Das Wichtigste im Überblick
- Die Rückzahlung von Schulden zum Vermögensaufbau (Wohnungseigentum, Investition in einen eigenen Betrieb) sollte gut durchdacht sein und in Relation zum Einkommen stehen.
- Konsumschulden sollten möglichst vermieden werden.
- Wer feststellt, dass er seine Schulden nur mehr durch neue Schulden begleichen kann, sollte umgehend Hilfe bei Schuldnerberatungsstellen suchen.
- Für den Ernstfall sollte mit finanziellen Rücklagen und Versicherungen vorgesorgt werden.
Ab wann gilt man als überschuldet?
Solange Sie zwar Schulden zu tilgen haben, die Raten aber pünktlich bezahlen können, sind Sie zwar verschuldet, aber immer noch in der Lage, Ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Mit der Situation, Schulden abzuzahlen, werden die meisten von uns im Laufe des Lebens einmal konfrontiert sein, sei es zum Hausbauen, Eigentumserwerb oder auch nur für ein neues Auto.
Problematisch wird es allerdings, wenn Sie nach Abzug der Fixkosten wie Miete und Strom Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können und neue Schulden nötig sind, um die alten zu begleichen. In diesem Fall spricht man von Überschuldung. An diesem Punkt ist rasches Handeln notwendig, um die Schuldenspirale wieder verlassen zu können.
Die häufigsten Ursachen für Schulden
Häufig liegt eine Überschuldung am sorglosen und zu entspannten Umgang mit Geld. Selbstverständlich gibt es aber auch Gründe für Schulden, die ohne eigenes Zutun entstehen und dafür sorgen, dass jemand unverschuldet in die Schuldenfalle tappt.
- Arbeitslosigkeit/gescheiterte Selbstständigkeit:
Der Verlust des Jobs und der damit einhergehende Verlust der finanziellen Sicherheit trotz weiterhin bestehender Verpflichtungen ist das Horrorszenario schlechthin und kann aus heiterem Himmel eintreffen.
- Längere Krankheit/Erwerbsunfähigkeit:
Wer aufgrund von schwerer Krankheit längere Zeit im Beruf ausfällt bzw. deutlich früher in Pension gehen muss als geplant, hat plötzlich ein viel kleineres Einkommen zur Verfügung als vorher. Oftmals kommen auch noch zusätzliche Kosten für Therapien, Medikamente und sonstige Hilfsmittel hinzu, die von der Krankenkasse nicht oder nur teilweise bezahlt werden.
- Trennung, Scheidung:
Unterhaltszahlungen für Expartner:innen und gemeinsame Kinder, eine Menge Neuanschaffungen und gemeinsame Zahlungsverpflichtungen machen eine Trennung bzw. Scheidung oftmals zum finanziellen Balanceakt.
- Schlechter Umgang mit Geld:
Wer als Kind nicht gelernt hat, ein eigenes kleines Budget zu verwalten, läuft Gefahr, sobald eigenes Geld zur Verfügung steht, konsummäßig zu eskalieren und den Überblick über die eigenen Finanzen zu verlieren.
Die besten Tipps, um Schulden zu vermeiden
Ein Schicksalsschlag wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit kann jeden aus heiterem Himmel ereilen und ungeahnte finanzielle Folgen mit sich ziehen. Für diese Fälle ist eine richtige Vorsorge wichtig.
Generell ist der wichtigste Punkt zur Schuldenvermeidung, nie mehr Geld auszugeben, als man hat. Weitere Tipps zur Schuldenvermeidung:
- Kontoüberziehung vermeiden
- überflüssige Kredite vermeiden
- Vorsicht bei Zahlungsanbietern wie Klarna und Co.
