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Skitouren-Ausrüstung: Wenn der Berg ruft

Drei Skiläufer auf einem Berg.
Redaktion AMEXcited
Redaktion AMEXcited
Skitouren sind nichts für Anfänger:innen. Du willst abseits der Pisten den Anstieg mit Fellen wagen, um dich anschließend für die Mühen mit einer Abfahrt durch den Tiefschnee in unberührter Natur zu belohnen? Dann solltest du sehr sicher auf den Ski stehen, körperlich einigermaßen fit sein und: unbedingt die richtige Ausrüstung dabeihaben. Wir erklären, welche Dinge du bei deiner Skitour unbedingt brauchst.
  1. Die Ski und Bindung: Auf oder ab, das ist hier die Frage
  2. Die richtigen Felle: Oft unterschätzt, aber unverzichtbar
  3. Skischuhe: Augen auf beim Schuhkauf
  4. Die Stöcke: Zweiteiler bieten mehr Flexibilität
  5. Die Handschuhe: Doppelt hält besser
  6. Lawinenrucksack: Der kleine Lebensretter
  7. Informieren, beraten lassen und los geht’s!

Die Ski und Bindung: Auf oder ab, das ist hier die Frage

Welcher Ski für dich der optimale ist, ist immer eine Abwägung zwischen leichter Bauart und Stabilität. Wer die sportliche Herausforderung im schnellen Aufstieg sieht, sollte leichte Ski mit einer mittleren Breite von etwa 80 Millimetern wählen. Das erleichtert das Gehen bergan, bedeutet aber Abstriche bei der Abfahrt.

Wer sein Heil in der Abfahrt findet, kann beim Gewicht und der Skibreite Gramm und Zentimeter zulegen. Dann wird der Weg nach oben anstrengender, aber bei der Abfahrt sind die Ski umso spurtreuer.

Die Bindung beim Tourenski ist in der Regel flexibel. Das bedeutet, dass die Ferse beim Aufstieg angehoben werden kann, wie etwa beim Langlaufen. Für die Abfahrt kann sie so eingestellt werden, dass die Füße bei Schwüngen und Schussfahrt wieder am Ski fixiert sind. Bei der Wahl der Bindung ist ebenfalls entscheidend, ob der Fokus auf Abfahrt oder Anstieg liegt.

Gut zu wissen: Für das Bergaufgehen empfiehlt sich eine Pin-Bindung. Der Schuh wird hier vorn von zwei kleinen Pins fixiert. Für den Aufstieg hebst du nur den Schuh an. Vor der Abfahrt fixierst du deine Ferse mit einem separaten Fersenbacken.

Die richtigen Felle: Oft unterschätzt, aber unverzichtbar

Um zu verhindern, dass der Aufstieg nach dem Prinzip „Zwei Schritte vor, einer zurück“ läuft, muss der Ski über den Schnee gleiten können und gut darauf haften. Deshalb sind für den Weg nach oben Felle wichtig, ein oftmals unterschätzter Teil der Tourenski-Ausrüstung.

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Modelle für jeden Einsatzbereich und jedes Budget. Dabei unterscheiden sich die Felle im Aufbau kaum. Auf einer wasserdichten Trägerschicht aus Kunststoff befindet sich ein Haftfilm, mit dem die Felle am Ski befestigt werden.

Das Fell, das zur Schneeseite gerichtet ist, ist ein Gewebe aus gelegten Fasern. Diese haben eine Gleit- und eine Bremsrichtung. Dabei wird zwischen Synthetik-, Mohair- und Mixfellen unterschieden. Synthetik-Felle eignen sich vor allem bei Harsch oder eisigem Schnee und sind relativ günstig. Mohairfelle zeichnen sich durch gute Gleit- und Bremsfähigkeiten aus. Auch eine Mischung aus beiden Fasern kann eine Lösung sein, die die Vorteile beider Materialien vereint.

Mal ausprobieren: Eine neue Hafttechnologie bieten die sogenannten Adhäsionsfelle. Sie arbeiten ohne Klebstoff. Dabei ermöglicht eine Molekularkraft die Haftung der Folienoberfläche an der Unterseite der Ski. Bei Verschmutzung sind diese Felle mit Wasser oder Schnee sehr leicht zu säubern.

Nerdpedia

Beim Skitourengehen wird ein Berg mit verstellbaren Skibindungen bestiegen, bevor es durch den Tiefschnee wieder runter ins Tal geht.

Skischuhe: Augen auf beim Schuhkauf

Die Skischuhe sind der vielleicht wichtigste Teil der Skitouren-Ausrüstung. Wer hier die falsche Wahl trifft, wird es bitter bereuen. Vor allem Blasen können bei schlecht sitzenden Schuhen zum Problem werden. Auch hier sind die Eigenschaften, die der Schuh liefern muss, bergauf anders als bei der Abfahrt. Dabei kommt es auf das Gewicht an, auf die Eigenrotation für den Aufstieg und die Stabilität bei der Abfahrt.

Wer seinen Fokus auf die Downhill-Fahrt legt, sollte sich für einen stabilen Touringschuh mit sehr guter Kraftübertragung entscheiden. Wer sich dagegen vor allem auf dem Weg nach oben verausgaben will, braucht Speed-Tourenskischuhe, die sich durch ihr reduziertes Gewicht, niedrige Schafthöhe und die Konstruktion mit nur einer oder zwei Schnallen auszeichnen sollten.

