
Platzreife im Golf: Was das ist und wie du sie bekommst
Der Urlaub ist gebucht, ein schöner Golfplatz ganz in der Nähe. Am liebsten würdest du die 18-Loch-Anlage sofort erkunden und ausprobieren. Doch ganz so einfach geht das nicht. Um auf einem traditionellen Golfplatz spielen zu dürfen, musst du für gewöhnlich erst die Platzreife machen. Wir erklären, welche Schritte nötig sind, um sie zu erhalten.
Wenn du Golfspielen lernen möchtest, wirst du irgendwann auch mit der Platzreife konfrontiert. Auf vielen Golfplätzen ist die Platzreife eine unverhandelbare Voraussetzung, ohne sie darf nicht oder nur sehr eingeschränkt gespielt werden.
Der Begriff Platzreife steht für die Fähigkeit, sich im laufenden Betrieb einer Anlage einzuordnen, quasi als Einstieg in den Golfsport. Grundsätzlich gilt die Platzreife nur für den Platz, für den sie erteilt wurde. Nur weil du eine Platzreife hast, heißt dies also nicht, dass du auf jeder Anlage deine Bälle schlagen darfst.
Empfehlenswert ist daher, die sogenannte DGV-Platzreife zu erlangen: ein bundesweit einheitlicher Prüfungsstandard, deren Inhalt der Deutsche Golf Verband (DGV) festlegt.
Diese DGV-Platzreife wird auf den rund 700 dem DGV zugehörigen Golfanlagen in Deutschland sowie für gewöhnlich auch in Österreich und der Schweiz anerkannt. Insgesamt gibt es in Deutschland fast 1.000 Golfplätze.
Nice to know: In der Regel ist die bestandene Platzreifeprüfung zudem Voraussetzung, um Mitglied in einem Golfklub zu werden.
Wissenswertes für Golfneulinge: Regeln und Equipment
In einer Prüfung mit Theorie und Praxis musst du nachweisen, dass du die Grundlagen des Golfsportes beherrschst. Dazu gehört vor allem ein ordentliches Spielniveau. Du zeigst deinen Golfschwung, langes und kurzes Spiel sowie deine Fähigkeit beim Putten.
Wichtig ist beispielsweise eine angemessene Spieldauer, um zu gewährleisten, dass du den Betrieb auf dem Platz nicht aufhältst. Und du musst die Regeln und die Etikette eines Golfplatzes kennen. Offiziell heißt es übrigens nicht Platzreife, sondern Platzerlaubnis (PE).

Zur Begründung verweist der DGV vor allem auf die Sicherheit: Ein Golfball kann schwere Verletzungen verursachen, also sollten alle Golfspieler:innen wissen, was sie tun und was sie können.
Der praktische Teil der Prüfung beinhaltet, umsichtiges Verhalten auf dem Platz zu demonstrieren, sich an die Etikette zu halten und eine bestimmte Schlagzahl beim Spielen zu erreichen. Die theoretische Prüfung besteht aus einem schriftlichen Test.
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Eine Frage zur Prüfung der Platzreife: Dürfen Spieler:innen auf dem Grün Tau und Reif auf der Spiellinie entfernen?
Nein, sie dürfen nur „lose hinderliche Naturstoffe“ entfernen, zum Beispiel Laub.
Der theoretische Teil der DGV-Platzreifeprüfung ist nicht zu unterschätzen. Die offiziellen Golfregeln werden alle vier Jahre neu herausgegeben. In Deutschland übernimmt das der DGV. Festgelegt werden die Regeln allerdings vom Royal and Ancient Golf Club of St Andrews und der United States Golf Association (USGA).
Die Prüfungsfragen sind zum Teil alles andere als trivial. Insgesamt gibt es 170 Regeln beziehungsweise Prüfungsfragen, die die Prüflinge auswendig lernen müssen. Die schriftliche Prüfung für die Platzreife umfasst 30 Fragen in Multiple-Choice-Form.
Der Verlag Köllen, der Regelbücher und Erläuterungen herausgibt, hat auch eine App zur Vorbereitung auf die Platzreifeprüfung im Angebot. Sie enthält alle 170 Original-Prüfungsfragen der DGV-Platzreife. Die App ist im App Store und im Google Play Store erhältlich.
Nice to know: Viele Onlineportale bieten ebenfalls ein Regelquiz zur DGV-Platzreife an.