- Vorsorgen mit Versicherungen
- Ausgaben mit Haushaltsbuch oder Spar-App kontrollieren
- Bargeldzahlungen bevorzugen
- finanzielle Rücklagen bilden
- Zahlungsfristen beachten
Kontoüberziehung vermeiden
Der Überziehungsrahmen eines Girokontos ist zur Überbrückung von sehr kurzfristigen finanziellen Engpässen gedacht, beispielsweise bis das nächste Gehalt ausbezahlt wird. Dafür fallen in der Regel hohe Zinsen an. Wenn Sie Geld für eine größere Anschaffung benötigen, sprechen Sie mit Ihrem Finanzdienstleister über alternative Finanzierungsmöglichkeiten.
Überflüssige Kredite vermeiden
Es gibt Situationen im Leben, wo sich die Aufnahme eines Kredits nicht vermeiden lässt, meistens in Zusammenhang mit Wohnen, Mobilität oder der eigenen Firma. Es sollte aber nicht zur Gewohnheit werden, für Urlaube, Luxusgüter und sonstigen Konsum Kredite aufzunehmen, sondern dafür das Geld auszugeben, das zur Verfügung steht, oder darauf zu verzichten, bis es leistbar ist.
Vorsicht bei Zahlungsanbietern wie Klarna und Co.
Jetzt shoppen und Wochen, sogar Monate später bezahlen, klingt überaus verlockend. Es ist auch kein Problem, diese Vorteile ab und zu zu nutzen. Wer jedoch regelmäßig beim Onlineshoppen über die Stränge schlägt und als Zahlungsmethode Klarna wählt, wird rasch einen großen, unübersichtlichen Schuldenberg aufgebaut haben. Diese Schulden abzubauen, fällt meistens schwer, vor allem fallen dann auch Zinsen an.
Vorsorgen mit Versicherungen
Gescheiterte Selbstständigkeit ist ein häufiger Grund für Verschuldung. Um dem vorzubeugen, sollten Sie sich über notwendige Versicherungen informieren, die im Falle einer Erwerbsunfähigkeit bzw. eines Schadenfalls greifen und Sie vor dem finanziellen Ruin bewahren. Auch als Privatperson sind eine Haftpflichtversicherung und eine Haushaltsversicherung unbedingt zu empfehlen.
Ausgaben mit Haushaltsbuch oder Spar-App kontrollieren
Heutzutage stehen uns mit Kreditkarte, Debitkarte, Zahlungsdienstleistern etc. viele Möglichkeiten offen, wo unser Geld hin verschwinden kann. Ein guter Überblick über die persönlichen Einnahmen und Ausgaben ist daher unabdingbar. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen regelmäßig zu kontrollieren. Um das Finanzmanagement zu erleichtern, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Analog ist immer noch das gute alte Haushaltsbuch zu empfehlen, das inzwischen auch in digitaler Form für PC und Smartphones als Spar-App erhältlich ist.
Bargeldzahlungen bevorzugen
Wem es schwerfällt, sich beim Geldausgeben auf das zu beschränken, was zur Verfügung steht, der sollte möglichst mit Bargeld bezahlen. So kann man auf dem Girokonto nicht versehentlich ins Minus rutschen und auch nicht die Kreditkarte überstrapazieren.
Finanzielle Rücklagen bilden
Es klingt manchmal einfacher, als es ist, in einer Situation mit wenig Einkommen Rücklagen zu bilden. Dennoch sollte es bei Sonderzahlungen und Prämien wichtiger sein, etwas Geld beiseitezulegen, als beispielsweise eine ausgedehnte Urlaubsreise zu machen. Sonst führen Dinge wie ein kaputtes Haushaltsgerät, eine Stromnachzahlung oder Autoreparatur rasch zu einem unstemmbaren finanziellen Fiasko.
Zahlungsfristen beachten
Wenn Rechnungen nicht innerhalb der gesetzten Frist bezahlt werden, fallen Mahnspesen, Verzugszinsen etc. an, irgendwann kommt es zum gerichtlichen Mahnverfahren mit Exekution. Falls Sie eine Rechnung nicht fristgerecht bezahlen können, setzen Sie sich umgehend mit Ihrem Gläubiger in Verbindung und versuchen Sie, eine Lösung wie zum Beispiel Teilzahlungen zu finden.