarbeiter:innen älteren Kolleg:innen neue Technologien erklären. Sondern es geht um den gegenseitigen Austausch: Die einen bringen neue Perspektiven und aktuelles Wissen ein, die anderen Erfahrungswissen und Branchenkenntnisse.
Als Teil einer modernen Führungskultur kann Reverse Mentoring dazu beitragen, Kompetenzen zu erweitern, den Austausch zwischen Generationen und Hierarchieebenen zu fördern und neue Perspektiven ins Unternehmen zu bringen.
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Was ist der Unterschied zwischen klassischem Mentoring und Reverse Mentoring?Beim klassischen Mentoring gibt eine im Beruf erfahrene Person ihr Wissen und ihre Erfahrungen an eine weniger erfahrene Person weiter. Beim Reverse Mentoring übernimmt dagegen eine Person in der Firma mit relevantem Wissen zu einem bestimmten Thema, etwa digitalen Tools, Social Media oder neuen Arbeitsweisen, die Mentorenrolle – unabhängig von Hierarchie, Alter und Berufserfahrung.+
Welche Vorteile bietet Reverse Mentoring?Mentor:innen können ihr Wissen weitergeben und dabei unter anderem ihre Kommunikations- und Führungskompetenzen stärken. Mentees erhalten neue Impulse und können ihr Wissen in bestimmten Bereichen erweitern. Auch für Unternehmen kann der Austausch wertvoll sein, da er unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt und den Wissenstransfer fördert.+
Worauf sollte ein Unternehmen beim Reverse Mentoring achten?Wichtig sind vor allem klare Ziele, freiwillige Teilnahme und passende Konstellationen aus Mentor:innen und Mentees. Außerdem sollten die Beteiligten ausreichend Zeit für regelmäßigen Austausch haben und wissen, welche Inhalte vertraulich bleiben.