Tatsächlich kann es für Senior:innen schwieriger sein, eine Kreditkarte zu bekommen, wenn sie zwar über ein stabiles, aber im Vergleich zu Berufstätigen geringes Einkommen verfügen. Einzig das fortgeschrittene Alter sollte jedoch kein Grund für die Ablehnung der Beantragung einer Kreditkarte sein.
Kann ich als Pensionist:in eine Kreditkarte beantragen?
Eigentlich möchte man glauben, dass ein fixes Einkommen durch die Pension, abbezahlte Schulden und eventuell vorhandenes Wohnungseigentum als Sicherstellung perfekte Voraussetzungen für den Erwerb einer Kreditkarte darstellen. Leider sieht die Realität für Menschen über 65 Jahre in Österreich oftmals anders aus. Immer wieder kommt es vor, dass ab dem Eintritt ins Pensionsalter abgelaufene Kreditkarten nicht verlängert oder Neuanträge negativ bewertet werden.
Während einer der Gründe ein zwar regelmäßiges, aber geringes Einkommen durch niedrige Pensionszahlungen ist, scheint ein weiteres Problem das fortgeschrittene Alter der Generation 70 plus zu sein.
Voraussetzungen für Pensionist:innen, eine Kreditkarte zu bekommen
Grundsätzlich gelten für Pensionist:innen keine anderen Anforderungen wie für jede andere Personengruppe bei der Beantragung einer Kreditkarte in Österreich:
- Volljährigkeit
- Hauptwohnsitz in Österreich
- Bankverbindung in Österreich oder im SEPA-Raum
- regelmäßiges Monats-/Jahreseinkommen, was im Ruhestand in der Regel der Pensionszahlung entspricht, die erforderliche Höhe ist abhängig vom gewünschten Kartentyp (hier können auch Mieteinnahmen oder Kapitalerträge angerechnet werden)
Bevor der Kreditkartenanbieter einen Antrag auf Ausstellung einer Kreditkarte positiv bewertet, wird eine Auskunft vom Kreditschutzverband eingeholt. Der KSV ist das österreichische Pendant zur Schufa, hier werden jegliche Schulden, Informationen über die Zahlungsmoral, Unternehmensbeteiligungen, Inkassofälle, Insolvenzen etc. gespeichert.
Gibt es hier keine relevanten Einträge über den:die Antragsteller:in, steht auch dem Ausstellen einer Kreditkarte normalerweise nichts im Weg.
Welche Arten von Kreditkarten gibt es für Senior:innen?
Eine spezielle Kreditkarte für Pensionist:innen gibt es (derzeit) nicht. Auch für Senior:innen steht selbstverständlich das gesamte Portfolio der AMEX-Karten zur Verfügung. Allerdings unterscheidet man neben der „klassischen“ Kreditkarte auch noch weitere Kartentypen, die sich hauptsächlich in der Art der Abrechnung unterscheiden. Welche davon für den Ruhestand geeignet sind, verdient eine individuelle Beurteilung:
Charge-Karte: Dabei handelt es sich um den in Österreich am häufigsten eingesetzten, klassischen Kartentyp, dem auch die Kreditkarten von AMEX angehören. Mit dieser Karte können on- und offline Waren und Dienstleistungen bezahlt werden, außerdem kann die Karte zur Bargeldbehebung genutzt werden. Die Kreditkartenabrechnung erfolgt im darauffolgenden Monat und wird zum Fälligkeitsdatum zur Gänze bezahlt.
Revolving-Karte: Die Art der Verwendung ist völlig identisch mit der Charge-Karte, allerdings wird die Abrechnung nicht im Ganzen sofort beglichen, sondern lediglich ein Teil davon und der Rest in Raten abbezahlt, für die auch Zinsen anfallen.
Prepaid-Kreditkarte: Diese Karte funktioniert auf Guthabenbasis und kann so lange verwendet werden, bis das zuvor aufgeladene Guthaben verbraucht ist. Jegliche Transaktionen werden immer sofort abgebucht. Prepaid-Karten können wie Kreditkarten eingesetzt werden, sie werden jedoch nicht überall gleich akzeptiert. Als Sicherstellung in Hotels und bei Mietwagenfirmen ist dieser Kartentyp nur bedingt geeignet.
