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Die Zukunft am Finger: Das können smarte Ringe

Ein Smart Ring am Mittelfinger einer Hand, die einen Trolley hält
Nina Nestler
Tragen wir das Tor zur digitalen Welt in Zukunft am Finger? Smarte Ringe könnten die Smartwatch schon bald verdrängen. Denn vieles, was die intelligente Uhr kann, haben auch die Hightech-Schmuckstücke zu bieten. Und die Bedienung geht im wahrsten Sinne des Wortes im Handumdrehen. Zeit für einen genaueren Blick auf unser neues Lieblingsgadget.
  1. Wunderdinger am Finger: Das alles steckt in einem Smart Ring
  2. Smarte Ringe und ihre Funktionen: Das alles gibt es schon
  3. Mit diesen Vorteilen punkten smarte Ringe gegenüber der Smartwatch
  4. Smart Ring von Apple: Kommt bald ein iRing?
  5. Nach dem smarten Ring ist vor dem noch smarteren Ring

Ein Mann geht zu seinem Wagen. Er hält kurz seinen gekrümmten Ringfinger daran – und steigt ein. Beim Anlassen dasselbe Szenario: Kein Herumhantieren mit einem Schlüssel oder Smartphone, kein Einstecken einer Karte, nicht einmal ein Druck auf den Startknopf. Eine kurze Handbewegung über der Mittelkonsole und zack: Schon springt der Motor an. So sehen nicht nur Tesla-Videos aus. Verschiedene Hersteller bieten bereits smarte Ringe an, mit denen sich das passende Auto entriegeln und starten lässt.

Aber auch andere Branchen haben die intelligente Technik längst für sich entdeckt und basteln fleißig an Einsatzmöglichkeiten. Und so kommen immer mehr “Smart Rings” mit immer mehr Funktionen auf den Markt. Im Leistungsumfang nähern sie sich dabei immer weiter ihrer großen Schwester, der Smartwatch, an. Nur dass ein Ring kleiner und unscheinbarer ist und ohne Tippen auskommt.

Wunderdinger am Finger: Das alles steckt in einem Smart Ring

Vor allem bei zwei Einsätzen kommen die kleinen Ringe groß raus. Zum einen dienen sie als eine Art „Ausweis“, indem sie ein Signal aussenden, das den:die Träger:in identifiziert. Dann öffnet sich nicht nur die Autotür, sondern zum Beispiel auch die Haustür. Und auch das kontaktlose Bezahlen wird damit möglich.

Zum anderen bekommen sie – so nah am Körper – eine Menge vom Gesundheitszustand der Träger:innen mit. Und können unermüdlich Werte messen. Mithilfe dieser Daten steigern Fitnessfreaks zum Beispiel die Effektivität ihres Work-outs. Gestresste Businessmanager:innen prüfen damit, ob sie erholsam schlafen und der Blutdruck keine allzu großen Ausreißer zeigt. Für solche Dienste muss der Ring allerdings mit einem Smartphone gekoppelt werden. Das liefert die nötige Rechenpower und beherbergt die passenden Apps. Außerdem sind nur hier die Werte ablesbar, denn die meisten smarten Ringe besitzen kein eigenes Display.

Ein Mann mit einem Oura-Ring am Finger trainiert Yoga.

Die vielen Funktionen zeigen: Trotz ihrer geringen Größe enthalten Smart Rings erstaunlich viel Technik. Für gewöhnlich finden ein optischer Pulssensor, 3D-Beschleunigungsmesser, Gyroskop zur Bewegungserkennung und ein Körpertemperaturmesser in einem Smart Ring ihren Platz. Hinzu kommt der Bluetooth-Sensor für den Austausch mit dem Smartphone.

Und je nach gewünschter Funktionspalette gibt es noch einen NFC-Chip sowie Lautsprecher und Mikrofon obendrauf.

