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Molto elegante: Diese italienischen Designer sind stilprägend

Das Defilee der Prada Show für Herbst Winter 21.
Nikolas Feireiss
Nikolas Feireiss
Italiener:innen haben einen Sinn für Schönheit, ein Händchen für gekonntes Design und stilsichere Kleidung. Die Mode hat im Land einen hohen Stellenwert. Die sprichwörtliche „bella figura“ ist aber mehr, als gut angezogen zu sein, dazu gehört auch freundliches, respektvolles Auftreten. Modische Revolutionen sind daher von italienischen Designern eher nicht zu erwarten. Und vielleicht ist es das, was den Deutschen so an der Mode aus Italien gefällt. Sie ist tragbar, auf lässige Weise elegant und von höchster Handwerkskunst.
  1. Giorgio Armani – understated
  2. Versace – verführerisch
  3. Missoni – bestrickend
  4. Gucci – exzentrisch
  5. Max Mara – zeitlos
  6. Prada – wandelbar
  7. Brunello Cucinelli – purer Luxus
  8. Etro – Muster im Mix
  9. Ein Faible für Schönheit

Giorgio Armani – understated

Giorgio Armani ist ohne Frage eine der größten noch lebenden, aktiven Modemacher. 1975 gründete er sein Unternehmen. Armanis Mode ist zeitlos, klassisch, elegant. Typisch Armani ist ein androgyner, eher kühler Look. Seine Damensakkos wurden zu einem Markenzeichen. Armani gilt als Erfinder der Farbe Greige, einer Mischung aus Grau und Beige, die immer wieder in seinen Kollektionen auftaucht. 87-jährig ist er alleiniger Eigentümer der Giorgio Armani SpA. Schon allein das ist eine Leistung.

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Ein Model auf dem Laufsteg, er trägt einen Samt-Sakko zu einer dunklen Stoffhose.

Versace – verführerisch

Versace steht für Sexyness, für Mode als Luxusspektakel. Pop-Art und die Mythologie des antiken Griechenlands waren für den Namensgeber Gianni Versace immer wieder Inspiration. Ein Medusenkopf wurde zum Symbol des Labels. Naomi Campbell, Claudia Schiffer oder Linda Evangelista gelangten auch dank ihrer Auftritte bei Versace-Schauen zu Supermodel-Ruhm. Nach Versaces Ermordung 1997 in Miami übernahm seine Schwester Donatella die kreative Leitung und führte das Label im Geiste ihres Bruders weiter: Kurze Röcke, enge Kleider, große Logos machen den Versace Look bis heute aus.

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Ein Model auf dem Laufsteg, sie trägt ein kurzes Kleid über enger Hose und Longsleeve.

Missoni – bestrickend

Das Label Missoni ist international bekannt für elegante Strickwaren in lebhaften Farben. Markenzeichen wurde das Missoni-Zickzackmuster. Die Kollektionen folgen keinem Trend, sondern sind immer neue Varianten des luxuriös-entspannten Missoni-Looks. Kundinnen und Kunden erkennen Missoni auf den ersten Blick. Das Unternehmen wurde von Ottavio Missoni gegründet und ist ein perfektes Beispiel für ein typisch italienisches Familienunternehmen. Seine Tochter Angela Missoni trat 2021 nach 24 Jahren als Kreativdirektorin zurück und wurde Präsidentin des Unternehmens.

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Ein Model mit Dreadlocks auf der Straße, er trägt Missoni.

Mailand: Schaufenster italienischer Mode

Das Zentrum der italienischen Mode ist Mailand. Die Stadt ist quasi das Schaufenster italienischer Modekunst und gehört mit Paris, London und New York zu den wichtigsten Modemetropolen der Welt. Hier finden zweimal im Jahr Designerschauen statt, bei denen die wichtigsten italienischen Labels ihre Kollektionen vorstellen. Ab und zu mal ein Abstecher in Richtung Paris ist ihnen erlaubt. Im sogenannten „quadrilatero della moda“ der Altstadt haben die großen Labels Flagship-Stores. Hier befinden sich auch die luxuriösen Einkaufsstraßen Via Montenapoleone, Via della Spiga und die Via Sant’Andrea – ihre Schaufenster sind die beste Ausstellung italienischer Mode.

Gucci – exzentrisch

Der Sattlermeister Guccio Gucci gründete das Unternehmen 1921 als kleine Werkstatt für Lederwaren. Ab den 1970er-Jahren wurde eine Bekleidungslinie etabliert. Nach langen Familienstreitigkeiten und Übernahmekämpfen erlebte Gucci in den 90ern durch den US-amerikanischen Designer Tom Ford ein Comeback. Seine extrem sinnlichen und dabei eleganten Entwürfe machten das Label wieder begehrenswert. Der neue Kreativdirektor Alessandro Michele löste mit seinem exzentrischen – zunächst belächelten – Edelflohmarktstil ab 2015 einen regelrechten Gucci-Hype aus. Typisch sind die Tier- und Pflanzendrucke, die 70s-Schnitte, die delikaten Farben, die auffälligen Accessoires und das Auflösen der Geschlechtergrenzen in der Mode.

