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Platzreife im Golf: Was das ist und wie du sie bekommst

Die Silhouette eines ausholenden Golfspielers im Gegenlicht auf einem Golfplatz
Redaktion AMEXcited
Der Urlaub ist gebucht, ein schöner Golfplatz ganz in der Nähe. Am liebsten würdest du die schöne 18-Loch-Anlage sofort erkunden und ausprobieren. Doch ganz so einfach geht das nicht. Um auf einem traditionellen Golfplatz spielen zu dürfen, musst du für gewöhnlich erst die Platzreife machen. Das Zertifikat wird gern mit dem Führerschein verglichen – wir erklären, welche Schritte nötig sind, um sie zu erhalten.
  1. Platzreife – warum und wie läuft die Prüfung?
  2. Regelkunde und Platzetikette
  3. Das Handicap mit dem Handicap
  4. Angebote für Platzreifekurse – und ihr Preis
  5. DGV-Platzreife: Genau hinschauen oder nachfragen

Platzreife – warum und wie läuft die Prüfung?

Wer Golf lernen möchte, wird irgendwann auch mit der Platzreife konfrontiert. Denn auf vielen Golfplätzen darf ohne Platzreife nicht oder nur sehr eingeschränkt gespielt werden. Der Begriff „Platzreife“ steht für die Fähigkeit, sich im laufenden Betrieb einer Anlage einzuordnen. Grundsätzlich gilt die Platzreife nur für den Platz, für den sie erteilt wurde. Nur weil du eine Platzreife hast, heißt dies also nicht, dass du auf jeder Anlage deine Bälle schlagen darfst.

Empfehlenswert ist daher, die sogenannte DGV-Platzreife zu erlangen. Hierbei handelt es sich seit 2006 um eine bundesweit einheitliche Prüfung, deren Inhalt der Deutsche Golf Verband (DGV) festlegt. Diese DGV-Platzreife wird auf den rund 700 dem DGV zugehörigen Golfanlagen in Deutschland sowie für gewöhnlich auch in Österreich und der Schweiz anerkannt. Insgesamt gibt es in Deutschland fast 1000 Golfplätze.

Sicherheit und Spielvermögen auf dem Golfplatz

In einer Prüfung mit Theorie und Praxis musst du ein ordentliches Spielniveau vorweisen. Wichtig ist beispielsweise eine angemessene Spieldauer, um zu gewährleisten, dass du den Betrieb auf dem Platz nicht aufhältst. Und du musst die Regeln und die Etikette eines Golfplatzes kennen. Offiziell heißt es übrigens nicht Platzreife, sondern „Platzerlaubnis“ (PE).

Zur Begründung verweist der DGV vor allem auf die Sicherheit: Ein Golfball kann schwere Verletzungen verursachen, also sollten alle Spieler:innen wissen, was sie tun und was sie können. Der praktische Teil der Prüfung beinhaltet, umsichtiges Verhalten auf dem Platz zu demonstrieren, sich an die Etikette zu halten und eine bestimmte Schlagzahl beim Spielen zu erreichen. Die theoretische Prüfung besteht aus einem schriftlichen Test.

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Großaufnahme eines Golfballs im Rasen

Nerdpedia

Eine Frage zur Prüfung der Platzreife: Darf ein:e Spieler:in auf dem Grün den Tau und Reif auf der Spiellinie entfernen? Nein, er:sie darf nur „lose hinderliche Naturstoffe“ entfernen, zum Beispiel Laub.

Regelkunde und Platzetikette

Der theoretische Teil der DGV-Platzreifeprüfung ist nicht zu unterschätzen. Die offiziellen Golfregeln werden alle vier Jahre neu herausgegeben. In Deutschland übernimmt das der DGV. Festgelegt werden die Regeln allerdings vom Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews und der United States Golf Association (USGA).

Die Prüfungsfragen sind zum Teil alles andere als trivial. Insgesamt gibt es 170 Regeln beziehungsweise Prüfungsfragen, die die Prüflinge auswendig lernen müssen. Die schriftliche Prüfung für die Platzreife umfasst 30 Fragen in Multiple-Choice-Form.

DGV-App: Lernen für die Platzreifeprüfung

Der Köllen-Verlag, der Regelbücher und Erläuterungen herausgibt, hat auch eine App zur Vorbereitung auf die Platzreifeprüfung im Angebot. Sie kostet 4,49 Euro und enthält alle 170 Original-Prüfungsfragen der DGV-Platzreife. Die App ist im App Store und im Google Play Store erhältlich.

Tipp: Viele Onlineportale bieten ebenfalls ein Regelquiz zur DGV-Platzreife an.

Ein Golfbag, aus dem mehrere Schläger ragen vor unscharfem Hintergrund

Nerdpedia


Eine Frage zur Prüfung der Platzreife: Ein Ball gilt als „bewegt“, wenn er mindestens eine halbe Umdrehung ausgeführt hat. Richtig oder falsch? Falsch. Jede Bewegung reicht, auch ein Millimeter.

