Liquiditätsplanung: Damit das Geschäft weiterläuft

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Liquiditätsplanung stellt erwartete Einzahlungen und Auszahlungen gegenüber.
- Sie hilft, finanzielle Engpässe frühzeitig zu erkennen und die Zahlungsfähigkeit zu sichern.
- Anders als die Gewinnermittlung berücksichtigt sie ausschließlich tatsächliche Zahlungsströme.
- Eine monatliche Planung über mindestens zwölf Monate schafft Planungssicherheit.
- Regelmäßige Aktualisierungen sorgen für belastbare Ergebnisse.
Eine Liquiditätsplanung zeigt, ob deinem Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dafür werden alle erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen gegenübergestellt.
Im Mittelpunkt stehen ausschließlich tatsächliche Zahlungsströme. Entscheidend ist also nicht, wann eine Rechnung geschrieben oder verbucht wird, sondern wann das Geld tatsächlich auf deinem Geschäftskonto eingeht oder dieses verlässt.
Deshalb unterscheidet sich die Liquiditätsplanung von der Gewinn- und Verlustrechnung. Ein Unternehmen kann profitabel sein und trotzdem in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn größere Einnahmen erst verspätet eingehen.
Die Liquiditätsplanung liefert dir einen Blick in die Zukunft. Sie zeigt, wie sich dein Kontostand voraussichtlich entwickelt und ob du rechtzeitig Maßnahmen ergreifen solltest.
Viele Unternehmen erzielen regelmäßig Umsätze, müssen ihre laufenden Kosten jedoch früher bezahlen als ihre Kund:innen ihre Rechnungen begleichen. Genau hier setzt die Liquiditätsplanung an.
Stell dir vor, deine Agentur schließt im Mai mehrere größere Projekte ab. Die Rechnungen werden zwar sofort versendet, die Firmenkunden zahlen jedoch erst nach 60 Tagen. Gleichzeitig werden Ende Juni Gehälter, Miete und Sozialabgaben fällig.
Obwohl dein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich arbeitet, reicht das verfügbare Guthaben kurzfristig möglicherweise nicht aus. Eine Liquiditätsplanung macht solche Engpässe frühzeitig sichtbar, sodass du rechtzeitig gegensteuern kannst.
Das verschafft dir mehr Planungssicherheit – etwa bei Investitionen, Neueinstellungen oder der Finanzierung größerer Projekte.
Eine sorgfältige Liquiditätsplanung unterstützt dich dabei, dein Unternehmen sicher und vorausschauend zu steuern. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
- frühzeitiges Erkennen finanzieller Engpässe
- Sicherung der Zahlungsfähigkeit
- bessere Planung von Investitionen
- fundiertere Entscheidungen über Finanzierungen
- höhere Planungssicherheit bei saisonalen Schwankungen
- bessere Vorbereitung auf Gespräche mit Banken oder Investor:innen
Der Aufbau einer Liquiditätsplanung ist übersichtlich. Wichtig ist, dass du alle erwarteten Zahlungsströme möglichst realistisch erfasst und deine Planung regelmäßig aktualisierst.
Erfasse anschließend alle erwarteten Zahlungseingänge für den jeweiligen Monat. Dazu können unter anderem gehören:
- Umsatzerlöse
- Kundenzahlungen
- Kreditauszahlungen
- Fördermittel
- Gesellschaftereinlagen
- Steuererstattungen
- sonstige Einzahlungen
Plane die Einnahmen möglichst konservativ. Berücksichtige dabei auch vereinbarte Zahlungsziele sowie mögliche Verzögerungen.
Im nächsten Schritt stellst du sämtliche erwarteten Auszahlungen zusammen. Typische Positionen sind:
- Wareneinkauf
- Personal- und Lohnkosten
- Miete und Nebenkosten
- Versicherungen
- Steuern und Sozialabgaben
- Kreditraten
- Investitionen
- sonstige Betriebsausgaben
Vergiss auch unregelmäßige Zahlungen nicht, etwa Versicherungsbeiträge oder Steuerzahlungen, die nur einmal pro Quartal oder Jahr anfallen.
Aus Anfangsbestand, Einzahlungen und Auszahlungen ergibt sich der voraussichtliche Liquiditätsbestand am Monatsende.
Position | Betrag |
|---|---|
Liquiditätsbestand Monatsbeginn | 35.000 Euro |
Einzahlungen | + 28.000
Euro |
Auszahlungen | − 25.000
Euro |
Investitionen | − 5.000
Euro |
Liquiditätsbestand Monatsende | 33.000
Euro |
Erstelle deine Planung idealerweise für mindestens zwölf Monate. So erkennst du über diese Liquiditätsrechnung saisonale Schwankungen und kannst mögliche Finanzierungslücken frühzeitig identifizieren.
Wie häufig du deine Liquiditätsplanung anpassen solltest, hängt von deinem Geschäftsmodell ab. Für viele kleine und mittlere Unternehmen genügt eine monatliche Aktualisierung. Stehen größere Investitionen an oder schwanken die Einnahmen stark, kann eine wöchentliche Überprüfung sinnvoll sein. So erkennst du Veränderungen frühzeitig und kannst schneller reagieren.
Unabhängig vom Rhythmus gilt: Jede größere Veränderung – etwa ein neuer Auftrag, eine unerwartete Ausgabe oder ein verspäteter Zahlungseingang – sollte zeitnah in die Planung einfließen.
Liquiditätsplanung und Cashflow: Was ist der Unterschied?
Der Begriff Cashflow wird häufig im Zusammenhang mit der Liquiditätsplanung von Unternehmen verwendet. Beide Themen hängen zusammen, sind aber nicht identisch.