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Wer Lust bekommen hat sich modisch inspirieren zu lassen, kann sorgsam kuratierte Luxuslabels auch bei NET-A-PORTER oder MR PORTER entdecken. Das Beste dabei: Mit unserer Platinum Card erhalten Mitglieder ein jährliches Shopping-Guthaben von 90 Euro.
Ein Model auf dem Laufsteg, sie trägt ein ein langes Kleid mit einer Koi-Stickerei.

Max Mara – zeitlos

Kamelfarbene Mäntel sind das Markenzeichen von Max Mara und begründeten den Aufstieg des Unternehmens ab 1951. 1981 ging ein doppelreihiger Wollmantel über den Laufsteg. Dieses Modell 101801 gehört noch heute in fast jede Max-Mara-Winterkollektion. Typisch italienisch stand am Anfang der Unternehmensgeschichte eine kleine italienische Familienschneiderei. Max-Mara-Gründer Achille Maramotti war ursprünglich Jurist, erkannte aber früh, dass anspruchsvolle Designermode von der Stange ein Zukunftsmarkt sein würde. Max Mara ist ein Kunstname. Seinen Aufstieg verdankt das Unternehmen bedeutenden Designern, die Maramotti jung verpflichtete, darunter Karl Lagerfeld und Franco Moschino.

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Ein Model auf dem Laufsteg, sie trägt einen kamelfarbenen Look aus Rock, Shirt, Mantel und Kopftuch.

Prada – wandelbar

Prada, von den Brüdern Mario und Martino Prada 1913 gegründet, wurde bekannt durch seine exklusiven Lederwaren, Handschuhe, Handtaschen und Koffer. 1978 begann dann seine Enkelin Miuccia Prada, das Angebot um Kleidung zu ergänzen, und war damit sehr erfolgreich. Sie machte das Label zu einer Kultmarke, indem sie in jeder Saison ein völlig neues Frauen- und Männerbild auf den Laufsteg bringt. Einen typischen Prada-Look gibt es nicht. Treu bleibt sich die Designerin nur im immer wieder überraschenden Mix von Farben, Mustern und Materialien. Seit April 2020 ist der belgische Designer Raf Simons neben Miuccia Prada Kreativdirektor von Prada.

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in Model auf dem Laufsteg, er trägt ein gemustertes Outfit in knalligen Farben.

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Nach einer Blüte der italienischen Mode in der Renaissance war lange Zeit Frankreich mit seiner Haute Couture die Modenation der Welt. Erst seit Mitte der 1950er-Jahre fand Italien dank Gucci, Prada, Etro und anderen italienischen Designern wieder international Beachtung.

Brunello Cucinelli – purer Luxus

Die Kollektionen von Brunello Cucinelli sind aus feinsten Stoffen, bevorzugt Kaschmir, und von legerer Eleganz. Brunello Cucinelli ist eines der exklusivsten italienischen Luxuslabels. Viel Cremeweiß, dezente Muster und der selbstverständliche Mix von Hemden, Pullovern und Sakkos verleihen Brunello Cucinellis Träger:innen dieses selbstverständliche Looking-rich-Flair, das so vielleicht nur die Italiener hinbekommen. Cucinelli fühlt sich exklusiver Handarbeit made in Italy verpflichtet und sieht sich selbst als Humanist mit großer Verantwortung für seine Mitarbeiter:innen. Er spricht von einem „humanistischen Kapitalismus“.

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Ein Model trägt einen cremefarbenen Look von Brunello Cucinelli.

Etro – Muster im Mix

Etro-Kollektionen haben diesen glamourösen Ibiza-Hippie-Style. Kein Wunder, die Stoffe, die Gimmo und Roberta Etro seit 1968 anbieten, sind inspiriert von ihren vielen Reisen nach Indien. Die außergewöhnlichen Farben und Muster, insbesondere Paisley, machen Etro bekannt und sind Markenzeichen geblieben. Nach Tüchern und Schals wurde ab 1985 eine Home-Kollektion entwickelt, 1994 zeigte Etro dann die erste eigene Fashion-Show. Heute ist die nächste Generation am Zug: Veronica Etro ist verantwortlich für die Damenkollektionen, ihr Bruder Jacopo betreut Stoffe, Taschen und die Home-Kollektion, Kean Etro zeichnet für die Männermode verantwortlich und Ippolito ist der Finanzchef des Familienunternehmens.

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Ein Model auf dem Laufsteg, er trägt einen blauen Look mit Paisleymuster.

Ein Faible für Schönheit

Italienische Mode steht für luxuriöse Eleganz, für die Freude am Schönen. Den hier vorgestellten italienischen Designern geht es darum, den Menschen gut aussehen zu lassen, nicht darum, um jeden Preis trendy zu sein. Armani, Gucci oder Prada stehen für jeweils ganz unterschiedliche Stile, von elegantem Understatement bis hin zu offensiver Sexyness. Ihnen gemeinsam ist ein hoher handwerklicher Anspruch und der Stolz auf die Tradition ihrer Labels.

Italien liebt die Mode, nirgendwo sonst in Europa gibt es so viele Modegeschäfte. Mailand ist das Schaufenster italienischer Designermarken, aber auch in jedem kleinen italienischen Städtchen werden Modefans auf ihre Kosten kommen.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

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