Was ist die biometrische Authentifizierung?
Biometrische Verfahren nutzen einzigartige biologische Merkmale, um eine Person zu identifizieren. Passwörter können von jeder beliebigen Person eingegeben werden, die Kenntnis davon hat, durch biometrische Authentifizierung wird nur Ihnen Zugang zu schützenswerten Daten gewährt.
Zu den wichtigsten und bekanntesten Methoden zählen wie folgt:
- Fingerabdruck-Mapping: Dies kommt zum Einsatz, wenn wir unser Smartphone, Tablet, den Laptop oder auch das Auto per Fingerabdruck entsperren möchten. Dabei werden die Hautrillen unseres Fingers mittels Fingerabdrucksensor gescannt und uns zugeordnet.
- Gesichtserkennungssysteme: Hierbei wird das Gesicht einer Person gescannt und mit zuvor gespeicherten Gesichtsbildern verglichen. Bei Übereinstimmung der individuellen Merkmale ist die Person identifiziert.
- Retina-Scans: Diese Methode gilt als besonders zuverlässig und fälschungssicher, sie kommt zum Einsatz, wo besonders hohe Sicherheitsanforderungen gelten. Die Retina ist ein Teil der Netzhaut des menschlichen Auges, bei der Überprüfung muss sich die Person rund 15 Sekunden auf einen bestimmten Punkt konzentrieren.
- Spracherkennung: Zur Identifikation werden im Vorfeld ein oder mehrere gesprochene Wörter der Person aufgezeichnet. Zur Überprüfung müssen diese Wörter wiederholt werden, das System vergleicht das individuelle Schallwellenmuster mit der aufgezeichneten Probe.
- Handflächen-Biometrie: Ähnlich wie Retina-Scans ist auch die Handflächen-Biometrie höchst fälschungssicher. Dabei wird die Handfläche an einen Nahinfrarotsensor gehalten, der das Venenmuster unter der Haut der Handfläche scannt und mit gespeicherten Referenzmustern vergleicht. Sind besondere Sicherheitsvorkehrungen notwendig, können auch mehrere biometrische Merkmale überprüft werden, dann handelt es sich um multimodale biometrische Authentifizierung.
- Gangerkennung: Das charakteristische Gangbild eines Menschen kann mittels Gangerkennung aufgezeichnet und identifiziert werden. Für diese Methode werden optische Sensoren, Bodensensoren und/oder tragbare Sensoren eingesetzt.
- Unterschrift: Dabei handelt es sich wohl um eine der am längsten bekannten Methoden der biometrischen Authentifizierung. Doch während früher nur auf das Unterschriftenbild geachtet wurde, spielen heute auch Schreibgeschwindigkeit, Andruckstärke, Abfolge und Pausen eine Rolle, um die unterschreibende Person eindeutig zu identifizieren.
Wie funktioniert die biometrische Authentifizierung?
Grundsätzlich kann jede körperliche oder verhaltensbedingte Eigenschaft als biometrisches Merkmal verwendet werden, wenn folgende Kriterien zutreffend sind:
- Das individuelle Merkmal ist nur einer einzigen Person zuzuordnen.
- Alle Personen besitzen grundsätzlich dieses Merkmal.
- Das Merkmal kann elektronisch erfasst werden.
- Das Merkmal bleibt konstant, bzw. verändert sich nicht allzu schnell.
Dieses Merkmal muss von einem Scanner erfasst und in einen Datensatz (Template) umgewandelt werden und wird in einer Datenbank gespeichert. Bei der nächsten Überprüfung der Identität wird das Merkmal erneut erfasst und die generierte Zahlenfolge an die Datenbank gesendet, um nach Übereinstimmungen zu suchen.
Anwendungsfälle der biometrischen Authentifizierung
Eine biometrische Überprüfung wird überall dort eingesetzt, wo es notwendig ist, Gewissheit über die Identität einer Person zu haben. Biometrische Merkmale werden beispielsweise auf Militärbasen, in Kernkraftwerken, aber auch von Regierungsbehörden oder globalen Finanzinstituten eingesetzt. An Flughäfen oder bei Grenzkontrollen werden Gesichtserkennung oder Fingerabdruckanalyse zur Sicherheitskontrolle eingesetzt.
Unternehmen sichern besonders schützenswerte Dokumente durch biometrische Authentifizierung.
Auch Sie selbst verwenden möglicherweise Ihren Fingerabdruck, um Ihr Smartphone, Ihr Tablet oder Ihren Laptop zu entsperren.
Banken und Kreditinstitute arbeiten ebenfalls mit biometrischer Authentifizierung, beispielsweise können Sie Ihr Kundenkonto bei AMEX mittels Fingerabdruck schützen. Eine Transaktion mit der AMEX-Karte wird mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung bestätigt. Das bedeutet, ein Faktor wird durch das „Haben“ erfüllt, nämlich indem Sie im Besitz der Kreditkarte sind, und ein weiterer durch das „Wissen“, indem beispielsweise ein Teil der PIN bei der Zahlung eingegeben werden muss. Möglich ist auch die Zusendung eines Codes auf das Smartphone, der eingegeben werden muss, damit die Zahlung akzeptiert wird.
Bei Apple Pay oder Google Pay sind auch biometrische Zahlungen möglich, das bedeutet, dass die zugehörige Kreditkarte virtuell in der Wallet hinterlegt ist. Auch bei manchen Onlinebanking-Systemen können Zahlungen mittels Fingerabdruck oder Gesichtserkennung auf dem Smartphone freigegeben werden.
Vor- und Nachteile der biometrischen Authentifizierung
Erhöhte Sicherheit zählt bestimmt zu den größten Vorteilen der biometrischen Authentifizierung.
- Spezifische biologische Merkmale sind schwer zu fälschen.
- Es müssen keine umständlichen Passwortkombinationen mehr gemerkt werden.
- Wenn das Verfahren gut funktioniert, erfolgt der Login/Zugang etc. reibungslos, unkompliziert und schnell.
Nichtsdestotrotz gibt es auch Nachteile der biometrischen Authentifizierung:
- Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen sind Hackerangriffe möglich.
- Bei manchen Fingerabdruck-Scannern reichen teilweise Übereinstimmungen, um eine Entsperrung zu ermöglichen.
- Es kann zu Problemen im System kommen, wenn sich der Fingerabdruck z. B. durch eine Verletzung verändert, die Stimme durch Erkältung anders klingt oder die Person durch eine neue Brille/andere Frisur verändert aussieht.
Welche Bedeutung die Sammlung einer Vielzahl biometrischer Kennzeichen ohne Zustimmung (z. B. in Einkaufszentren, auf Flughäfen) für den Datenschutz bedeutet, ist außerdem fraglich. Das Recht auf das eigene Bild sollte weiterhin erhalten bleiben und nicht zur Speicherung für die Regierung zur Verfügung gestellt werden, argumentieren viele. Zudem stellt sich die Frage, was passiert, wenn einer dieser riesigen Speicher einem Hackerangriff zum Opfer fällt.