Ein Mann auf einer Terrasse tippt mit einer Hand auf einem aufgeklappten Laptop auf dem Tisch vor ihm, in der anderen Hand hält er eine Tasse. © Oleh_Slobodeniuk/iStock
Eine Workation kann viele Vorteile haben, sollte aber gut geplant sein.

Workation: Vor- und Nachteile flexibler Arbeitszeiten auf Reisen

Die Mittagspause verlängern und vor dem Meeting noch eine Runde im Atlantik surfen? Mit flexiblen Arbeitszeiten auf Reisen wird dieses Szenario Realität. Doch so attraktiv das Modell Workation klingt: Neben Vorteilen bringt es auch organisatorische und rechtliche Herausforderungen mit sich. Worauf Arbeitgeber achten sollten, um mögliche Nachteile zu vermeiden, erfährst du hier.

Alles Wichtige auf einen Blick

Flexible Arbeitszeiten bieten sowohl Vor- als auch Nachteile für Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber. Zu den größten Vorteilen zählen eine bessere Work-Life-Balance, höhere Zufriedenheit und Motivation durch mehr Eigenverantwortung sowie weniger Stress durch flexible Pendelzeiten.  

Demgegenüber stehen Nachteile wie verschwimmende Grenzen zwischen Beruf und Privatleben, erschwerte Teamabsprachen sowie ein höherer Organisationsaufwand für Arbeitgeber. Im Kontext von Workation kommen rechtliche Anforderungen zu Sozialversicherung, Steuern und Arbeitsrecht hinzu, für die Unternehmen verantwortlich bleiben. 

Workation verbindet Arbeit, Reise und flexible Arbeitszeiten

Workation beschreibt eine Arbeitsform, bei der Arbeitnehmer:innen von einem Urlaubsort aus arbeiten. Über Tage, Wochen oder Monate. Die Grundlage fürs Arbeiten unabhängig von Zeitzonen bilden flexible Arbeitszeiten.

Vor allem jüngere Mitarbeiter:innen schätzen diese Flexibilität, weshalb immer mehr Unternehmen Workation im Wettbewerb um Fachkräfte anbieten. Vor der Einführung lohnt sich jedoch ein genauer Blick auf Chancen und Herausforderungen, für Mitarbeitende und für Unternehmen.

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Vor- und Nachteile flexibler Arbeitszeiten für Angestellte

Flexible Arbeitszeiten geben Beschäftigten mehr Freiheit bei der Gestaltung ihres Arbeitsalltags. Sie erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und schaffen die Voraussetzungen für ortsunabhängige Arbeitsmodelle wie Workation. Die größere zeitliche und räumliche Flexibilität sowie weniger Pendelzeit können zu einer höheren Zufriedenheit und Motivation führen. 

Die Möglichkeit, Beruf und Reisen besser miteinander zu verbinden, bringt mehr Abwechslung im Arbeitsalltag. Wer zeitweise von einem anderen Ort aus, also in einer inspirierenden Umgebung arbeitet, bekommt möglicherweise neue Impulse für Kreativität und Problemlösung.  

Herausforderungen für Mitarbeitende

Zu den Nachteilen von flexiblen Arbeitszeiten gehören vor allem die steigenden Anforderungen an Selbstorganisation und Zeitmanagement. Zudem verschwimmen Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, der persönliche Austausch mit Kolleg:innen ist eingeschränkt. Und die Erreichbarkeit über verschiedene Zeitzonen hinweg kann sich schwierig gestalten. 

Damit flexible Arbeitszeiten und Workation langfristig funktionieren, brauchen Mitarbeitende klare Absprachen mit ihrem Arbeitgeber. Transparente Regeln zu Arbeitszeiten, Erreichbarkeit und Verantwortlichkeiten schaffen Sicherheit für beide Seiten. 

Eine Frau sitzt in einem Raum mit gedämpfter Beleuchtung an einem Schreibtisch vor einem aufgeklappten Laptop und tippt auf der Tastatur. © Pekic/iStock
Auch wenn Angestellte sich in einer Workation in einer anderen Zeitzone befinden, sollten sie stets für die Kolleg:innen erreichbar sein.

Vor- und Nachteile flexibler Arbeitszeiten für Unternehmen

Mit flexiblen Arbeitszeiten können Firmen sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren, die Arbeitgebermarke und das Employer Branding verbessern. Das erleichtert die Gewinnung von Fachkräften und führt häufig zu motivierteren und produktiveren Mitarbeitenden. Zudem können Büro- und Infrastrukturkosten durch ortsunabhängiges Arbeiten geringer ausfallen. 

Flexible Arbeitszeiten bringen jedoch organisatorischen Mehraufwand mit sich: Arbeitszeitrechtlicher Vorgaben wie Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten, auch bei Zeitverschiebung, müssen beachtet werden. Und ein höherer Abstimmungs- und Koordinationsaufwand in verteilten Teams wird nötig. 

Der Führungsstil muss an Remote Leadership angepasst werden. Zudem wird es für Arbeitgeber, wenn ihre Angestellten in einer anderen Stadt oder in einem anderen Land arbeiten, schwieriger, Arbeitsabläufe und Erreichbarkeit nachzuvollziehen. 

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Arbeitsrechtliche Anforderungen bei flexiblem Arbeiten in Workations

Workation ist im deutschen Arbeitsrecht bislang nicht gesetzlich definiert. Unternehmen sollten deshalb klare Regelungen im Arbeits- oder Zusatzvertrag festlegen. Das schafft Rechtssicherheit und erleichtert den Umgang mit künftigen rechtlichen Entwicklungen. 

