
Das neue Wohnen: Stilvolle Möbel mit nachhaltigem Design
Ein Highboard aus rötlich-braunem Mahagoniholz, der Massivholztisch aus Teak auf Füßen aus poliertem Stahl. Das Design stimmt, aber reicht das heute noch für guten Stil? Moderne Möbel sollten nicht nur schön sein, sondern auch nachhaltig und fair hergestellt werden. Geprüfte Forstwirtschaft, Ressourcenschonung, angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen – das alles behalten innovative Marken im Blick. Grünes Möbeldesign zeigt, was wirklich zählt. Hier sechs Beispiele.
Die Sitzmöbel der fränkischen Möbelmanufaktur Brühl sind nachhaltige, avantgardistische, zeitlose Charaktermöbel. Seit 1948 arbeitet das Familienunternehmen vollständig ökologisch und ist heute zertifiziert umweltfreundlich und klimaneutral. Und zudem gemütlich: Auf dem smarten Verwandlungssofa Fold Out von Möbeldesigner Roland Meyer-Brühl zum Beispiel, das für etwa 4.500 Euro erhältlich ist, sitzt es sich so bequem, dass du nicht mehr aufstehen möchtest. Abziehbare Bezüge, zeitloses Design und ein flexibler Gebrauchswert verlängern das Leben der Designerstücke.
Nice to know: Für das Fold-Out-Sofa und den Sessel Amandine von Möbeldesignerin Kati Meyer-Brühl gab es den German Design Award 2021.

Wichtige Umweltlabel
Das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ wird seit 1978 für umweltschonende Produkte und Dienstleistungen vergeben. Weitere Beispiele für Umweltlabel, die beim Kauf von nachhaltigen Möbeln wichtig sind:
- Das FSC-Siegel belegt, dass Möbelholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
- PEFC ist ein europäisches Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung.
- Naturland verbrieft zusätzlich eine ökologische und gesundheitsverträgliche Herstellung von Holzprodukten.
Rolf Benz aus dem Schwarzwald ist weltweit in über 50 Märkten tätig und einer der bekanntesten europäischen Hersteller exklusiver Polstermöbel. Das Design: klar, funktional, zeitlos. Das ist zum Beispiel an dem nachhaltigen Sofa Liv für etwa 7.000 Euro des Designers Luca Nichetto zu erkennen. Das Holz für Benz-Möbel stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa und Nordamerika und steht für Langlebigkeit und Wertigkeit.
Nice to know: Rolf Benz ist mit dem „Goldenen M“ der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel ausgezeichnet. Alle Produkte erreichen hinsichtlich Qualität, Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz die beste Bewertung.

Nerdpedia
Ein ausgewachsener Baum, zum Beispiel eine Buche oder Eiche, bindet pro Jahr etwa fünf bis sechs Tonnen Kohlendioxid und produziert rund vier Tonnen Sauerstoff. Grob gerechnet entspricht das der Atemluft für 10 bis 20 Menschen.
Zwei eigene Möbelwerke, ein eigenes Platten- und Sägewerk sowie ein eigener nachhaltig bewirtschafteter Wald – auf diese Weise hat die österreichische Möbelmanufaktur TEAM 7 es geschafft, die gesamte Wertschöpfungskette in die eigene Hand zu nehmen. Chefdesigner ist Sebastian Desch. Ein Exemplar seiner Möbelkunst ist der Sekretär Sol für etwa 3.500 Euro, der dem typischen TEAM-7-Stil entspricht: edle, geölte Massivholzmöbel, schlicht und natürlich. So konnte der Möbelhersteller bereits 40 internationale Designpreise einheimsen.
Nice to know: Das Unternehmen produziert grüne Möbel gemäß EMAS – das bedeutet, es spart mit dem europäischen Umweltmanagementsystem Ressourcen intelligent ein und erhält dafür das Umweltgütesiegel der EU.

Anfang der 80er-Jahre, als die Ökobewegung noch als Spinnerei galt, wurde der österreichische Möbelhersteller Grüne Erde gegründet. Die Idee: anders wirtschaften, ökologisch, fair, in Verbundenheit mit Mensch und Natur. Die Möbel werden hier mit Blick auf Wiederverwertbarkeit, Zero-Waste sowie einen sozialen Umgang hergestellt. Der international etablierte Produktdesigner Thomas Feichtner, der für Grüne Erde arbeitet, hat zusätzlich den Blick auf Ergonomie: Eins seiner Exzellenzstücke ist der organische Massivholzstuhl Asensio ab etwa 440 Euro.
Nice to know: Möbel aus hochwertigem Vollholz, umweltfreundliche Komfortmatratzen und kuschelige Schlaftextilien aus Naturmaterialien – Grüne Erde hat einige Partnerhotels in Deutschland und Österreich, die ihre Zimmer mit den verantwortungsvoll hergestellten Möbeln ausstatten.

