
Liquiditätsplanung: Damit das Geschäft weiterläuft
Mit einer Liquiditätsplanung behalten Unternehmer:innen jederzeit den Überblick über die finanzielle Situation des Unternehmens. Über die Liquiditätsrechnung können finanzielle Engpässe oder eine drohende Zahlungsunfähigkeit rechtzeitig erkannt und, wenn notwendig, gegengesteuert werden. Hier im Beitrag erfährst du, wie eine Liquiditätsplanung erstellt wird und worauf alles zu achten ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Liquiditätsplanung sichert finanzielle Stabilität: Sie hilft, Engpässe frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.
- Realistische Planung ist entscheidend: Einnahmen und Ausgaben sollten konservativ geschätzt werden, um Überraschungen zu vermeiden.
- Maßnahmen zur Liquiditätssicherung: Skonto anbieten, Mahnungen frühzeitig versenden, Kundenstamm diversifizieren und Kredite rechtzeitig in Betracht ziehen.
- Regelmäßige Aktualisierung notwendig: Nur eine laufend gepflegte Liquiditätsplanung ermöglicht eine zuverlässige Steuerung der Finanzen.
- Permanente Überwachung der finanziellen Leistungsfähigkeit
- Finanzielle Krisen frühzeitig erkennen
- Darstellung des zahlungswirksamen Cashflows hilft, die Diskrepanz zwischen Umsatz und tatsächlichem Zahlungseingang aufzudecken
Der Liquiditätsplan bietet dir eine Übersicht über den voraussichtlichen Cashflow sowie die aktuelle und zukünftig verfügbare Liquidität eines Unternehmens. Die geplanten Einnahmen und Auszahlungen des Betriebs werden jeweils für den Zeitraum eines Monats gegenübergestellt.
Berücksichtigt werden dabei nur tatsächliche Zahlungseingänge und Ausgaben, deren Zeitpunkt von der Buchung von Umsätzen oder Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung abweichen kann. Immerhin kann es nach der Ausstellung einer Rechnung eine Zeit lang dauern, bis Kund:innen diese tatsächlich bezahlen.
Im Ergebnis siehst du anhand der Entwicklung deines Liquiditätsbestandes, wann du Investitionen tätigen und wann du für finanzielle Engpässe vorsorgen musst. Der Liquiditätsplan verschafft dir also Zeit zu reagieren und Sicherheit über die finanziellen Verhältnisse des Unternehmens zugleich.
Die Liquiditätsplanung beginnt mit dem anfänglichen Liquiditätsbestand. Anschließend werden alle monatlichen Einzahlungen wie Netto-Umsatzerlöse, Gesellschaftereinzahlungen, Privateinlagen sowie sonstige Einnahmen aufgeführt und summiert.
Nun folgt eine Aufstellung der Auszahlungen wie Materialkosten, Löhne und Gehälter, Fixkosten, Steuern und Abgaben sowie sonstige Ausgaben, die ebenfalls summiert werden. Um den Liquiditäts-Endbestand zu ermitteln, werden der Liquiditätsanfangsbestand und die Summe der Einzahlungen addiert und die Summe der Auszahlungen sowie die Investitionsausgaben und Entnahmen abgezogen.
Muster für eine Liquiditätsplanung:
Die Zahlen sind lediglich Beispiele zur Veranschaulichung.
Die Liquiditätsplanung sollte für den Zeitraum von 12 Monaten auf monatlicher Basis erstellt werden. Je nachdem, ob Kredite vorhanden oder Investitionen geplant sind, ist darüber hinaus eine Erstellung über drei bis fünf Jahre sinnvoll. Der finanzielle Puffer des Unternehmens sollte die Fixkosten für ein bis zwei Monate nicht unterschreiten.
Die Liquiditätsplanung ist der Struktur nach zwar einfach zu erstellen, dennoch gibt es ein paar Dinge zu beherzigen. Hier ein paar Tipps, die dir bei deiner Liquiditätsplanung helfen können.
