Gletscher in Island: Abenteuer, Vulkane und Eislandschaften

Alles Wichtige auf einen Blick
Island ist das Land aus Feuer und Eis, und das zeigt sich oft auf wenigen Kilometern. Mächtige Eiskappen liegen über Vulkanen, an der Küste treiben Eisbrocken, und im Hochland warten raue Pisten. Rund elf Prozent der Insel sind von Eiskappen bedeckt.
Erfahre alles über Islands Gletscherwelt, von ikonischen Klassikern bis zu abgelegenen Regionen. Dazu kommen Tipps, wann Eishöhlen am besten zu besuchen sind und welche Sicherheitsregeln gelten.
Ein Gletscher ist ein beständiger Eisblock aus Schnee, der über viele Jahre zu Eis gepresst wird. Das Eis fließt langsam wie ein zäher Strom und verändert dabei ständig seine Oberfläche. Spalten, Kanten und Eisformen gehören deshalb zur natürlichen Form des Gletschers.
Viele Gletscher liegen in Vulkanregionen, manchmal direkt über aktiven Systemen. Besonders gefährlich bei einem Ausbruch eines solchen Vulkans auf Island ist paradoxerweise nicht das Feuer, sondern das Wasser.
Die heiße Lava bringt in kürzester Zeit enorme Eismassen an der Gletscherbasis zum Schmelzen – dieses Wasser muss abfließen und kann dabei enorme Kräfte entwickeln. Solche Gletscherläufe heißen übrigens Jökulhlaup (wörtlich übersetzt: Gletschersprung).
Natürliche Eishöhlen verändern sich jedes Jahr, und genau das macht sie so faszinierend. Besonders das blau schimmernde Eis wirkt im Inneren der Höhle wie eine eigene Lichtwelt. Damit machen sie sogar den berühmten Nordlichtern Konkurrenz.
Die beste Zeit für einen Besuch liegt zwischen Mitte Oktober und März. Im Vatnajökull und an der Gletscherlagune Jökulsárlón warten typische Spots für einen Winterurlaub auf Island, und im Langjökull gibt es die größte, handgemachte Eishöhle der Welt.
Eis-Tipp kompakt
Eishöhlen passen am besten in die Wintersaison von Mitte Oktober bis März. Auf einen Gletscher gelangst du nur mit zertifizierter Führung und passender Ausrüstung. Hochlandstrecken sind üblicherweise ein Fall für den Sommer und brauchen ebenso gute Vorbereitung.
Der Snæfellsjökull sitzt oben auf der Halbinsel Snæfellsnes und ist an klaren Tagen sogar von Reykjavík aus zu sehen. Im August 2012 war der Gipfel erstmals seit Beginn der Erfassung nicht komplett mit Eis bedeckt. Unter dem Eis steckt ein kegelförmiger Stratovulkan, der die Silhouette der Küste prägt. Wer Gletscher in Island sehen will, findet im gleichnamigen Nationalpark Eis, Meer und Gipfel auf einen Blick.
Berühmt wurde der Vulkan auch durch Jules Vernes Werk „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, da im Inneren eine begehbare ehemalige Lavaröhre etwa 35 Meter unter die Erdoberfläche führt. Draußen ist der Snæfellsjökull umgeben von Lavafeldern, schwarzen und weißen Stränden, Klippen sowie Vögeln und Robben.
Nice to know: Im Jahr 1993 versammelten sich Tausende Menschen und ein Team von CNN am Fuß des Vulkans, da Anhänger:innen dort die Landung von Außerirdischen erwarteten.
Der Vatnajökull liegt im Südosten des Landes und ist der größte Gletscher Europas. Er bedeckt rund 8.100 Quadratkilometer, also etwa acht Prozent der isländischen Landfläche. Das Eis ist im Schnitt rund 400 Meter dick und erreicht im Maximum etwa 1.000 Meter. Rund 30 Auslassgletscher, auch „Gletscherarme“ genannt, reichen bis zur Ringstraße oder sogar zum Meer hinunter. Sie dienen als Abflusskanäle für die Eismassen.
Der umliegende Vatnajökull-Nationalpark gilt als eines der beeindruckendsten Naturwunder Islands und umfasst Gletscher und Umland auf 12.000 Quadratkilometern. Das Naturschutzgebiet Skaftafell gehört seit 2008 dazu und ist eine praktische Basis für geführte Wanderungen auf die isländischen Gletscher. Informationszentrum, Campingplatz und Cafeteria machen den Start von dort aus besonders komfortabel.
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Am Fuße des Vatnajökull liegt die Gletscherlagune Jökulsárlón, Islands tiefster See. An der tiefsten Stelle misst die Lagune beeindruckende 248 Meter. Im Wasser treiben Eisstücke in vielen verschiedenen Formen und Größen, dieses Eis ist teilweise über 1.000 Jahre alt.
Ein paar Kilometer weiter funkelt der Diamond Beach. Dort landen einige der Eisbrocken im schwarzen Sand und glitzern wie verstreute Diamanten im Licht. Der isländische Name des Strandes lautet Breiðamerkursandur – der Spitzname „Diamond Beach" ist eine neuere, touristische Bezeichnung.
Der Mýrdalsjökull ist der viertgrößte Gletscher in Island und bedeckt den bekannten und sehr aktiven Vulkan Katla. Gleich nebenan liegen der Gletscher und der gleichnamige Stratovulkan Eyjafjallajökull, dessen Ausbruch mit seinen riesigen Aschewolken 2010 den Flugverkehr in Europa massiv störte. Betroffen waren 20 Länder und rund zehn Millionen Reisende.
