Die Straße ruft: So findest du das richtige Motorrad für dich

Ein Mann mit Motorradhelm in der Hand steht auf einer einsamen Landstraße vor einem Motorrad.
Ralf Bielefeldt
Ralf Bielefeldt
Motorräder sind für viele Fahrer:innen Lebenseinstellung und Glaubensfrage zugleich. Das gilt für die Marke genauso wie für Motorradtyp und Bauart. Chopper, Bobber, Cruiser, Enduro, Tourer, Superbike – der Markt ist zunehmend unübersichtlich, die Auswahl an Motorrädern riesig: Allein in Deutschland werden mehr als 210 Modelle gelistet. Welches Motorrad ist das richtige? Vom lässigen Adventure Bike über klassische Roadster bis zu „nackten“ Sportlern: Diese fünf Motorradsegmente sind am beliebtesten. Fragt sich nur: Welches Bike passt zu mir?
  1. Enduro: Wie ein SUV auf zwei Rädern
  2. Klassiker: New Heritage & Retrocharme
  3. Sport- & Naked Bikes: Unverhüllte Power
  4. Power Cruiser: Kraftpakete für den großen Auftritt
  5. Elektromotorräder: Urban nicht zu toppen
  6. Mut zur Einspurmobilität

Enduro: Wie ein SUV auf zwei Rädern

Enduros haben nahezu die gleiche Entwicklung durchlaufen wie Geländewagen. Einst konzipiert für den kompromisslosen Offroad-Einsatz, mutierten die leichten Maschinen im Laufe der Jahre immer mehr zu schweren, straßentauglichen Allroundern. Das macht sie zu einer Art SUV (Sport Utility Vehicle) auf zwei Rädern. Wer Crossover-Fahrzeuge mag, ist hier also bestens aufgehoben.

Enduro: Weltenbummler, Abenteurer und Alltagsbiker

Erhöhte Bodenfreiheit, komfortable Sitzposition, breiter Lenker, langer Federweg vorn und hinten, dazu meist Speichenräder, Stollenreifen und jede Menge Befestigungsmöglichkeiten für Gepäck und/oder spezielle Koffersets – fertig ist die perfekte Globetrotter-Maschine. Fachbegriff: Reiseenduro. Langstreckentauglich, wetterfest dank hohem Windschild und im Gelände behände wie eine Bergziege. Bikes dieser Gattung sehen nicht nur nach Abenteuer aus, sie stehen sie auch problemlos durch. Und das trotz ihres oft hohen Gewichts von 220 Kilogramm und mehr.

Diese Enduro ist besonders begehrt

Das weltweit meistverkaufte Modell dieser Art von Motorrad ist die BMW R 1250 GS. Der Bestseller von BMW Motorrad ist auf Alpenpässen genauso zu Hause wie in der mongolischen Steppe. Das unterscheidet sie von den sogenannten Adventure Bikes und Sporttourern, die – ganz SUV – auf der Straße bestens performen, aber außer Asphalt bestenfalls Kopfsteinpflaster und Schotterstrecken meistern.

Ein Motorradfahrer fährt im Stehen auf einer grauen Harley-Davidson über eine Schotterpiste.

Meistverkaufte Motorradklasse

Das Segment Enduro führt in Deutschland konstant die Verkaufshitliste an. Im ersten Halbjahr 2021 wurden laut Industrie-Verband Motorrad Deutschland (IVM) knapp 19.700 Enduros unterschiedlicher Bauarten und Hubraumklassen erstzugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von über 27 Prozent, ein Plus von knapp 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr. Direkt dahinter und denkbar knapp beieinander: die Segmente Klassik (Marktanteil 26,2 Prozent) und Sport (26,1 Prozent).

Klassiker: New Heritage & Retrocharme

Das Klassik-Segment ist die Königsklasse der Motorradtypen. Es gibt Bobber, Chopper, Café Racer, Cruiser, Roadster, Scrambler, Tracker – und noch einiges mehr, wenn auch die Customizing-Szene in Betracht kommt. Umbauten sind das Salz in der Retrosuppe, die köstlich köchelnd immer neue Käufer:innen fürs Motorradfahren begeistert. Look von gestern, Technologie von heute: Das ist das Erfolgsmotto der modernen Klassiker von Motorradherstellern wie Triumph, BMW Motorrad und Royal Enfield. Es klingt simpel, trifft aber den Nerv der Zeit.

