
Betrug am Geldautomaten – so kannst du dich schützen
Betrug am Geldautomaten ist kein Einzelfall – und die Methoden der Täter:innen werden immer raffinierter. Ob Skimming, Cash-Trapping und andere betrügerische Maschen: Wenn du die gängigen Tricks kennst, kannst du dich wirksam davor schützen. Mit unseren praktischen Sicherheitstipps bist du vor solchen Manipulationen gewappnet. Hier erfährst du mehr.
Das Wichtigste aus diesem Artikel
- Häufige Betrugsmaschen am Geldautomaten: Skimming, Cash-Trapping und Shoulder-Surfing sind die gängigsten Methoden, mit denen Kriminelle Karten- und PIN-Daten oder direkt Bargeld stehlen.
- Manipulierte Automaten erkennen: Auffällige Bauteile, Kleberspuren, lockere Blenden oder ungewöhnlich wirkende Kartenleser können Hinweise auf Betrug sein – im Zweifel den Automaten nicht benutzen.
- PIN und Karte richtig schützen: PIN immer verdeckt eingeben, Karte und PIN getrennt aufbewahren und niemals sensible Daten am Türöffner oder gegenüber Dritten preisgeben.
- Schnell handeln im Ernstfall: Bei Verdacht auf Betrug Karte sofort sperren (z. B. über den Sperrnotruf 116 116), die Bank informieren und Kontobewegungen regelmäßig kontrollieren.
Kriminelle werden beim Betrug am Geldautomaten immer raffinierter. Von klassischem Skimming über Cash-Trapping bis zu Shoulder-Surfing – die Methoden sind vielfältig. Doch mit dem richtigen Wissen kannst du dich effektiv schützen. Erfahre, wie du manipulierte Automaten erkennst, deine PIN sicher eingibst und was im Ernstfall zu tun ist.
Grundsätzlich gilt: Deine Bank oder Sparkasse tut viel dafür, deine Daten und damit dein Geld zu schützen. Dafür kommt immer bessere Sicherheitstechnik zum Einsatz. Dennoch lässt sich Betrug am Automaten leider nie vollständig verhindern. Im Folgenden stellen wir dir drei Maschen vor, mit denen sich Betrüger:innen deine Daten erschleichen können.
Der englische Begriff „Skimming“ bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „Abschöpfen“, steht heute aber auch im übertragenen Sinne für Kredit- beziehungsweise Bankkartenbetrug. Beim Skimming werden deine Kartendaten mithilfe eines manipulierten Kartenlesegeräts am Geldautomaten ausgespäht. Mitunter wird auch eine falsche Frontplatte auf die echte Front des Automaten aufgesetzt.
Egal welche Variante: Das gesamte Konstrukt ist so aufgebaut, dass deine Bankkarte durch das manipulierte Lesegerät zum echten Kartenleser des Automaten weitergeleitet wird. Dabei werden deine Kartendaten ausgelesen, ohne dass du es merkst. An deine PIN gelangen die Kriminellen schließlich mithilfe einer versteckten Kamera oder durch eine aufgesetzte Tastatur.
Teilweise manipulieren Skimming-Betrüger:innen auch das Türöffnergerät zum Bankautomatenbereich. Hierbei montieren sie über dem eigentlichen Lesegerät einen Aufsatz mit Zahlenfeld und greifen so deine Daten ab.
Mit den Daten deiner Karte und deiner PIN erstellen die Betrüger:innen schließlich eine Kartenkopie, die sie dann für Zahlungen verwenden.
Good to know: Bei einem Betrug am Automaten bleibst du nicht zwingend auf deinem Verlust sitzen. Hast du nicht fahrlässig gehandelt und den Betrug zeitnah deiner Bank gemeldet, wird dein gestohlenes Geld oft erstattet. Am besten notierst du dir den Namen der Person, bei der du den Verlust gemeldet hast, sowie Datum und Uhrzeit. Auch ein:e Zeug:in kann bei dem Gespräch nicht schaden.
Beim sogenannten Cash-Trapping geht den Kriminellen dein Geld am Automaten sprichwörtlich in die Falle: Vor der Geldausgabe des Automaten wird ein gefälschter Verschluss befestigt, der mit einer Klebefolie oder Ähnlichem präpariert wurde. An dieser bleibt dein Geld während der Ausgabe hängen – der Automat kann es weder an dich ausgeben noch wieder einziehen. Das führt dazu, dass der Geldautomat nach einer Weile einen Störungshinweis anzeigt.
Verlässt du daraufhin die Bank, holen die Kriminellen das Geld einfach aus dem präparierten Ausgabeschacht und setzen sich damit ab.
Eine besonders dreiste Variante von Betrug am Automaten ist das sogenannte Shoulder-Surfing. Hierbei rücken die Betrüger:innen möglichst nah an ihre potenziellen Opfer heran, um die Karten-PIN während der Eingabe auszuspähen. Mitunter nehmen sie auch Hilfsmittel wie eine Kamera zur Hand, um deine Dateneingabe aus etwas größerem Abstand mitlesen zu können.