Debit-Karten gibt es in Verbindung mit einem Girokonto. Da zur Auszahlung der Pension ein solches notwendig ist, verfügen die meisten Senior:innen in Österreich auch über eine Debit-Karte. Auch mit Debit-Karten kann on- und offline bezahlt werden, allerdings wird das Girokonto umgehend mit den Transaktionen belastet.
Virtuelle Kreditkarten dienen dazu, das Online–Shopping besonders sicher zu gestalten. Sie funktionieren wie Prepaid-Karten, das heißt auf Guthabenbasis, aber sie existieren nicht physisch, sondern die Daten sind digital hinterlegt.
Vor- und Nachteile von Kreditkarten für Pensionist:innen
Trotz der Tatsache, dass die Beantragung einer Kreditkarte für Senior:innen schwieriger sein kann, sprechen viele Vorteile dafür, wie die folgende Tabelle zeigt:
| Vorteile | Nachteile |
| Flexibilität bei Zahlungen durch Abrechnung im Folgemonat | Gebühren und Kosten |
| International einsetzbar | Gewisse Einkommenshöhe ist Voraussetzung |
| Zusatzleistungen in Form von Reise- und Einkaufsversicherungen etc. | Gefahr, den Überblick über die Ausgaben zu verlieren (vor allem bei Revolving-Karten) |
| Prämien und Bonusprogramme wie Membership Rewards® von AMEX | Für Senior:innen ohne jegliche Internetkenntnisse können manche Transaktionen und Services schwierig nachzuvollziehen sein |
| Einfache Handhabung und Bedienbarkeit | |
| Guter Kundenservice, falls Fragen auftauchen | |
| Sicheres Zahlungsmittel |
Tipps für die sichere Handhabung der Kreditkarte in der Pension
- Achten Sie bei der Höhe des Verfügerrahmens auf die Balance zwischen finanzieller Sicherheit und Flexibilität.
- Vermeiden Sie es, das Konto zu überziehen.
- Vergleichen Sie bei der Wahl der Kreditkarte die anfallenden Kosten und Gebühren.
- Wählen Sie Kreditkarten mit Bonusprogrammen und Zusatzleistungen, von denen Sie profitieren können; die AMEX Gold-Karte bietet beispielsweise ein komplettes Reiseversicherungsschutzpaket für Sie und Ihre Angehörigen.
- Nutzen Sie die Leistungen des Kundenservices wie der AMEX-Hotline bei Fragen.
Wie beantrage ich als Pensionist:in eine Kreditkarte?
Schritt 1: Recherchieren und vergleichen, welche Kreditkarte am besten zu den persönlichen Bedürfnissen passt.
Schritt 2: Antragsformular ausfüllen, das kann online, persönlich in der Filiale des Zahlungsdienstleisters oder per Post erfolgen.
Schritt 3: Außer dem Antragsformular ist ein Identitätsnachweis per Post- oder Videoident-Verfahren notwendig sowie Nachweise über die Höhe des Einkommens.
Schritt 4: Nach der positiven Erledigung des Antrags erhalten Sie in Kürze die Kreditkarte per Post und können diese aktivieren, das funktioniert je nach Anbieter über die Bank-App, per Telefon oder SMS oder persönlich in der Filiale.
Schritt 5: Nun ist die Kreditkarte für Transaktionen einsatzbereit.
Unser Fazit zu Kreditkarten für Rentner:innen
Ab dem Pensionseintrittsalter kann es mitunter schwieriger sein, eine Kreditkarte zu erhalten. Dennoch ist es bei Schuldenfreiheit, guter Zahlungsmoral und regelmäßigem Einkommen möglich und häufig durch die vielen Vorteile auch sinnvoll, vor allem, wenn gerne Reisen unternommen werden. Bei zu geringem Einkommen stellen Prepaid-Karten oder Debit-Karten eine mögliche Alternative dar.