Bäume, die zu Stühlen heranwachsen
Viele Möbelhersteller arbeiten bereits mit einer nachhaltigen Wertschöpfungskette. Der englische Möbeldesigner und Tischler Gavin Munro fragte sich, wie die Herstellung noch nachhaltiger funktionieren könnte. Seine Idee: Mit seinem Unternehmen Full Grown züchtet er nun Bäume, die mithilfe von Gestellen zu Möbeln heranwachsen. Ernten kann er nach rund vier Jahren. Begonnen hat er mit Stühlen, mittlerweile gibt es auch Lampen und Tische. Bänke sind in Planung, ebenso ein Haus.
Die süddeutsche Möbelschmiede ZEITRAUM baut ökologische Möbel – hochwertig, strapazierbar, langlebig, reparierbar. Die zeitlosen Massivholzmöbel sollen Erbstücke und als solche eine Brücke über Generationen sein. Das Unternehmen achtet auf eine ressourcenschonende und sozialverträgliche Produktion, der Stil: minimalistisch mit einem Hauch Japan. Dieser ist gut erkennbar am Futonbett Yoma, entworfen vom Designerduo Kaschkasch, erhältlich für etwa 5.000 Euro.
Nice to know: Für bestmögliche Transparenz und um die nachhaltige Wertschöpfung darzustellen, hat ZEITRAUM für die eigenen Produkte eine Nachhaltigkeitsbewertung geschaffen: den Furniture Footprint.

Wunderbaum Pappel
Sicher kennst du sie: die raschelnde Pappel an den Landstraßen. Aber weißt du auch, dass diese Bäume echte Wunderwerke sind? Pappeln wachsen schnell, was sie zu nachhaltigen Rohstofflieferanten macht, für Holzwerkstoffe ebenso wie für Möbel. Mit ihren Wurzeln filtern sie Giftstoffe aus der Erde und sind deshalb ideal für Bodensanierungen. Ein weiterer Pluspunkt: Die pilzhemmenden Stoffe aus ihrer Rinde können beispielsweise für schimmelresistente Verpackungen genutzt werden.
Weniger geht nicht – die Möbelmanufaktur e15 setzt auf Massivholz in reinster Form sowie kreatives, weltoffenes Freidenken. Ein beliebtes Möbelstück – in typisch minimalistischem, progressivem, konsistentem Stil – ist das Sofa Kerman, designt von Farah Ebrahimi und Philipp Mainze. Einzelne Module ab einem Preis von 1.600 Euro lassen sich vom kleinen Zweisitzer bis zur großen Sofalandschaft kombinieren. e15 fertigt nur in Deutschland und Österreich aus nachhaltig erzeugten europäischen Eichen- und Nussbaumhölzern. Alle Materialien sind recyclebar, die Massivholzmöbel PEFC-zertifiziert.
Nice to know: Ebrahimi und Mainze bekamen für das Kerman-Sofa 2017 den Interior Innovation Award in Gold und wurden zu Ehrenmitgliedern des Deutschen Designer Clubs (DDC) ernannt.

Schneller Bambus statt Holz
Bambus kann an einem Tag bis zu 30 Zentimeter wachsen und hat sich nach der Ernte innerhalb eines Jahres komplett erneuert. Das macht die Pflanze zu einer nachhaltigen Alternative zu Holz. Zwar wird seine Ökobilanz durch lange Transportwege geschmälert, dafür speichert Bambus aber mehr CO2 als ein Baum. Gerade entdecken Möbeldesigner:innen wie das dänische Design-Duo We Do Wood den uralten Werkstoff neu, auch weil Bambus extrem leicht und trotzdem sehr stabil ist.
Das biedere Öko-Image ist Geschichte. Grünes Möbeldesign beweist heute erstens, wie stilvoll und exklusiv Öko-Möbel sein können. Und zweitens, dass Fair Trade, soziale Arbeitsbedingungen, Tierschutz und eine nachhaltige Wertschöpfungskette marktfähig sind. Drittens ermöglichen die schadstofffreien Möbel ein gesünderes Wohnen. Dank der vielfältigen Angebote ist grünes Wohnen heute nur noch eine Frage der Entscheidung.