Die Katla hingegen bricht rund alle 50 Jahre aus, zuletzt 1918. Bisher folgten ihre Ausbrüche häufig auf jene des benachbarten Eyjafjallajökull, daher scheint ein erneuter Ausbruch absehbar. Die Region ganz an der Südküste Islands ist nicht ohne Grund nur dünn besiedelt.
Nice to know: Da kein unmittelbarer Ausbruch bevorsteht, sind Touren rund um den Mýrdalsjökull das ganze Jahr über möglich, zum Beispiel mit dem Schneemobil.
REISEN NACH ISLAND: INSPIRATION
Der Gletscher Sólheimajökull hängt als Gletscherzunge am Mýrdalsjökull und ist über die Ringstraße gut erreichbar. Zerklüftete Flächen und Spalten machen das Eis hier ausgesprochen spannend. Für Gletscherwanderungen und zum Eisklettern ist das einer der bekanntesten Spots.
Die Zunge ist etwa zehn Kilometer lang und fast zwei Kilometer breit. Sie fällt von rund 1.300 Metern Höhe auf etwa 100 Meter ab. Von der Hauptstadt Reykjavík aus bietet sich die Tour als Tagesausflug an, die Anfahrt dauert zwei bis drei Stunden.
Der Langjökull ist der zweitgrößte Gletscher in Island und liegt im Westen des Hochlands. Mit 953 Quadratkilometern Fläche wirkt er wie eine eigene weiße Welt. Die durchschnittliche Eisdicke liegt bei rund 580 Metern.
Seit 2015 führen künstliche Eistunnel ins Innere, inklusive einer kleinen Kapelle. Unter dem Eis liegen zwei aktive Vulkane. Zwischen dem Niederschlag und dem Moment, wenn das Eis wieder zu Trinkwasser geschmolzen ist und den Gletscher als Fluss verlässt, liegen schätzungsweise rund 1.000 Jahre.
Must-do: Schneemobiltouren sind hier ein Klassiker unter den Aktivitäten.
Der Hofsjökull ist der drittgrößte isländische Gletscher und liegt mitten im zentralen Hochland, das nur im Sommer zugänglich ist. Unter dem Eis liegt ein aktiver Schildvulkan mit Caldera (spanisch: Kessel), einem natürlichen Vulkankrater.
Auch mehrere Flüsse entspringen hier. Dazu gehört die Þjórsá, Islands längster Fluss. Zwischen Hofsjökull und Langjökull verläuft die Kjölur-Route, sie verbindet Süden und Norden des Landes.
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HIGHLIGHTS IN ISLAND ENTDECKEN
Der Drangajökull liegt in den Westfjorden und ist der fünftgrößte Gletscher des Landes. Er ist der einzige Gletscher, dessen Größe in den letzten Jahren nicht abgenommen hat. Außerdem liegt er komplett unterhalb von 1.000 Metern Höhe. Die Gegend liegt nah am Hornstrandir-Naturschutzgebiet, einer Halbinsel mit reicher Pflanzenvielfalt.
Good to know: Wenn du in Hornstrandir wandern und campen möchtest, brauchst du Zelt, Ausrüstung und Proviant. In diesem Naturschutzgebiet gibt es weder Straßen noch Unterkünfte oder Geschäfte – Selbstversorgung ist Pflicht.
Extra-Tipp
Auf großen Eiskappen können die Bedingungen extrem werden, und Spalten tauchen schneller auf, als vielen Island-Besucher:innen lieb ist. Grundsätzlich gilt: Allein aufs Eis zu gehen, ist tabu. Eine Tour ist nur mit zertifizierter Führung und passender Ausrüstung möglich.
Gerade im Hochland zählt Vorbereitung, weil Wetter und Beschaffenheit der Pisten die Anfahrt bestimmen. Für Teile rund um den Vatnajökull und für Strecken am Snæfellsjökull ist ein guter Allradwagen Pflicht. Manche Routen mit dem Mietwagen durch Island lohnen sich auch nur im Sommer.
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Islands Gletscher und Eishöhlen sind weit mehr als bloße Naturschauspiele: Sie sind lebendige Zeug:innen einer jahrtausendealten Geschichte aus Eis und Vulkanfeuer. Kein anderes Land der Welt bietet diesen einzigartigen Kontrast so unmittelbar: glitzernde Eisberge, die vor schwarzem Lavasand thronen, Tunnel durch kilometerdickes Eis, und darunter Vulkane, die jederzeit erwachen können.
Wenn du Islands Gletscher besuchst, erlebst du hautnah, wie gewaltig und gleichzeitig vergänglich Natur sein kann – denn das Eis schmilzt, und mit ihm verschwinden Landschaften, die es kein zweites Mal gibt.
Ein Tipp, wenn dich jetzt die Reiselust gepackt hat: Mit der American Express Platinum Card profitierst du in vielen Hotels weltweit von exklusiven Vorteilen wie Zimmer-Upgrades und Hotelguthaben, zum Beispiel im Iceland Parliament Hotel in Reykjavík.*
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Welche Gletscher auf Island sind besonders bekannt?Zu den bekanntesten Gletschern auf Island gehören Vatnajökull, Langjökull, Snæfellsjökull, Mýrdalsjökull und Sólheimajökull.+
Wann ist die beste Zeit für Eishöhlen auf Island?Die beste Zeit für natürliche Eishöhlen liegt meist zwischen Mitte Oktober und März.+
Kann ich Islands Gletscher allein besuchen?Nein, Gletschertouren solltest du nur im Rahmen einer zertifizierter Führung und mit passender Ausrüstung machen.