Das Handicap mit dem Handicap

Nun wird es fachlich, doch der praktische Leistungsnachweis ist mit einiger Vorbereitung machbar: Du spielst neun Löcher – die besten sechs werden gewertet – und musst dabei im Schnitt mit drei Schlägen über Par auskommen (also zum Beispiel mit sechs Schlägen bei einem Par-3-Loch). Das Par ist dabei die Anzahl von Schlägen, die gute Golfer:innen für dieses Loch benötigen; welches Par ein Loch hat, wird in der Scorekarte der Anlage angegeben.

In der recht komplizierten Golf-Arithmetik wären das „12 Netto-Stableford-Punkte“, ausgehend von einem fiktiven Handicap von 54. Diese Zahl drückt aus, dass du auf einem 18-Loch-Kurs pro Bahn drei Schläge Vorgabe (drei mal 18 gleich 54) gegen den Platzstandard hast. Für die sechs Schläge auf der Par-3-Bahn gibt es nach Tabelle „2 Stableford-Punkte“, das musst du also sechsmal schaffen. Früher wurde das Anfangs-Handicap „54“ gleich mit der Platzreife zusammen vergeben, neuerdings musst du das Handicap extra erspielen.

Wie streng geht es zu?

Nach allem, was zu hören ist: nicht übermäßig. Wer nachweist, dass er verantwortungsbewusst ist, den Ball sicher spielt und die Regeln kennt, dem wird wohl kein versehentlicher „Luftschlag“ angerechnet.

Ein Mann in rotem T-Shirt hat einen Ball auf einem Golfplatz geschlagen

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Eine Frage zur Prüfung der Platzreife: Ein:e Spieler:in sollte sicherstellen, dass jede von ihm:ihr beschädigte oder herausgeschlagene Grasnarbe sofort wieder eingesetzt und festgetreten wird. Die von anderen Spieler:innen hervorgerufenen Beschädigungen sind nicht zu beachten, weil ihre Reparatur nur zu einer zusätzlichen Spielverzögerung führen würde. Richtig oder falsch? Falsch. Die Etikette verlangt, dass Schäden behoben werden, auch die von Mitspieler:innen verursachten.

Angebote für Platzreifekurse – und ihr Preis

Viele Clubs – genauer: die dort angestellten „Pros“, – bieten Platzreifekurse an. Die Kosten für einen Platzreifekurs können sehr unterschiedlich ausfallen. Sie reichen von etwa 99 bis zu mehreren Hundert Euro. Wie immer solltest du das „Kleingedruckte“ (zusätzliche Platzgebühren und andere Zusatzkosten) genau lesen. Da viele Clubs aber gern neue Mitglieder aufnehmen, wird die Hürde „Platzerlaubnis“ für gewöhnlich nicht absichtlich erhöht, weder bei den Prüfungen noch bei den Kosten.

In einigen Clubs werden auch Crashkurse angeboten, in denen du die Platzreife an einem Wochenende machen kannst. Wer sich richtig auf das Golfen einlassen möchte, sollte sich aber mehr Zeit nehmen.

Wie finde ich meinen Platzreifekurs?

Es ist empfehlenswert, zunächst auf die Angebote der nächstgelegenen Golfclubs- und anlagen zu schauen und die Möglichkeiten zu vergleichen. Weil die Nachfrage hoch und konstant ist – schließlich müssen alle Einsteiger:innen da durch – gibt es auch eine Reihe von Onlineportalen wie www.deutschland-macht-platzreife.de.

Ein Golflehrer korrigiert die Schlägerhaltung bei seinem Schüler

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Eine Frage zur Prüfung der Platzreife: Unter dem Abschnitt „Etikette“ sind die Bekleidungsrichtlinien für den Golfplatz zusammengefasst. Richtig oder falsch? Falsch. Offiziell gibt es keine Bekleidungsvorschriften. Wohl aber in den Bestimmungen vieler Clubs – also in der Regel keine Jeans und T-Shirts. Teil der Platzreifeprüfung sind diese Kleiderregeln aber nicht.

DGV-Platzreife: Genau hinschauen oder nachfragen

Das Internet ist voll mit Angeboten für Platzreifekurse. Leider sind nicht alle seriös: Wenn du die DGV-Platzreife erlangen möchtest, müssen die Ausbilder:innen (Trainer:innen) vom Deutschen Golf Verband lizenziert sein. Selbstverständlich gibt es auch im Ausland (zum Beispiel in Spanien) Anbieter, die einen entsprechenden Vertrag mit dem DGV haben. Wenn du dir unsicher bist: besser im Club nachfragen, bei dem du nach der Prüfung spielen möchtest und eventuell sogar eine Mitgliedschaft anstrebst.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

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