Neue Klassiker: Easy-Rider-Feeling mit Technik von heute

Es gibt zwei wesentliche Gründe für den Retroboom: zum einen die unterschwellige Sehnsucht nach Technik, die verständlich ist und sich beherrschen lässt. Zum anderen die offensichtliche Liebe zu Formen, die an die selige Zeit des ungefilterten Motorradfahrens erinnern. Die US-Unternehmen Harley-Davidson und Indian spielen hier natürlich eine zentrale Rolle. Touren-Cruiser wie die Harley-Davidson Heritage Classic sehen heute noch aus wie frühe Highway-Patrol-Bikes. Die HD Street Bob zum Beispiel macht jede Fahrt zum Bäcker zum Easy-Rider-Trip.

Berliner Charme auf zwei Rädern: Die BMW R 18

Das V2-Blubbern in den Ohren, Captain America im Sinn – das ist das Bild, das vor dem inneren Auge entsteht. BMW Motorrad greift noch tiefer in die traditionelle Designkiste: Die neue BMW R 18 ist eine Hommage an die BMW R 32 von 1923. Zwischen den Rädern sitzt der größte Boxermotor, den das bayerische Unternehmen jemals in Serie gefertigt hat. 1,8 Liter Hubraum lassen die beiden Boxer seitlich herausstechen wie zwei Rammböcke. Mittlerweile gibt es vier Modellvarianten des „Berlin Built“-Bikes aus dem Werk in Spandau, zwei davon auf Wunsch mit Hightech-Features wie Abstandsradar.

Ein schwarzes Motorrad vom Typ BMW R 18 mit schwarz gekleidetem Fahrer

Nerdpedia

Der Blick zurück nach vorn: Das motorkulturelle Erbe („Heritage“) der Marken inspiriert die Designer:innen zu Neuauflagen beliebter Klassiker.

Sport- & Naked Bikes: Unverhüllte Power

Wenig dran, viel drin. Das ist die Erfolgsformel der Sport- und Naked Bikes, die in allen Hubraum- und Leistungsklassen Trends setzen. Alle, die Spaß an Schräglagen haben und auf knackige Optik stehen, sind hier bestens aufgehoben. Der japanische Hersteller Kawasaki dominiert diese Fahrzeugklasse mit dem zackigen Sugomi-Styling seines Bestseller-Duos Z900 und Z650. Yamaha hält mit den nicht minder extravaganten MT-Modellen im Zyklopen-Look dagegen. Honda beruhigt die Gemüter mit der CB 650 R im Neo-Sports-Café-Design.

Landstraße oder Rennstrecke? Einem Hyper Naked Bike ist das egal

Als sogenannte Hyper Nakeds gelten die kleinen, unverkleideten Geschwister der Superbikes, also klassischer Rennmaschinen. Und das nicht nur im Geiste, sondern ganz real. Ducati beispielsweise stellt seinen 214 PS starken Vierzylinder-Supersportler Panigale V4 nahezu baugleich auch ohne Verkleidung auf die Straße. Mit minimal weniger Leistung und ein paar Tausend Euro günstiger. Im ersten Halbjahr 2021 bescherte dieses Konzept der unverkleideten Ducati Streetfighter in Deutschland fast doppelt so viele Verkäufe (495 zu 267) wie der Panigale.

Ein silbergraues Motorrad mit einem Fahrer in schwarzer Kleidung auf der Landstraße

Power Cruiser: Kraftpakete für den großen Auftritt

Darf es ein bisschen mehr sein? Dann bist du mit einem Power Cruiser bestens beraten. Diese Art von Motorrad entwickelt schon bei niedrigen Drehzahlen richtig viel Kraft. Die prominentesten Vertreter dieser sanften Riesen für den imposanten Auftritt stammen von Harley-Davidson, der US-Mutter aller V2-Boliden. Milwaukee Eight heißt das wohl bekannteste Triebwerk der Welt. US-Wettbewerber Indian hält mit dem Thunderstroke dagegen. Beide haben fast 1,9 Liter Hubraum.

