
Unfallversicherung: Das sind die Leistungen
Bei elf Prozent der 6.300 Verkehrsunfälle, die die Polizei im Jahr 2021 pro Tag in Deutschland erfasste, wurden Menschen verletzt. Auch im Haushalt und beim Sport passieren täglich zig Unfälle. Diese haben oft körperliche und finanzielle Folgen. Unfallversicherungen können diese Folgekosten abfangen und für eine angemessene Behandlung sorgen. Wann Unfallversicherungen welche Leistungen bieten und für wen sich eine private Unfallversicherung lohnt, erfährst du hier.
Das Wichtigste aus diesem Artikel
- Was ist eine Unfallversicherung: Sie deckt Kosten ab, die durch einen Unfall entstehen, und zahlt bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit eine Unfallrente.
- Gesetzliche Unfallversicherung: Sie ist kostenlos und Pflicht für Angestellte, Auszubildende, Studierende und Schüler:innen. Sie greift nur bei Arbeitsunfällen und nicht in der Freizeit.
- Private Unfallversicherung: Sie ist für Nicht-Pflichtversicherte und für die Absicherung von Freizeitunfällen. Sie ist besonders empfehlenswert für Selbstständige, Freiberufler:innen, junge Aktive, Hausfrauen und -männer sowie Rentner:innen.
- Leistungen der privaten Unfallversicherung: Sie beinhalten eine einmalige Invaliditätsleistung, die vom Grad der gesundheitlichen Beeinträchtigung abhängt. Zusatzleistungen können Unfallrente, Krankenhaustagegeld, Übergangsleistung, Bergungskosten, Hinterbliebenenschutz und Kostenübernahme für kosmetische Operationen sein.
- Was zählt als Unfall: Ein Unfall ist ein Ereignis, das dich von außen, plötzlich und unfreiwillig trifft. Es gibt Fälle, in denen Unfallversicherungen nicht einspringen, wie zum Beispiel bei Ereignissen unter Alkoholeinfluss oder mit erhöhter Kraftanstrengung.
- Kosten einer privaten Unfallversicherung: Die Beiträge richten sich nach den inkludierten Leistungen und der Versicherungssumme und variieren zwischen fünf bis 30 Euro pro Monat.
Eine Unfallversicherung hilft dir, wenn du einen Unfall hattest: Sie deckt durch den Unfall entstehende Kosten ab, etwa Rehamaßnahmen. Solltest du durch den Unfall dauerhaft arbeitsunfähig werden, steht dir in der Regel eine Unfallrente zu.
Es gibt die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland, die bei Arbeitsunfällen greift: vor Ort sowie auf den Arbeitswegen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, freiwillig eine private Unfallversicherung abzuschließen.
Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine Pflichtversicherung. Alle Angestellten sind über ihre Arbeitgeber versichert. Das gilt auch für Azubis. Zudem sind Studierende über ihre Universität versichert, Schüler:innen über die Schule. Für die Versicherten ist die gesetzliche Unfallversicherung kostenlos.
Selbstständige und Freiberufler:innen sind in der Regel nicht pflichtversichert. Allerdings besteht eine gesetzliche Pflicht zur Unfallversicherung für Selbstständige, wenn sie als landwirtschaftliche Unternehmer:innen oder im Gesundheitswesen arbeiten, zum Beispiel Hebammen und Friseur:innen.
Wichtig zu wissen: Diese Unfallversicherung zahlt nur, wenn der Unfall am Arbeitsplatz oder in der Universität oder Schule passierte. Sie greift nicht, wenn sich pflichtversicherte Personen in ihrer Freizeit verletzen.
Quick-Info
Die gesetzliche Unfallversicherung greift auch für bestimmte Ehrenamtliche, zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr. Die Kosten für diese Versicherung trägt der Staat.
Nicht pflichtversicherte Personen oder jene, die sich für Unfälle in der Freizeit absichern möchten, können in Deutschland freiwillig eine private Unfallversicherung abschließen. Aber wann ist eine Unfallversicherung besonders sinnvoll?
Besonders empfehlenswert ist die private Unfallversicherung für Selbstständige und Freiberufler:innen, da sie nicht gesetzlich unfallversichert sind. So können sie sich vor eventuellen, aus einem Unfall resultierenden finanziellen Einbußen schützen.
Viele Unfälle passieren im Haushalt – aber Hausfrauen und -männer gehören ebenfalls nicht zu den gesetzlich Versicherten, genauso wie Rentner:innen. Manchmal kann sich eine private Unfallversicherung für die ganze Familie lohnen.
Eine private Unfallversicherung bietet sich auch für Leistungs- und Freizeitsportler:innen an, da sie of einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Tipp: Bei einigen Anbietern lässt sich eine kurzfristige Unfallversicherung für nur einen Monat abschließen – praktisch für Jugendreisen wie Klassenfahrten oder Zeltlager.
Eine gute Option ist beispielsweise die durch American Express® vermittelte Unfallversicherung von Chubb, die du um den Unfallschutz Sports Protect erweitern kannst. Er bietet dir einen umfassenden Schutz bei Sportverletzungen.*
Tritt ein Versicherungsfall ein, gehört zu den Leistungen der privaten Unfallversicherung eine einmalige Zahlung als Invaliditätsleistung. Sie fängt die finanziellen Folgen eines Unfalls auf, zum Beispiel, wenn das Auto behindertengerecht umgebaut werden muss.
