
Kurz erklärt: Ist eine GmbH eine Kapitalgesellschaft?
Vor der Unternehmensgründung steht oft die Frage: Welche Gesellschaftsform ist die richtige? Personen- oder Kapitalgesellschaft? Und welche Unterschiede gibt es? Besonders beliebt ist in Deutschland die GmbH. Um welche Gesellschaftsform es sich dabei handelt und wodurch sie sich auszeichnet, schildert dieser Beitrag.
Das Wichtigste aus diesem Artikel
- Gesellschaftsrecht: In Deutschland gibt es Personen- und Kapitalgesellschaften.
- GmbH: Eine GmbH ist eine Kapitalgesellschaft. Sie kann durch Aktienausgabe Kapital generieren. Ihre Gesellschafter:innen haften nur bis zur Höhe ihrer Einlage.
- Formwechsel: Ein Unternehmen kann seine Gesellschaftsform auch ändern, beispielsweise von einer GmbH in eine GbR.
Kapitalgesellschaften unterscheiden sich grundlegend von anderen Unternehmensformen. Ihre Besonderheiten prägen nicht nur den rechtlichen Rahmen, sondern auch die Handlungsspielräume für Unternehmer und Investoren.
Folgende fünf Kernmerkmale definieren eine Kapitalgesellschaft:
- Eigenständige juristische Person: Die Kapitalgesellschaft existiert rechtlich unabhängig von ihren Gesellschaftern.
- Vermögenstrennung: Das Unternehmensvermögen ist strikt vom Privatvermögen der Gesellschafter getrennt.
- Beschränkte Haftung: Gesellschafter haften in der Regel nur mit ihrer Einlage, nicht mit ihrem Privatvermögen.
- Übertragbare Anteile: Die Beteiligung kann relativ einfach verkauft oder vererbt werden.
- Körperschaftsteuer: Kapitalgesellschaften unterliegen nicht der Einkommensteuer, sondern der Körperschaftsteuer.
Diese Eigenschaften verleihen Kapitalgesellschaften eine besondere Stabilität und machen sie unabhängig von einzelnen Personen. Dies erleichtert langfristige Planung, Kapitalakquise und Nachfolgeregelungen.
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Das deutsche Gesellschaftsrecht bietet Unternehmen eine Vielzahl von Rechtsformen, die je nach individuellen Bedürfnissen, Unternehmensgröße, Haftungsstrukturen und anderen rechtlichen Anforderungen gewählt werden können. Das ermöglicht es Unternehmer:innen, die am besten geeignete Rechtsstruktur für ihr Geschäft zu finden.
Unternehmen teilen sich in Personen- und Kapitalgesellschaften auf. Ihre rechtlichen Anforderungen sind im Gesellschaftsrecht geregelt, beispielsweise Haftungsfragen, Vertragsstrukturen und mehr.
Personengesellschaften sind Unternehmensformen, die aus mindestens zwei Gesellschafter:innen bestehen. Diese haften persönlich und unbeschränkt auch mit ihrem persönlichen Vermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Dafür ist keine Mindestkapitaleinlage nötig.
Zu den wichtigsten Personengesellschaften gehören:
- Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
- Kommanditgesellschaft (KG)
- Offene Handelsgesellschaft (OHG)
- Partnerschaftsgesellschaft (PartG)
- Stille Gesellschaft (StGes)
Kapitalgesellschaften sind im Handelsregister eingetragen und gelten als eigenständige juristische Person. Sie verfügen über eigenes Vermögen und können junge Aktien ausgeben, um weiteres Kapital aufzunehmen. Darüber hinaus sind sie rechtlich unabhängig von ihren Gesellschafter:innen und bieten diesen eine in der Regel auf die Höhe ihrer Einlagen beschränkte Haftung.
Die wichtigsten Kapitalgesellschaften sind:
- Aktiengesellschaft (AG)
- Europäische Gesellschaft (SE)
- Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
- Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
Good to know
Jede dieser Rechtsformen hat ihre eigenen Vor- und Nachteile sowie spezifische Anforderungen für Gründung, Betrieb und Auflösung.
Die GmbH ist eine der beliebtesten Unternehmensformen in Deutschland. Diese Kapitalgesellschaft bietet eine relativ einfache Gründungs- und Verwaltungsstruktur. Ihre Gründung erfordert den Abschluss eines Gesellschaftsvertrages, der die wesentlichen Bestimmungen über die Organisation und Geschäftsführung der Gesellschaft enthält. Wenn du über die flexiblen Angebote von American Express als Finanzdienstleister nachdenkst, könntest du die Business Gold Card oder die Business Platinum Card hier beantragen.