Gut zu wissen: Auch der Kompromiss ist denkbar. Wer hoch und runter eher gemütlich unterwegs ist, kann sich für einen Allrounder entscheiden.

Nahaufnahme von Skiern samt Bindung.

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Die Stöcke: Zweiteiler bieten mehr Flexibilität

Fix oder verstellbar: Das ist hier die Frage. Eine fixe Länge ist nur für Tourenskifahrer:innen sinnvoll, die bei ihrer Ausrüstung auf das Gewicht achten – oder für Wettkämpfer:innen. Denn für den Aufstieg sind je nach Schneebeschaffenheit und Neigung des Geländes unterschiedliche Längen für die Skistöcke ratsam. Daher sind flexibel einstellbare, zweiteilige Teleskopstöcke zu empfehlen.

Außerdem sind die Teller dieser Stöcke in der Regel größer als bei normalen Modellen, da sie bei der Abfahrt durch den meist pulvrigen Tiefschnee sonst zu tief einsinken. Wer oft mit Tourenski auf Reisen geht, sollte über mehrteilige Stöcke nachdenken. Ebenso wer anspruchsvolle Gipfeltouren unternimmt, bei denen der Eispickel in der Hand gehalten werden muss, während die Stöcke am Rucksack befestigt sind.

Gut zu wissen: Beim Material stehen meist Carbon und Aluminium zur Auswahl. Carbon ist deutlich leichter, allerdings auch zerbrechlicher als Aluminium.

Am Anfang steht eine begleitete Tour


Bist du noch Anfänger:in, empfiehlt es sich, in den klassischen Skigebieten erste Erfahrungen mit dem Tourenskifahren zu machen. Dort stehen oft erfahrene Bergführer:innen zur Verfügung, die mit dir erste Touren gemeinsam unternehmen und dich auch bei der Skitouren-Ausrüstung beraten können. In Deutschland gibt es gute Einsteigergebiete in den Bayerischen Voralpen bei Brauneck, in den Allgäuer Alpen um Breitenberg und im Bayerischen Wald rund um den Großen Arber.

Die Handschuhe: Doppelt hält besser

Weil Tourenskifahren eigentlich eine Art Duathlon aus Aufstieg und Abfahrt ist, ist es ratsam, zwei Paar Handschuhe mitzunehmen. Für den Weg nach oben empfiehlt es sich, dünne Fingerhandschuhe einzupacken, und ein Paar wärmere für den Weg nach unten. Bei der Abfahrt stehen verschiedene zur Auswahl: normale Fäustlinge, Finger- oder sogenannte Dreifingerhandschuhe, bei denen nur Daumen und Zeigefinger getrennt sind. Fäustlinge und Dreifingerhandschuhe sind bei Touren in kälteren Gefilden oder bei großer Kälteempfindlichkeit ratsam.

Mit normalen Fingerhandwärmern lassen sich die Skistöcke besser greifen. Außerdem fällt das Handling von Bindung, Skischuhen und Reißverschlüssen leichter. Grundsätzlich sollten die Handschuhe bei der Skitouren-Ausrüstung atmungsaktiv, strapazierfähig sowie wind- und wasserfest sein.

Empfehlenswert: Für die Abfahrt solltest du dich bei den Handschuhen für gut isolierende Materialien entscheiden, etwa PrimaLoft, Merino oder Daunen.

Ein Skiläufer mit Brille und Handschuhen.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

Lawinenrucksack: Der kleine Lebensretter

Wer sich abseits der Pisten bewegt, sollte sich vorher dringend über die zu erwarteten Wetterbedingungen und eventuelle Lawinengefahr erkundigen. Der bloße Blick in den Himmel reicht nicht aus, da das Wetter in den Bergen sehr schnell umschlagen kann.

Aber auch diese Informationen bieten keine hundertprozentige Sicherheit. Deshalb empfiehlt es sich bei Skitouren dringend, einen Lawinenrucksack mitzunehmen, denn der kann Leben retten.

Dabei gibt es verschiedene Systeme. Diese unterscheiden sich meist im Gewicht, in ihren Auslösemechanismen und in der Form. Durch das Ziehen des Auslösemechanismus bläst sich ein Airbag auf, der – vereinfacht gesagt – dafür sorgt, dass Skifahrer:innen durch diese Volumenvergrößerung deutlich bessere Chancen haben, an der Oberfläche der Lawine zu bleiben und nicht verschüttet zu werden.

Gut zu wissen: Bei Lawinenunglücken sterben etwa 22 Prozent der darin verwickelten Menschen, die keinen Lawinenrucksack dabeihatten. Bei Opfern mit entsprechender Schutzausrüstung sind es nur elf Prozent.

Ein Freerider mit einem geöffneten Lawinenrucksack.

Informieren, beraten lassen und los geht’s!

Eine Tour jenseits der präparierten Pisten bedarf einer akribischen Vorbereitung. Dabei kommt es nicht nur auf die richtige Skitouren-Ausrüstung an. Auch über Wetter, Schneebedingungen und Lawinengefahr solltest du dich genauestens informieren. Bei der Ausrüstung ist es empfehlenswert, sich nicht immer für die günstigste Variante zu entscheiden. Ausgiebige Beratung zu den Details, beispielsweise zur passenden Länge der Tourenski, gibt es guten Sportgeschäften.

Informationen zu Covid-19

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