Bescheidenheit: Keine Stärke von Power Cruisern

Eine Hubraumklasse tiefer sorgt Harleys neuer Motor Revolution Max 1250T für Furore. Das T im Namen steht für „Torque“, die englische Bezeichnung für Drehmoment. Damit ist klar, wie die Devise auch hier lautet: Volldampf voraus! Wer den bescheidenen Auftritt liebt, sollte um diese Motorräder einen Bogen machen. Modelle wie die neue Sportster S von Harley-Davidson oder die vergleichbare Indian Chief Dark Horse fallen in ihrer betont maskulinen Machart sofort auf.

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Ein rotes Motorrad fährt vor einer mediterran anmutenden Hügelkulisse durchs Bild.

Nerdpedia

Cruiser sind weltweit das absatzstärkste Motorradsegment. Treiber dieser schweren, meist chromblitzenden oder mattschwarzen Maschinen ist der US-Markt.

Elektromotorräder: Urban nicht zu toppen

Zu 100 Prozent elektrisch fahren – das können nicht nur kleine Scooter, flinke 125er und immer mehr Autos, sondern auch einige Motorräder. Pionier der leistungsstarken Elektromobilität auf zwei Rädern ist Zero Motorcycles aus Kalifornien. Bereits 2006 hat sich das Unternehmen aus Santa Cruz dem Spaß am lautlosen Beschleunigen verschrieben. Das Naked-Topmodell SR/F bringt es auf 190 Newtonmeter und bis zu 200 Stundenkilometer. Mitbewerber in dieser Leistungsklasse sind Energica aus Italien und die Harley-Tochter LiveWire.

E-Bikes: Für die Stadt perfekt – für lange Touren zu kurz gedacht

Aufsteigen, den „Gasgriff“ drehen – und ab durch die Mitte! Kein Kuppeln, kein Schalten, einfach den elektronischen Hahn aufdrehen und gut festhalten. Unkomplizierter kann Motorradfahren nicht sein. Bestens geeignet für diesen Typ Motorrad sind Fahrer:innen, die sich vor allem im urbanen Umfeld bewegen. Nonstop-Touren über die Autobahn oder unbeschwerte Wochenendausfahrten mit unbekanntem Ziel sind mit Elektromotor nach wie vor keine gute Idee. Die E-Reichweite bei beherzter Fahrt liegt unter 200 Kilometer.

E-Motorräder: Noch mit einigen Schattenseiten

Das Aufladen des leeren Akkus kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen, wenn keine Schnellladesäule frei oder vorhanden ist. An der Haushaltssteckdose dauert es beispielsweise bei der Zero SR/F etwa 4,5 Stunden, bis der Akku wieder voll ist. Die ausgesprochen beeindruckende Beschleunigung, sobald es wieder losgeht, entschädigt allerdings für die lange Wartezeit. Einzig der hohe Anschaffungspreis der allermeisten E-Motorräder trübt nach wie vor die Freude an dieser Form der Fortbewegung. Eine staatliche Förderung gibt es derzeit nicht.

Ein mintgrünes Motorrad mit einer langhaarigen Fahrerin in schwarzer Kleidung

Mut zur Einspurmobilität

Motorräder sind grandiose Spaßmacher – wenn du herausgefunden hast, welches Motorrad zu dir passt. Bist du eher der zurückhaltende Typ oder liebst du den großen Auftritt? Suchst du eine gemütliche Reisemaschine oder bist du eher der Typ blitzschnelle Kurzstrecke? Und beim Design – Vollgas in Richtung Moderne oder doch lieber echter Retrocharme? Es gibt so viele Fragen, die dir dabei helfen, das perfekte Motorrad für dich zu finden. Du hast das passende Modell entdeckt? Worauf wartest du noch?

Und bevor du dich mit deiner Maschine auf den Weg machst: Darf es noch das eine oder andere coole Motorrad-Gadget sein?

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