Smarte Ringe und ihre Funktionen: Das alles gibt es schon

Bislang beherrscht kein Modell sämtliche Funktionen, die ein smarter Ring zu bieten hat. Wer sich also seinen eigenen anstecken will, muss sich bei der Auswahl genau überlegen, was dieser leisten soll. Dies sind die gängigsten Funktionen – und die passenden Ringe:

 

Nerdpedia

Prinz Harry trug schon 2018 den smarten Ring von Oura. Mit einem Gewicht von vier bis sechs Gramm ist der schlaue Titanschmuck leichter als ein konventioneller Ring.

 

Mit diesen Vorteilen punkten smarte Ringe gegenüber der Smartwatch

Eine der großen Stärken der smarten Ringe ist die Akkulaufzeit. Denn ohne Display verbrauchen sie deutlich weniger Energie. Rund fünf Tage halten die Akkus im Schnitt durch, bevor es zurück auf die Ladestation geht. Den meisten Smartwatches geht schon nach rund einem Tag die Puste aus. Einige Ringe wie der Jakcom-R3F oder der Aeklys by Starck kommen sogar ganz ohne Nachladen aus. Neue Energie gibt es dann bei jedem NFC-Einsatz.
Natürlich ist ein Smart Ring, der was auf sich hält, wasserfest. Auch gegen Staubpartikel sind die Ringe gefeit.
Und last but not least machen die meisten smarten Ringe eine gute Figur am Finger. Metall oder Edelstahl, vergoldet oder versilbert, mit Logo, Schmuckstein oder blank: Für jeden Geschmack ist das passende Modell auf dem Markt zu finden. Sogar den wohl wichtigsten Ring des Lebens, mit dem der Bund der Ehe besiegelt wird, gibt es schon in smarter Version.
Der Nachteil des smarten Rings gegenüber der Smartwatch: Nicht jeder passt (zu) jedem oder jeder. Wie bei jedem anderen Ring auch müssen der Nutzer:innen den eigenen Fingerumfang kennen. Nicht, dass das runde Helferlein unbemerkt herunterrutscht. Auch als Geschenk ist er daher nicht uneingeschränkt geeignet.

Bezahlvorgang am Kartenlesegerät mit einem Smart Ring

Smart Ring von Apple: Kommt bald ein iRing?

Immer mehr Unternehmen und Start-ups bringen smarte Ringe auf den Markt, und ausgerechnet der Smartphone-Pionier und Smartwatch-Marktführer Apple ist nicht im Rennen? Noch nicht. Doch im Apple-Hauptquartier in Cupertino scheint man sich zumindest vorzubereiten. Darauf weisen Patente hin, die sich der Tech-Gigant schon einmal gesichert hat. Zum Beispiel für einen Ring, der sich mit smarten Geräten verbindet, wenn Nutzer:innen auf sie zeigen. Per Gestensteuerung ließe sich dann die Lautstärke des HomePods oder die Temperatur einer Heizung erhöhen.
Ein anderes Patent zeigt einen Ring, der über die Länge des Fingers „ausgefahren“ werden kann und auf der vergrößerten Oberfläche ein Display bietet. Auch über einen Touchscreen und ein Touchpad könnte der Apple-Ring verfügen. Noch aber ist ungewiss, ob und was Apple davon wirklich auf den Markt bringt – und ob der Technikgigant am Ende womöglich seine eigene Apple Watch verdrängt, so wie einst den iPod mit dem iPhone.

Nach dem smarten Ring ist vor dem noch smarteren Ring

An Fantasie mangelt es den Entwickler:innen auch außerhalb von Cupertino nicht. So könnten die smarten Ringe in Zukunft noch viel mehr möglich machen. Allerdings scheitern viele Pläne bisher an den Grenzen der Technik oder der nötigen Infrastruktur, etwa beim Einsatz von NFC. Aber kommt Zeit, kommt Vielfalt – mit Sicherheit. So werden wir in wenigen Jahren wohl mit einer kurzen Handbewegung ins Flugzeug einchecken, den Mietwagen reservieren oder per Fingerzeig die Artikel im Onlineshop auswählen. Und wer weiß, was die Hüter der Ringe noch alles austüfteln.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

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