- Der Cashflow zeigt, welche finanziellen Mittel ein Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums erwirtschaftet oder verbraucht hat. Er ist eine Kennzahl zur Beurteilung der finanziellen Entwicklung.
- Die Liquiditätsplanung geht einen Schritt weiter: Sie betrachtet die erwarteten künftigen Ein- und Auszahlungen und zeigt, ob zu einem bestimmten Zeitpunkt ausreichend Zahlungsmittel vorhanden sind.
Kurz gesagt: Der Cashflow beschreibt die Entwicklung der Zahlungsströme, während die Liquiditätsplanung vorausschauend plant, wann Geld verfügbar sein muss.
Auch eine sorgfältig erstellte Liquiditätsplanung liefert nur dann verlässliche Ergebnisse, wenn die zugrunde liegenden Daten realistisch sind. Diese Fehler kommen besonders häufig vor:
- Einnahmen zu optimistisch planen: Gerade junge Unternehmen überschätzen häufig ihre künftigen Einnahmen. Plane deshalb lieber vorsichtig und berücksichtige, dass Firmenkunden Rechnungen nicht immer pünktlich begleichen.
- Zahlungsziele außer Acht lassen: Nicht der Rechnungsbetrag ist entscheidend, sondern der tatsächliche Zahlungseingang. Werden Zahlungsziele oder verspätete Zahlungen nicht berücksichtigt, entsteht schnell ein falsches Bild der verfügbaren Liquidität.
- Einmalige Ausgaben vergessen: Steuernachzahlungen, Reparaturen oder Versicherungsbeiträge können die Liquidität kurzfristig erheblich belasten. Solche Ausgaben sollten frühzeitig eingeplant werden.
- Gewinn ist nicht gleich Liquidität: Ein Unternehmen kann Gewinn erzielen und trotzdem zahlungsunfähig werden. Der Grund liegt darin, dass Rechnungen oft erst Wochen oder Monate nach ihrer Ausstellung bezahlt werden.
Für die Liquiditätsplanung zählt deshalb ausschließlich, wann Geld tatsächlich eingeht oder ausgegeben wird
- Liquiditätsplanung nicht aktualisieren:
Eine Liquiditätsplanung ist kein statisches Dokument. Neue Aufträge, verspätete Zahlungen oder ungeplante Ausgaben verändern die finanzielle Situation laufend und sollten zeitnah eingearbeitet werden.
Verlängertes Zahlungsziel – bis zu 58 Tage
Zeigt deine Liquiditätsplanung einen möglichen Engpass, solltest du frühzeitig handeln. Oft reichen bereits kleinere Maßnahmen aus, um die Zahlungsfähigkeit dauerhaft zu sichern.
- Rechnungen zeitnah stellen: Je früher du eine Rechnung verschickst, desto früher kann sie bezahlt werden. Verzögerungen bei der Rechnungsstellung verschieben den Zahlungseingang unnötig nach hinten.
- Zahlungseingänge beschleunigen: Skonto kann Firmenkunden dazu motivieren, Rechnungen schneller zu begleichen. Gleichzeitig lohnt sich ein konsequentes Mahnwesen, um ausstehende Forderungen zeitnah einzuziehen.
- Anzahlungen vereinbaren: Bei größeren Projekten können Anzahlungen oder Abschlagszahlungen die Liquidität deutlich verbessern. Gleichzeitig reduzierst du das Risiko hoher offener Forderungen.
- Kundenportfolio diversifizieren: Hängt dein Umsatz von wenigen Firmenkunden ab, können verspätete Zahlungen schnell zum Problem werden. Ein breiter Kundenstamm verteilt das Risiko und sorgt für stabilere Zahlungseingänge.
- Factoring prüfen: Beim Factoring verkaufst du offene Forderungen an einen spezialisierten Dienstleister. Du erhältst den Großteil des Rechnungsbetrags sofort und verbesserst so deine Liquidität. Dafür fallen allerdings Gebühren an.
- Finanzierung frühzeitig planen: Zeichnet sich eine Finanzierungslücke ab, solltest du nicht bis zum letzten Moment warten. Wer frühzeitig das Gespräch mit Banken oder Finanzierungspartnern sucht, hat in der Regel bessere Handlungsmöglichkeiten.
Eine Liquiditätsplanung hilft dir, die Zahlungsfähigkeit deines Unternehmens langfristig zu sichern. Wer Ein- und Auszahlungen realistisch plant und die Zahlen regelmäßig aktualisiert, erkennt finanzielle Engpässe frühzeitig und schafft eine verlässliche Grundlage für unternehmerische Entscheidungen.
Und noch ein Tipp: Nutzt du im Geschäftsalltag die American Express Business Platinum Card, behältst du mit der Amex App Kontostand und Umsätze im Blick – auch für geschäftliche Ausgaben über Zusatzkarten. So erkennst du laufende Belastungen schneller und kannst deine Liquidität vorausschauender planen.*
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Was gehört in eine Liquiditätsplanung?Eine Liquiditätsplanung umfasst den aktuellen Liquiditätsbestand sowie alle erwarteten Ein- und Auszahlungen innerhalb eines definierten Zeitraums. Dazu zählen unter anderem Umsätze, Personalkosten, Miete, Steuern, Kreditraten und geplante Investitionen.+
Was ist der Unterschied zwischen Liquidität und Gewinn?Der Gewinn ergibt sich aus Erträgen und Aufwendungen eines Unternehmens. Die Liquidität zeigt dagegen, ob tatsächlich genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, um laufende Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.+
Wie oft sollte eine Liquiditätsplanung aktualisiert werden?Mindestens einmal pro Monat. Verändern sich Einnahmen oder Ausgaben kurzfristig, solltest du die Planung unmittelbar anpassen, damit sie ihre Aussagekraft behält.