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Steuerlast senken im Unternehmen: 4 Tipps, wie KMUs Steuern sparen

Die Steuerlast in Deutschland ist für viele KMU eine Herausforderung, besonders wenn die Ressourcen für professionelle Beratung begrenzt sind. In diesem Artikel stellen wir vier praxisnahe, legale Ansätze vor – von Abschreibungen über Investitionsabzugsbeträge bis zur Ist-Besteuerung –, die helfen können, die Liquidität zu verbessern und das Unternehmen finanziell besser zu steuern.

Alles Wichtige auf einen Blick

  • Steuerpflicht erfüllen: Unternehmen müssen steuerrechtliche Anforderungen vollständig erfüllen, um rechtliche Probleme zu vermeiden.
  • Geringwertige Wirtschaftsgüter: Investitionen bis 800 Euro lassen sich steuerlich sofort abschreiben.
  • Investitionsabzugsbetrag: Senkt die Steuerlast bei geplanten Anschaffungen im Voraus.
  • Rücklagenbildung: Durch Rücklagen können Unternehmen auf hohe Gewinne effizient reagieren.
  • Ist-Besteuerung: Entlastet den Cashflow, da die Umsatzsteuer erst bei Geldeingang fällig wird.

Das deutsche Steuersystem: Herausforderung für KMUs

Unternehmen in Deutschland stehen im europäischen Vergleich vor vergleichsweise hohen Steuerbelastungen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spüren die Belastung, da sie nicht über die gleichen personellen und finanziellen Ressourcen verfügen wie Großunternehmen. Mit legalen und anerkannten Methoden lässt sich die Steuerplanung jedoch effizient gestalten und das Working Capital des Unternehmens gezielt optimieren.

    Steuern sparen im Unternehmen: Diese Möglichkeiten gibt es

    Zweifelsohne müssen Unternehmen alle steuerrechtlichen Pflichten erfüllen und ihre Steuern korrekt abführen – nicht nur, weil sie damit zum Gemeinwohl beitragen, sondern auch, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Gleichzeitig lohnt es sich, alle legalen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Steuerlast zu senken und den Cashflow im Unternehmen zu stärken. Vier Optionen sind:

    1. Geringwertige Wirtschaftsgüter abschreiben

    Die Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern ist steuerrechtlich für alle Investitionen möglich, für die in der Anschaffung Kosten von bis zu 800 Euro angefallen sind. Neben dieser Kostenbegrenzung besteht die Auflage, dass die geringwertigen Wirtschaftsgüter abnutzbar und beweglich sein müssen.

    In die Kategorie der geringwertigen Wirtschaftsgüter fallen Gegenstände wie Werkzeug, Telefone, Datenträger, Büromöbel wie Stühle, Schreibtische oder Schreibtischlampen, aber auch die Kaffeemaschine auf dem Flur. Die jeweiligen Anschaffungskosten kannst du vollständig im Jahr der Anschaffung abschreiben.

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    2. Steuerlast senken durch Investitionsabzugsbetrag

    Steuern sparen durch Investieren – genau das ermöglicht der Investitionsabzugsbetrag (IAB), von dem speziell KMUs profitieren können. Die in § 7g des Einkommenssteuergesetzes (EstG) festgeschriebene Regelung erlaubt, dass Unternehmen bei geplanten Investitionen die steuerliche Abgabenlast bereits vor der Anschaffung um bis zu 50 Prozent senken können.

    Berechnungsbeispiel IAB:

    Szenario: Geplante Investition in einen Lieferwagen für 70.000 Euro im Jahr 2025

    Zusätzlich zum IAB kannst du bei der tatsächlichen Anschaffung des Wirtschaftsguts eine Sonderabschreibung von bis zu 20 Prozent der Anschaffungskosten vornehmen. Im obigen Beispiel wären das zusätzliche 7.000 Euro (20 Prozent von 35.000 Euro nach IAB-Abzug).

    Wichtig


    Der IAB muss in der Steuererklärung des Jahres, in dem er gebildet werden soll, geltend gemacht werden. Eine nachträgliche Bildung ist nicht möglich. Plane daher deine Investitionen frühzeitig und spreche mit deiner Steuerberatung über die optimale Umsetzung.

    Für dich als Unternehmer:in ist die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags vor allem dann sinnvoll, wenn dein Betrieb einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaftet hat als zunächst prognostiziert. Erhöhter Umsatz geht nämlich prinzipiell einher mit erhöhtem Steueraufkommen.