Wie viel Geld die Versicherten erhalten, hängt vom Invaliditätsgrad ab – der Schwere der gesundheitlichen Beeinträchtigung. Dieser Grad wird anhand der sogenannten Gliedertaxe berechnet. Das sind Prozentwerte, die angesetzt werden, wenn die Versicherten entweder Gliedmaßen verloren haben oder nicht mehr normal nutzen können oder wenn ihre Sinnesorgane vollständig funktionsunfähig sind.
Die Invaliditätsleistung erhältst du in der Regel nur, wenn der Gesundheitsschaden länger als drei Jahre bestehen wird. Es gibt aber Tarife, die unabhängig von der voraussichtlichen Dauer ein Schmerzensgeld für bestimmte Unfallschäden zahlen, zum Beispiel für Knochenbrüche.
Good to know: Auch die von American Express vermittelte Unfallversicherung von Chubb zahlt Schmerzensgeld bei Knochenbrüchen.*
Abgesehen davon gibt es je nach Tarif zusätzliche Leistungen:
- Unfallrente: lebenslange monatliche Zahlungen, in der Regel nach sehr schwerwiegenden Unfällen und ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent
- Krankenhaustagegeld: Zahlungen für die Tage, die du wegen des Unfalls im Krankenhaus verbracht hast, in der Regel bis maximal zwei Jahre
- Übergangsleistung: Ausgleichszahlungen bis zu sechs Monate, wenn du bis zur Feststellung der Invaliditätsleistung wegen des Unfalls eine mindestens 50-prozentige Einschränkung im Berufsleben hast
- Bergungskosten: Übernahme der Kosten beispielsweise für eine Bergrettung oder den Transport ins nächste Krankenhaus
- Hinterbliebenenschutz: Auszahlung der Versicherungssumme an Hinterbliebene, wenn die versicherte Person innerhalb eines Jahres nach dem Unfall verstirbt
- Kosmetische Operationen: Übernahme der Kosten für kosmetische Eingriffe, wenn der Unfall das Erscheinungsbild stark beeinträchtigt hat
Unfallversicherungen zahlen nach Unfällen. Aber was wird dabei als Unfall gezählt – und was nicht? Ein Unfall ist im Sinne der Versicherer in der Regel ein Ereignis, das dich von außen, plötzlich und unfreiwillig trifft.
Es gibt jedoch eine Reihe von Fällen, in denen Unfallversicherungen nicht einspringen. Es lohnt sich, das Kleingedruckte aufmerksam zu lesen und vor allem auf Faktoren zu achten, die dich persönlich betreffen könnten. Einige Unfallursachen, die von den meisten Versicherungen nicht abgedeckt sind:
- Erhöhte Kraftanstrengung bei eigenen Bewegungen
- Drogen- oder Alkoholeinfluss
- Epileptischer Anfall oder Schlaganfall
- Infektionen, zum Beispiel aufgrund von Tollwut oder Zeckenbissen
War eine Vorerkrankung teilweise ursächlich für den Unfall, zahlen einige Unfallversicherungen weniger Leistungen. Und zwar je nachdem, wie hoch sie den Anteil der bestehenden Krankheit einstufen.
Wenn das Leben andere Pläne hat
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Die monatlichen Beiträge für eine private Unfallversicherung richten sich in Deutschland danach, welche Leistungen sie inkludiert und variieren meist zwischen fünf und 30 Euro. Entscheidend für die Kosten ist vor allem die Versicherungssumme. Das ist das Geld, das die Versicherung einmalig als Invaliditätsleistung auszahlt.
Wichtig: Im Vertrag steht der Maximalbetrag, den Versicherte bei 100 Prozent Invalidität erhalten würden. Mit weniger Prozent Invalidität wird entsprechend weniger Geld gezahlt. Achte unbedingt darauf, dass deine Versicherung bereits ab einem Prozent Invalidität ihre Leistungen zahlt.
Eine private Unfallversicherung abzuschließen kann vor allem für Menschen sinnvoll sein, die nicht gesetzlich unfallversichert sind, zum Beispiel Rentner:innen, Selbstständige und Freiberufler:innen ohne Pflichtversicherung. Zudem ist dieser Zusatzschutz als Sicherheitsnetz ratsam für junge Menschen, die viel aktiv unterwegs sind. Die private Unfallversicherung zahlt in der Regel unter anderem eine einmalige Invaliditätsleistung, Krankenhaustagegeld und die Kosten für kosmetische Operationen. Vor dem Abschluss der Police sollten die Versicherungsbedingungen detailliert gelesen werden.
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Was ist eine Unfallversicherung?Eine Unfallversicherung deckt die Kosten, die durch einen Unfall entstehen, zum Beispiel Krankenhausaufenthalte oder Rehamaßnahmen. Es gibt eine gesetzliche Versicherung für Arbeitnehmer:innen und eine freiwillige private Unfallversicherung.
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Wer zahlt die Beiträge für die Unfallversicherung?Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt der Arbeitgeber. Eine freiwillige private Unfallversicherung muss die versicherte Person selbst tragen.
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Wann zahlt die Unfallversicherung?Die Invaliditätsleistung erhalten versicherte Personen in der Regel, wenn sie mehr als drei Jahre wegen des Unfalls beeinträchtigt sind. Einige Unfallversicherungen bieten weitere Leistungen an wie Schmerzensgeld, Krankenhaustagegeld oder die Erstattung von Bergungskosten.