Findet die Workation im Ausland statt, kommen weitere rechtliche Anforderungen hinzu. Dazu gehören insbesondere: 

  • Arbeitszeit- und Arbeitsschutzvorgaben 
  • Datenschutz und IT-Sicherheit 
  • Sozialversicherung 
  • Steuerrechtliche Fragen 
  • Aufenthalts- und abeitsrechtliche Angelegenheiten 

Nice to know: Für die Einhaltung dieser Vorgaben ist der Arbeitgeber verantwortlich, unabhängig davon, ob die Initiative für die Workation vom Unternehmen oder von den Beschäftigten ausgeht. 

Risiken für Beschäftigte und Firmen bei unangemeldeter Workation

Bei sogenannten Hush Trips arbeiten Mitarbeitende ohne Wissen oder Zustimmung ihres Arbeitgebers aus dem Ausland und verschleiern ihren tatsächlichen Aufenthaltsort bewusst, zum Beispiel durch angepasste Videokonferenzhintergründe. Das kann rechtliche Konsequenzen haben.

Die Folgen für Beschäftigte: Eine heimliche Workation kann gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen, vor allem wenn der Arbeitsort im Vertrag eindeutig festgelegt ist. Je nach Schwere des Verstoßes kann es sogar zu einer Abmahnung oder gar einer Kündigung kommen. 

Arbeiten Beschäftigte aus dem Ausland, ohne dass die rechtlichen Bedingungen erfüllt sind, drohen Unternehmen finanzielle Strafen, etwa durch fehlende Nachweise wie die A1-Bescheinigung. Sie belegt gegenüber Behörden im Ausland, dass die Sozialversicherung weiterhin in Deutschland besteht.  

Konsequenzen bei Missachtung der Vorhaben können auch sein, dass zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge im Beschäftigungsland oder Bußgelder wegen fehlender Meldungen oder Genehmigungen sowie steuerliche Nachzahlungen anfallen. 

Zwei Personen sitzen sich an einem Bürotisch gegenüber, im Hintergrund eine große Fensterfront und mehrstöckige Gebäude. © AzmanL/iStock
Damit die Rahmenbedingungen für eine Workation stimmen, sollten sich Angestellte und Arbeitgeber vorab abstimmen.

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7 Tipps zum Einführen von Workation im Unternehmen

Wenn du in deinem Unternehmen Workation einführen möchtest, gibt es einiges zu beachten. Wir geben ein paar Tipps: 

1. Verbindliche Workation-Richtlinie entwickeln: Lege fest, unter welchen Voraussetzungen Workation möglich ist. Die Richtlinie sollte unter anderem zulässige Länder und Aufenthaltsdauer, den Genehmigungsprozess, Erreichbarkeit und Kernarbeitszeiten sowie Dokumentations- und Meldepflichten regeln. 

2. Rechtliche Voraussetzungen prüfen: Vor jeder Workation sollten Arbeitgeber klären, ob arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Vorgaben erfüllt sind. Je nach Zielland können außerdem Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnisse sowie eine A1-Bescheinigung erforderlich sein. 

3. Arbeitszeiten transparent vereinbaren: Zeitzonen und individuelle Arbeitsrhythmen erfordern klare Absprachen, sollten so gut es geht mit Teamprozessen vereinbart werden. Daher solltest du feste Erreichbarkeitszeiten, Kommunikationswege und Erwartungen an die Zusammenarbeit festlegen. 

4. Datenschutz und IT-Sicherheit gewährleisten: Damit sensible Unternehmensdaten geschützt bleiben, sollten Beschäftigte ausschließlich über sichere Systeme arbeiten. Dazu gehören VPN-Verbindungen, verschlüsselte Endgeräte und verbindliche Regeln für den Umgang mit vertraulichen Informationen. 

5. Zuständigkeiten im Unternehmen definieren: Die organisatorische Vorbereitung einer Workation betrifft häufig mehrere Unternehmensbereiche, von der Personalabteilung über die Lohnbuchhaltung bis hin zur IT. Deshalb solltest du frühzeitig festlegen, wer Anträge genehmigt, rechtliche Vorgaben prüft und den technischen Zugang bereitstellt.  

6. Mitarbeitende frühzeitig informieren: Beschäftigte sollten wissen, welche rechtlichen und organisatorischen Anforderungen für eine Workation gelten. Das schafft Planungssicherheit und hilft, unerlaubte Auslandsaufenthalte zu vermeiden. 

7. Mit einer Pilotphase starten: Bevor Workation flächendeckend eingeführt wird, empfiehlt sich ein Test, die Abläufe könnten durchgespielt werden. So können Unternehmen Prozesse optimieren, Erfahrungen sammeln und ihre Richtlinien an die Praxis anpassen. 

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Flexible Arbeitszeiten: Die Chancen nutzen

Flexible Arbeitszeiten und Workation bieten Unternehmen und Mitarbeitenden gleichermaßen Chancen. Damit sie langfristig funktionieren, braucht es jedoch mehr als technische Möglichkeiten fürs Mobile Office: Klare Vereinbarungen, transparente Prozesse und die frühzeitige Klärung rechtlicher Fragen schaffen die Grundlage für Digital Nomads.  

Und noch ein Tipp: Mit dem Premium-Versicherungspaket der American Express Business Platinum Card oder Gold Card sind du und dein Team bestens abgesichert. Von der Auslandskrankenversicherung bis zur Reiseabbruch- und Reiserücktrittskosten-Versicherung – wähle die passende Karte für mehr Sicherheit auf deinen Dienstreisen.* 

FAQ: Häufige Fragen und Antworten

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
Erfahre hier mehr zu den Bedingungen.
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