    Mindere daher deinen Gewinn und vermeide so fällige Steuernachzahlungen, indem du stattdessen innerhalb der nächsten drei Jahre Investitionen tätigst, beispielsweise in die Digitalisierung deines Unternehmens. Bei dabei anfallenden Betriebsausgaben von bis zu 200.000 Euro greift der Investitionsabzugsbetrag.

    3. Steuern sparen dank Rücklagenbildung

    Erzielt dein Unternehmen in einem Jahr eine Umsatzsteigerung, ist dies zunächst eine positive Entwicklung – simultan dazu erhöht sich aber auch die steuerliche Abgabenlast. Die gute Nachricht ist jedoch, dass du einen Teil des Gewinns als Rücklage verbuchen kannst, was den Vorteil nach sich zieht, dass auf diese Rücklage ein niedrigerer Steuersatz erhoben wird.

    Für die Bildung einer Rücklage ist ein Antrag beim Finanzamt notwendig. Der steuerliche Vorteil auf die Rücklagenbildung bleibt allerdings nur so lange bestehen, bis du den zurückgelegten Betrag verwendest. In diesem Moment wird dann eine Steuerabgabe fällig. Folglich ist eine solche Rücklage nur dann ökonomisch sinnvoll, wenn dein Unternehmen einen außergewöhnlich hohen Gewinn erzielt hat und du mindestens sieben Jahre nicht auf die Rücklage zugreifst.

    Bei KMUs ist das finanzielle Budget im Regelfall eng kalkuliert. Daher solltest du alle Bereiche ausloten, in denen dein Unternehmen die Steuerlast senken kann.

    4. Mit Ist-Besteuerung den Cashflow verbessern

    KMUs entrichten die Umsatzsteuer im Regelfall nach der sogenannten Soll-Besteuerung. Dieses Modell sieht vor, dass für jeden Monat, in dem deine Buchhaltung eine Rechnung stellt, auf den Rechnungsbetrag Umsatzsteuer zu zahlen ist. Hierbei gehst du sozusagen in Vorleistung und erstellst eine Umsatzsteuervoranmeldung, die du an die Finanzbehörden übermittelst – auch wenn du den Rechnungsbetrag von deinen Kunden noch nicht erhalten hast. Durch verzögerte oder gar ausbleibende Zahlungen fehlt deinem Unternehmen dadurch bares Geld, was sich nachteilig auf deinen Cashflow auswirkt.

    Eine sinnvolle Lösung bietet der Wechsel zur Ist-Besteuerung. Umsatzsteuer ist hier erst zu entrichten, wenn du den ausstehenden Rechnungsbetrag erhalten hast, gegebenenfalls kann dies auch einige Monate später sein. Für die Ist-Besteuerung muss ein Antrag gestellt werden – Voraussetzung ist unter anderem, dass dein Unternehmen nicht bilanzierungspflichtig ist und dementsprechend einen Umsatz von 600.000 Euro jährlich unterschreitet.

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    Steuerliche Abgabenlast senken und Finanzplanung verbessern

    Das deutsche Steuergesetz ist komplex und bietet noch viele weitere Optionen, wie Betriebe Steuern sparen können. Unsere Tipps liefern dir wichtige Ansatzpunkte, wie du zukünftig in deinem Unternehmen die Steuerlast senken kannst.

    Um jedoch das gesamte Spektrum an Möglichkeiten zu nutzen, solltest du auf jeden Fall eine professionelle Steuerberatung hinzuziehen. Fachleute beraten dich spezifisch hinsichtlich deines Unternehmens und entdecken weitere Potenziale, wie du deine betriebliche Abgabenlast reduzieren kannst. Da sich Steuergesetze von Zeit zu Zeit ändern, bist du damit zusätzlich immer auf dem neuesten Stand und somit rechtlich abgesichert.

    Das Wichtigste haben wir hier für dich zusammengefasst:

    • Speziell für KMUs stellen die vergleichsweise hohen Steuern in Deutschland eine Herausforderung beim Finanzmanagement und der Liquiditätsplanung dar.
    • Durch die Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern und dem Investitionsabzugsbetrag bei Anschaffungen können Unternehmen effektiv Steuern sparen.
    • Mit den Optionen der Rücklagenbildung und der Ist-Besteuerung stehen KMUs effiziente Möglichkeiten zur Verfügung, um den eigenen Cashflow zu optimieren.

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    FAQ: Häufige Fragen und Antworten


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