Das Stammkapital der GmbH beträgt mindestens 25.000 Euro und wird anteilig von den Gesellschafter:innen eingebracht. Auf diesen Anteil, also die Höhe ihrer Einlage, ist auch die Haftung der Gesellschafter:innen beschränkt: Sie haften also nicht persönlich für die Verbindlichkeiten der GmbH.
Die GmbH hat eine eigene Rechtspersönlichkeit: Sie hat eigene Rechte und Pflichten und ist rechtlich unabhängig von den Gesellschafter:innen. Dadurch kann sie als juristische Person Verträge abschließen, Eigentum erwerben und vor Gericht auftreten.
Step-by-Step: GmbH gründen
Zur Gründung einer GmbH sind folgende Schritte nötig:
- Gesellschaftsnamen bestimmen: Ein einzigartiger Name muss gewählt werden, der noch nicht anderweitig eingetragen ist.
- Strukturierung: Bei einer Gründung durch mehr als eine Person ist die Festlegung der Anteile der Gesellschafter:innen sowie die Bestellung der Geschäftsführung erforderlich.
- Gesellschaftsvertrag erstellen: Dieses Dokument legt wichtige Regelungen und Aspekte fest. Es muss notariell beurkundet werden.
- Gewerbliches Konto eröffnen: Die finanziellen Transaktionen des Unternehmens müssen über ein Geschäftskonto abgewickelt werden.
- Stammkapital einzahlen: Die Gesellschafter müssen mindestens die Hälfte des im Gesellschaftsvertrag festgelegten Stammkapitals auf das Geschäftskonto einzahlen.
- Handelsregistereintragung: Die GmbH muss im Handelsregister des zuständigen Amtsgerichts eingetragen werden.
- Anmeldungen bei Behörden: Die GmbH muss beim Gewerbeamt, beim Finanzamt und bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) angemeldet werden.
- Eröffnungsbilanz: Für das Finanzamt muss eine Eröffnungsbilanz der GmbH erstellt werden.
- Erstellung oder Aktualisierung der Geschäftspapiere: Die Geschäftspapiere einer GmbH müssen bestimmte Pflichtangaben wie das zuständige Registergericht und die HRB-Nummer der Gesellschaft enthalten.
Ein Unternehmen braucht seine Gesellschaftsform nicht auf Dauer zu behalten. Es gibt im Gesellschaftsrecht die Möglichkeit des Formwechsels, bei dem sich nur die Rechtsform, nicht aber die Identität des Unternehmens ändert.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Eine Personengesellschaft kann in eine andere Personengesellschaft umgewandelt werden, zum Beispiel eine KG in eine OHG.
- Eine Kapitalgesellschaft kann in eine andere Kapitalgesellschaft umgewandelt werden, zum Beispiel eine AG in eine GmbH.
- Auch ein Formwechsel von Personen- zu Kapitalgesellschaft und umgekehrt ist möglich. Beispielsweise lässt sich eine GmbH umwandeln in eine GbR.
Ein solcher Formwechsel kann für eine Kapitalgesellschaft weitreichende Folgen haben. Sind deren Aktionär:innen damit nicht einverstanden, haben sie das Recht auf Abadonnement: Sie können ihre Beteiligung aufgeben und erhalten dafür eine Abfindung oder Entschädigung. Ein solches Abandonment kann sowohl den Aktienkurs als auch die Liquidität der Firma beeinflussen.
Unternehmen lassen sich grundsätzlich in Personen- und Kapitalgesellschaften einteilen, wobei jede Form spezifische rechtliche Rahmenbedingungen aufweist, beispielsweise in Bezug auf Haftungsfragen und Vertragsstrukturen.
Die GmbH ist eine besonders beliebte Form der Kapitalgesellschaft. Sie erfordert ein Mindestkapital von 25.000 Euro und beschränkt die Haftung ihrer Gesellschafter:innen auf deren Einlage.
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Ist die GmbH eine Kapital- oder Personengesellschaft?Die GmbH gehört zu den Kapitalgesellschaften.
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Wer zählt zu Kapitalgesellschaften?Zu den Kapitalgesellschaften zählen Unternehmen wie die GmbH, AG und KGaA, die eigenes Kapital als Grundlage für ihre Geschäftstätigkeit nutzen.
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Welche Schritte sind notwendig, um eine GmbH zu gründen?Um eine GmbH zu gründen, muss ein Gesellschaftsvertrag aufgesetzt und beim Notar beurkundet werden. Es ist ein gewerbliches Bankkonto zu eröffnen, auf das mindestens die Hälfte des Stammkapitals von mindestens 25.000 Euro einzuzahlen ist. Danach folgen die Eintragung ins Handelsregister sowie die Anmeldung beim Gewerbeamt, beim Finanzamt und bei der IHK.