
Aboriginal Art: Beeindruckend vielfältig und geheimnisvoll
Die vielen dicht gesetzten Punkte fügen sich zu einem faszinierenden Muster aus Linien, Spiralen, konzentrischen Kreisen – ein Bild der aboriginalen Kunst in der Galerie in Sydney, das dich bereits mehrere Minuten in seinen Bann zieht. Du tauchst ein in die Kultur der australischen Indigenen. Was Aboriginal Art so besonders macht, liest du hier.
Bei Aboriginal Art handelt es sich um eine der am längsten fortbestehenden Kunsttraditionen der Welt. Vor rund 50.000 Jahren nahm sie ihren Anfang, sie ist sowohl in früheren Höhlenmalereien als auch in der Gegenwartskunst vertreten.
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Unter dem Begriff Aboriginals werden etwa 500 verschiedene indigene Völker Australiens zusammengefasst. Die früher gängige Bezeichnung Aborigines gilt heute in Australien als veraltet und abwertend, da sie auf kolonialistischen Zuschreibungen beruht, die die Ureinwohner:innen als einheitliche Masse zusammenfasst.
Die indigenen Einwohner:innen Australiens nutzen seit jeher unterschiedliches Material für den künstlerischen Ausdruck. Zum Beispiel:
- Felswände und Stein
- Holz und Rinde
- Leinwände
Durch Bemalen, Ritzen und Schnitzen sowie Bildhauerei werden sowohl bleibende Objekte als auch flüchtige Kunst geschaffen. Für die flüchtige aboriginale Kunst werden vor allem verwendet:
- Sand, in den aufwendige Bilder gezeichnet werden, die der Wind verweht
- Körper, die zu bestimmten Anlässen stundenlang und detailreich bemalt werden
Die symbolgewaltige Aboriginal Art erzeugt beispielsweise herausragende Felsenkunst, die zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten Australiens zählt. Sie ist von Interesse für alle, die sich mit Kultur und Geschichte des Kontinents beschäftigen.

Ein besonderes Erlebnis ist es natürlich, die Aboriginal Art vor Ort bei einem Urlaub in Australien zu entdecken. Die Kunst ist als elementarer Bestandteil in sämtlichen größeren Kunstmuseen des Landes vertreten, von Galerien in Sydney bis Adelaide.
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Traditionell verwenden die aboriginalen Völker Kunst als Ausdruck von Wissen und dessen Weitergabe. Sie ist Bestandteil vieler Rituale und hat häufig eine spirituelle Komponente.
So werden beispielsweise Ahn:innen nicht nur in den Bildern dargestellt, sondern die Kunstwerke sollen auch deren Geist beinhalten. So gelten sie gewissermaßen als lebendig und treten in Interaktion mit den Betrachtenden.
Wiederkehrende Symbole fungieren in Aboriginal Art anstelle von Schrift und erzählen, je nach Anordnung, unterschiedliche Geschichten. Zum Beispiel:
- Von den Ursprüngen und der Historie eines Stammes
- Von Beziehungen zwischen Clans
- Von der Aufteilung von Territorien
Typisch sind mehrere Interpretationsebenen: zum einen eine äußere, für alle verständliche Geschichte, zum anderen eine oder mehrere innere Erzählungen, die nur Eingeweihten mit rituellem Wissen zugänglich sind.