Danach lenken die Kriminellen die Kartenbesitzer:innen ab, stehlen die Bankkarte, wenn diese vom Automaten wieder ausgeworfen wird, und flüchten damit. Teilweise wird den Opfern auch eine falsche Bankkarte untergeschoben, sodass der Verlust erst später auffällt.
Möchtest du dich vor Betrug am Automaten schützen, ist Aufmerksamkeit das oberste Gebot. Achte beispielsweise genau darauf, dass dich niemand bei der PIN-Eingabe beobachtet. Am besten schirmst du das Tastaturfeld zusätzlich mit der freien Hand ab, so verhinderst du, dass versteckte Kameras deine PIN aufzeichnen. Alternativ kannst du auch deinen Geldbeutel oder einen anderen Gegenstand als Sichtschutz verwenden.
Abgesehen davon helfen die folgenden Tipps, Betrug am Automaten vorzubeugen:
- Bewahre Karte und PIN unbedingt getrennt voneinander auf.
- Gib deine PIN nie am Türöffner deiner Bank ein. Kein Geldinstitut verlangt eine solche Eingabe.
- Schau dir den Geldautomaten einmal genau an, bevor du deine Bankkarte ins Lesegerät schiebst: Kommt dir etwas ungewöhnlich vor, stehen zum Beispiel Teile ab, gibt es Kleberspuren oder lockere Teile? Dann solltest du den Automaten nicht benutzen und die Auffälligkeiten sofort melden.
- Benutze am besten nur Geldautomaten in geschlossenen Bankräumen. Sie werden besser überwacht und deshalb nicht so leicht manipuliert.
- Behält der Automat deine Bankkarte oder dein Geld (scheinbar) ein, bleib auf jeden Fall vor Ort. Verständige eine:n Mitarbeiter:in der Bank oder rufe beim Telefonservice deines Geldinstituts an. Außerhalb der Öffnungszeiten hilft ein Anruf bei der Polizei.
- Kontrolliere regelmäßig deine Kontoauszüge. Fallen dir ungewöhnliche Kontobewegungen auf, melde dies sofort deiner Bank und erstatte bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt.
- Prüfe das Tageslimit für Überweisungen, Abhebungen und Zahlungen deines Bankkontos. Ist es sehr hoch, können sich Betrüger:innen leichter große Summen sichern, bevor dir etwas auffällt.
Bei Verdacht auf Betrug am Automaten solltest du deine Karte vorsorglich umgehend sperren lassen. So beugst du größeren Verlusten vor. Wende dich dafür an deine Bank oder rufe direkt die Telefonnummer (+49) 116 116 an. Der Sperrnotruf ist bundesweit rund um die Uhr erreichbar.
Quick-Tipp: Der Sperrnotruf 116 116 hilft dir nicht nur in Sachen Bankkarte weiter, sondern auch dann, wenn du deinen Onlinebanking-Zugang, deinen E-Personalausweis oder eine SIM-Karte sperren lassen möchtest.
Vermisst du deine American Express® Kreditkarte, rufst du am besten die Telefonnummer +49 69 9797-1000 an. Deine verlorene oder gestohlene Karte wird dann vom Kundenservice gesperrt und du erhältst in der Regel innerhalb von drei Werktagen eine kostenfreie Ersatzkarte.
Ob dreiste Tricks oder ausgefeilte Technik: Betrüger:innen legen sich teils ordentlich ins Zeug, um an deine Bankdaten zu kommen. Um Betrug am Automaten zu verhindern, reicht es nicht, sich auf die Vorkehrungen deiner Sparkasse oder Bank zu verlassen. Stattdessen ist es wichtig, dass du vor und während der Benutzung eines Geldautomaten besonders aufmerksam bist. Und im Zweifel lieber zu einem anderen Gerät ausweichst, falls dir etwas verdächtig vorkommt.
In den meisten Fällen lautet die Antwort: Ja. Und das auch ganz ohne kriminellen Hintergrund. Denn der allergrößte Teil der Banken und Sparkassen setzt im Bereich der SB-Geräte, im Foyer, dem Schalterbereich und an weiteren Stellen auf eine eigene Videoüberwachung. Darauf wirst du durch entsprechende Schilder hingewiesen. So sollen unter anderem Straftaten verhindert werden. Die Kameras sind allerdings in der Regel so angebracht, dass die von dir eingegebene PIN nicht aufgezeichnet wird.
Oft sind manipulierte Geldautomaten nur schwer zu erkennen. Hinweise können beispielsweise Farbunterschiede zwischen einzelnen Bauteilen sein, ebenso Klebstoffreste (vor allem im Bereich des Bedienfeldes oder Kartenlesers), locker sitzende Blenden oder auffällig neu aussehende Teile an einem offensichtlich gebrauchten Gerät. Auch kleine Löcher im Bereich des Bedienfeldes können ein Hinweis auf eine Manipulation sein, ebenso wie beschädigte Siegel am Bankautomaten.
Geldautomaten müssen in regelmäßigen Abständen neu befüllt werden, rein theoretisch kann ein Automat also durchaus leer sein. Damit das möglichst nicht geschieht, registriert die Software des Geräts genau, wie viel Geld noch vorrätig ist und berechnet davon ausgehend, wann eine Neubefüllung ansteht.