Die Planung der Einnahmen und Ausgaben muss realistisch bleiben. Vor allem für Gründer:innen, die sich erst einen Kundenstamm aufbauen müssen, ist es nicht ganz einfach, die Umsätze und damit auch die Einnahmen zu planen. Besser als mit Fantasiezahlen zu arbeiten, ist es, vorsichtige Ansätze zu wählen.
Hinzu kommt, dass Zahlungen erst mit Verspätung eingehen können, sodass entsprechende Puffer vorzusehen sind. In jedem Fall muss darauf geachtet werden, dass laufende Kosten wie Mieten, Löhne und Gehälter oder Stromkosten jederzeit aus den Einnahmen oder mindestens aus dem Liquiditätsbestand gedeckt sein müssen.
Um den Kund:innen einen Anreiz zu bieten, ihre Rechnungen sofort zu bezahlen, kann ihnen ein Skonto eingeräumt werden. Erfahrungsgemäß wird das Skonto gern genutzt, da es eine bessere Rendite bietet als eine Bankanlage.
Bei Zahlungsverzögerungen bringt es indes nicht viel zu hoffen, dass Kund:innen schon noch zeitnah zahlen. Besser ist es, frühzeitig Mahnungen zu schreiben und so auf den Zahlungsrückstand aufmerksam zu machen. Bei vielen kleinen Kund:innen kann sich auch Factoring oder die Einschaltung eines Inkassodienstes lohnen.
Arbeitet ein Unternehmen nur für wenige Kund:innen, kann es bei einem Zahlungsausfall eines oder mehrerer Kund:innen schnell zu einer Zahlungsunfähigkeit kommen. Daher sollte von Anfang an versucht werden, noch mehr Kund:innen zu gewinnen, um das Kundenportfolio zu diversifizieren. So lässt sich der Ausfall eines Kunden oder einer Kundin durch die Aufträge der anderen viel besser auffangen.
Alle Einnahmen und Ausgaben sollten ohne zeitliche Verzögerung in die Liquiditätsplanung eingetragen werden. Nur so bietet die Liquiditätsplanung immer einen aktuellen Überblick über den Liquiditätsbestand und den laufenden Cashflow.
Mit einer realistisch aufgestellten Liquiditätsplanung hast du stets einen aktuellen Überblick über die finanzielle Situation und den Cashflow deines Unternehmens. Die Liquiditätsplanung hilft dir, frühzeitig eine finanzielle Schieflage oder auch Investitionsmöglichkeiten zu erkennen.
Um eine Liquiditätsplanung zu erstellen, müssen die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden. Die Differenz bildet den Liquiditätszufluss beziehungsweise -abfluss zum vorhandenen Liquiditätsbestand. Bei einem drohenden finanziellen Engpass kannst du rechtzeitig durch die Aufnahme von Krediten oder Factoring gegensteuern und so eine Zahlungsunfähigkeit vermeiden.
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Was verstehe ich unter einem Liquiditätsplan?Ein Liquiditätsplan ist eine Gegenüberstellung der geplanten Einnahmen und Ausgaben über einen vorab definierten Zeitraum. Aus der Differenz der geplanten Ein- und Ausgaben ergibt sich ein Überschuss oder eine Unterdeckung, der zum Liquiditätsbestand addiert wird.
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Wie mache ich einen Liquiditätsplan?Um einen Liquiditätsplan zu erstellen, musst du alle Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens für den betrachteten Zeitraum prognostizieren und diese jeweils summieren.
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Wer erstellt einen Liquiditätsplan?Ab einer bestimmten Größe unterhalten viele Unternehmen eine Controlling-Abteilung, die die Liquiditätsplanung erstellt. In kleineren Unternehmen erstellen die Liquiditätsplanung die Inhaber:innen oder ein:e von ihnen Beauftragte:r selbst.