Typische Symbole in der Aboriginal Art
Einige Formen und Symbole sind in der Aboriginal Art immer wiederzufinden. Dazu gehören:
- U-Form: Das U steht für Mensch. Denn sitzen Menschen im Schneidersitz, bleibt diese Form im Boden zurück.
- Konzentrische Kreise: Sie symbolisieren zum Beispiel Wasserlöcher oder Versammlungsplätze.
- Schlange: Diese steht für Stärke, Kreativität und Kontinuität.
- Schildkröte: Sie ist ein Symbol des Schutzes und der Krieger:innen.
Häufig stellt Aboriginal Art einen mythologischen Bezug zur sogenannten Traumzeit her, einem Mythos, der im Leben sämtlicher aboriginalen Völker eine zentrale Rolle einnimmt, egal welchem Stamm sie angehören.
Die Traumzeit ist ein umfangreiches Werk mit vielen Facetten und der metaphysische Kosmos der indigenen Bevölkerung Australiens. Sie beinhaltet die Schöpfungsgeschichte der aboriginalen Völker und steht für eine Art spirituelle Parallelwelt, zu der sie über geheime Rituale und Zeremonien Zugang erhalten.
Zudem basieren soziale Regeln und Gesetze des Zusammenlebens auf der Traumzeit. Zusammenleben mit der Familie zum Beispiel. Dazu ein Extra-Tipp: Mit dem Premium-Versicherungspaket der Gold Card oder Platinum Card ist auch deine Familie auf Reisen bestens abgesichert.*
Analog zur Geschichte der indigenen Bevölkerung Australiens, explizit durch die Kolonialisierung und das damit einhergehende Zusammentreffen und die Auseinandersetzung mit Nicht-Aboriginals, hat sich Aboriginal Art über die Zeit hinweg in Form und Inhalt verändert.
So benutzten die sehr im Einklang mit ihrer Umwelt lebenden indigenen Völker Australiens ursprünglich nur wenige Farben, die aus der Natur stammten, etwa Holzasche, Gesteinsmehl, Lehm, Ocker oder Tierblut.
Dies änderte sich im 20. Jahrhundert unter anderem durch die Begegnung des bekannten Aboriginal-Künstlers Albert Namatjira mit Landschaftsmaler Rex Battarbee. Der Nachfahre von Einwander:innen Battarbee machte Namatjira mit Wasserfarben und Leinwand bekannt, die der Künstler und in der Folge immer mehr Kunstschaffende verwendeten.

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Auch die bekannte Punktemalerei entspringt der Begegnung mit Nicht-Aboriginals. So entwickelten die Indigenen diese Technik, um die inneren, spirituellen Geschichten und Symbole vor Uneingeweihten zu verbergen, also ihr spezifisches kulturelles Wissen vor Außenstehenden zu tarnen.
Zudem haben sich zu den traditionellen spirituellen Bedeutungen neue Inhalte gesellt. Moderne Aboriginal Art setzt sich beispielsweise häufig mit Themen wie den Folgen der Kolonialisierung, Unterdrückung und Rassismus auseinander.
Aboriginal Art hat sich über Jahrtausende entwickelt, sie ist komplex, spirituell, farbenprächtig und wunderschön. Interessierst du dich für die Kulturgeschichte Australiens, solltest du bei deinem Urlaub in Down Under unbedingt eine oder mehrere Galerien und Museen mit Aboriginal Art besuchen, die du in allen großen Städten Australiens findest.
Zudem kannst du im Outback Australiens die Geschichte und Lebenswelt der aboriginalen Völker und damit ihre Kunst kennenlernen. Einige spirituelle Stätten wie der Berg Uluru, das Wahrzeichen Australiens, sind zumindest in Teilen für Außenstehende geöffnet und ermöglichen einen spannenden Einblick in das ursprüngliche Leben der indigenen Bevölkerung.
Der wohl beste Weg, aboriginale Stätten und Kunst zu entdecken, ist ein Roadtrip durch Australien. Buchst du deinen Mietwagen mit deiner Platinum Card oder der Gold Card, kommen für dich einige Extras on top: zum Beispiel ein Gratis-Upgrade in die nächsthöhere Fahrzeugklasse, sofern verfügbar, sowie Ermäßigungen auf Standardraten.*
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Was sind Aboriginals?Aboriginals ist ein Oberbegriff für verschiedene indigene Völker Australiens. Insgesamt werden rund 500 Clans beziehungsweise Stämme mit höchst unterschiedlichen Sprachen und Gebräuchen zusammenfassend als Aboriginals bezeichnet. Der früher gängige Begriff Aborigines gilt heute als veraltet und wird oft als taktlos und abwertend empfunden, da er auf kolonialistischer Zuschreibung beruht.
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Wo leben Aboriginals?Aktuell gibt es rund 500.000 Aboriginals in Australien, von ihnen leben Schätzungen zufolge etwa 75 Prozent in Städten. Die meisten von ihnen im Northern Territory, dem am wenigsten besiedelten Bundesland Australiens.
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Wie leben Aboriginals?Für viele Aboriginals spielt als Folge von Kolonisierung, Unterdrückung und langjähriger Assimilierungspolitik die naturverbundene, ursprüngliche und spirituelle Lebensweise ihrer Ahn:innen kaum noch eine Rolle. Ein Großteil fühlt sich heute dem Christentum zugehörig, nur wenige bekennen sich zu ihrem traditionellen Glauben. Für sie ist der Tourismus eine gute Chance, ihre naturverbundene Lebensweise zu erhalten und sich gleichzeitig in die moderne Gesellschaft einzugliedern, indem sie Interessierten ihre Traditionen näherbringen.