Nerdpedia
Eine Frage zur Prüfung der Platzreife: Ein Ball gilt als „bewegt“, wenn er mindestens eine halbe Umdrehung ausgeführt hat. Richtig oder falsch?
Falsch. Jede Bewegung reicht, auch um einen Millimeter.
Nun wird es fachlich, doch der praktische Leistungsnachweis ist mit einiger Vorbereitung machbar: Du spielst neun Löcher – die besten sechs werden gewertet – und musst dabei im Schnitt mit drei Schlägen über Par auskommen, also zum Beispiel mit sechs Schlägen bei einem Par-3-Loch.
Das Par ist dabei die Anzahl von Schlägen, die gute Golfer:innen für dieses Loch benötigen. Welches Par ein Loch hat, wird in der Scorekarte der Anlage angegeben.
In der recht komplizierten Golf-Arithmetik wären das „12 Netto-Stableford-Punkte“, ausgehend von einem fiktiven Handicap von 54. Diese Zahl drückt aus, dass du auf einem 18-Loch-Kurs pro Bahn drei Schläge Vorgabe (3 × 18 = 54) gegen den Platzstandard hast.
Für die sechs Schläge auf der Par-3-Bahn gibt es nach Tabelle „2 Stableford-Punkte“, das musst du also sechsmal schaffen. Früher wurde das Anfangs-Handicap 54 gleich mit der Platzreife zusammen vergeben, neuerdings musst du das Handicap extra erspielen.
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Wie streng geht es zu?
Nach allem, was zu hören ist: nicht übermäßig. Wenn du nachweist, dass du verantwortungsbewusst bist, den Ball sicher spielst und die Golfregeln kennst, wird dir wohl kein versehentlicher „Luftschlag“ angerechnet.

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Eine Frage zur Prüfung der Platzreife: Spieler:innen sollten sicherstellen, dass jede von ihnen beschädigte oder herausgeschlagene Grasnarbe sofort wieder eingesetzt und festgetreten wird. Die von anderen Spieler:innen hervorgerufenen Beschädigungen sind nicht zu beachten, weil ihre Reparatur nur zu einer zusätzlichen Spielverzögerung führen würde. Richtig oder falsch?
Falsch. Die Etikette verlangt, dass Schäden behoben werden, auch die von Mitspieler:innen verursachten.
Viele Klubs – genauer: die dort angestellten „Pros“, – bieten Platzreifekurse an. Die Kosten für einen Kurs können sehr unterschiedlich ausfallen, können mehreren Hundert Euro kosten.
Wie immer solltest du das Kleingedruckte (zusätzliche Platzgebühren und andere Zusatzkosten) genau lesen. Da viele Golfklubs aber gern neue Mitglieder aufnehmen, wird die Hürde Platzerlaubnis in der Regel nicht absichtlich erhöht, weder bei den Prüfungen noch bei den Kosten.
In einigen Klubs werden Crashkurse angeboten, in denen du die Platzreife an einem Wochenende machen kannst. Meist findet das Training in kleinen Gruppen statt. Möchtest du dich richtig auf das Golfen einlassen, solltest du dir aber mehr Zeit nehmen.
Die DGV-Platzreife sieht zwölf Stunden praktischen Unterricht vor. Diese Zeit benötigst du im Regelfall auch, um die nötige Technik beim Abschlag zu verinnerlichen. Die Prüfung wird ebenfalls auf der Übungsanlage abgenommen, der sogenannten Driving Range.
Wie finde ich meinen Platzreifekurs?
Es ist empfehlenswert, zunächst auf die Angebote der nächstgelegenen Golfklubs und -anlagen zu schauen und die Möglichkeiten zu vergleichen. Weil die Nachfrage hoch und konstant ist – schließlich müssen alle Anfänger:innen da durch – gibt es auch eine Reihe von Onlineportalen wie www.deutschland-macht-platzreife.de.

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Eine Frage zur Prüfung der Platzreife: Unter dem Abschnitt „Etikette“ sind die Bekleidungsrichtlinien für den Golfplatz zusammengefasst. Richtig oder falsch?
Falsch. Offiziell gibt es keine Bekleidungsvorschriften. Wohl aber in den Bestimmungen vieler Klubs – also in der Regel keine Jeans und T-Shirts. Teil der Platzreifeprüfung sind diese Kleiderregeln aber nicht.
Das Internet ist voll mit Angeboten für Platzreifekurse. Leider sind nicht alle seriös: Wenn du die DGV-Platzreife erlangen möchtest, müssen die Trainer:innen beziehungsweise Golflehrer:innen vom Deutschen Golf Verband lizenziert sein.
Selbstverständlich gibt es auch im Ausland (zum Beispiel in Spanien) Anbieter, die einen entsprechenden Vertrag mit dem DGV haben. Wenn du dir unsicher bist: besser im Klub nachfragen, bei dem du nach der Prüfung spielen möchtest und eventuell sogar eine Mitgliedschaft anstrebst.
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