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Schnitt-Talent: Auf der Suche nach dem schärfsten Messer der Welt

Ein Messer mit schwarzem Griff isoliert vor schwarzem Hintergrund
Redaktion AMEXcited
Torsten Schultze
Mühelos gleitet die Klinge durch das saftige Stück Fleisch. Sie zerteilt das Filet in mundgerechte Stücke, die danach in der brutzelnden Butter landen... Eines ist klar: Ohne gutes Messer wird Küchenarbeit schnell zur Küchenqual, und bei der Wahl der Schneide entscheidet neben der Härte vor allem die Schärfe der Klinge. Aber welches sind eigentlich die schärfsten Messer? Und taugen sie auch für die Küche? Wir erkunden verschiedene Materialien für Schneidwerkzeuge und werfen einen kurzen Blick in die Geschichte.
  1. Steinzeit-Schneiden: Scharfe Klingen statt scharfer Zähne
  2. Auf Messers dünner Schneide: Die Frage nach der Schärfe
  3. Kurz angeschnitten: Messer aus Stahl
  4. Härter und schärfer, als ihr Name verspricht: Keramikmesser
  5. Scharf, schärfer, Obsidian: Die vermutlich schärfsten Messer der Welt
  6. Schärfe ist nicht alles

Steinzeit-Schneiden: Scharfe Klingen statt scharfer Zähne

Menschen sind Raubtiere ohne Krallen und Reißzähne. Um an tierische Nahrungs- und Eiweißquellen wie Fleisch oder Knochenmark zu kommen, mussten sie sich anderweitig behelfen – nur so konnten sie als Spezies überleben. Schon in frühester Zeit nutzten die Menschen daher rudimentäre Klingen.

Messer tauchen in einfacher Form erstmals in der Steinzeit auf: Durch geschicktes Abschlagen von Feuerstein, Quarz, Jade oder Knochen fertigten unsere Vorfahren scharfe Faustkeile. Das waren damals mit Sicherheit noch nicht die schärfsten Messer der Welt. Sie erfüllten aber durchaus ihren Zweck und eigneten sich zum Zerteilen frisch erlegter Beute.

Neun Faustkeile aus der Altsteinzeit als Exponate

Auf Messers dünner Schneide: Die Frage nach der Schärfe

Feuerstein-, Jade- oder Knochenmesser wie in der Steinzeit sind in deutschen Küchen heute meist nicht mehr zu finden. Als gängige Materialien zur Messerherstellung dienen mittlerweile vor allem Stahl und Keramik. Die schärfste Klinge der Welt zu bestimmen, fällt angesichts des Angebots allerdings nicht ganz leicht.

„Grundsätzlich gilt: Je härter eine Klinge ist, desto dünner und damit schärfer wird sie sich schleifen lassen“, sagt Dr. Sixt Wetzler, Leiter des Deutschen Klingenmuseums in Solingen. Technisch wird die Frage nach der Schärfe eines Messers durch die DIN-Norm 8442-5 geregelt. „Zumindest für den privaten Messergebrauch ist mir allerdings kein Hersteller bekannt, der seine Klingen nach dieser Norm auszeichnen würde”, so Wetzler.

Hard as a Rock(well): Härtegrad von Messern

Der Härtegrad eines Messers wird übrigens in HRC angegeben, also der Härte nach Rockwell. Neugierig, was es damit auf sich hat? Auch dazu findest Du spannende Fakten bei AMEXcited.

Kurz angeschnitten: Messer aus Stahl

Bei der Suche nach dem schärfsten Messer der Welt muss das wohl am weitesten verbreitete Schneidwerkzeug in deutschen Küchen zumindest kurz Erwähnung finden: das Stahlmesser. Stahl erlangt seine Härte durch Erhitzen und anschließendes Abkühlen. Noch stabiler lässt er sich durch eine besondere Falttechnik schmieden, sogenanntes „Damaszieren“. Damastmesser sind härter als einfache Messer aus Stahl und lassen sich noch dünner und somit schärfer schleifen. Dennoch: Auch solche Stahlklingen sind weniger scharf als Klingen aus einem anderen Material.

Drei Damastmesser aus Stahl mit Horngriffen und Lederetui

Härter und schärfer, als ihr Name verspricht: Keramikmesser

In deutschen Küchen erfreuen sich Keramikklingen immer größerer Beliebtheit. Für manche gehören sie zu den besten Messern der Welt. Ihre Schneiden sind aus Zirkonoxid gefertigt – ein keramischer Werkstoff, der auch in der Medizin- und Weltraumtechnik Anwendung findet. Keramikmesser liegen bei der Schärfe vor Messern aus Stahl: Die Härte von Keramik kommt der eines Diamanten nahe, dadurch lassen sie sich extrem scharf schleifen. Außerdem haben sie eine höhere Schnitthaltigkeit als die Stahl-Konkurrenz.

Beständige Schärfe: Auf die Schnitthaltigkeit kommt’s an

Neben der Schärfe eines Messers spielt auch seine Schnitthaltigkeit eine wichtige Rolle. Die gibt an, wie lange eine Klinge ihre Schärfe hält.

Sollten Keramikklingen doch irgendwann einmal stumpf werden, lassen sie sich im Gegensatz zu Stahlmessern nicht ohne Weiteres zu Hause nachschleifen. Zum Schärfen des extrem harten Materials braucht es spezielle Diamantscheiben. Außerdem ist Keramik sehr viel spröder als Stahl: Wird ein Messer aus Versehen fallen gelassen, zerbricht die Klinge leicht. Wegen ihrer hohen Anfälligkeit eignen sich Keramikmesser weder zum Hacken von Gemüse noch zum Schneiden von tiefgefrorenen Produkten. Die Schärfe hat also ihren Preis.

Keramikmesser mit schwarzem Griff und Holzbrett auf Holztisch

Scharf, schärfer, Obsidian: Die vermutlich schärfsten Messer der Welt

Auch wenn heute vor allem Keramik und Stahl zur Herstellung von Messern verwendet werden: Die Suche nach den schärfsten Klingen der Welt führt zurück zu den Anfängen von Schneidwerkzeugen und den damals verwendeten Materialien. Die vielleicht schärfsten Messer der Welt bestehen aus Obsidian. Dabei handelt es sich um vulkanisches Gesteinsglas, das beim Abkühlen von Lava entsteht und durch seine extreme Härte nur schwer zu bearbeiten ist. Die schärfste Klinge der Welt lässt sich nur durch das Schlagen einer Bruchkante erstellen.

Selbst für Expert:innen ist das eine schwierige Aufgabe, die nur in wenigen Fällen von Erfolg gekrönt ist. Gelingt eine perfekte Bruchkante, ist diese nur wenige Moleküle breit: Das macht Obsidianklingen so extrem scharf. Allerdings sind diese Schneiden nicht sonderlich stabil und brechen noch leichter als Keramik. Da Klingen aus Obsidian aufgrund ihrer Fragilität nicht für die Küche geeignet sind, haben sie zumindest den Titel der schärfsten Kochmesser der Welt nicht verdient.

Obsidianmesser mit Knochengriff

Schärfe ist nicht alles

Wie ihre Vorfahren sind die heutigen Menschen bei der Nahrungszubereitung auf Messer angewiesen. Die bestehen mittlerweile vor allem aus Stahl oder Keramik. Messer aus Keramik lassen sich schärfer schleifen als Messer aus Stahl. Sie bleiben aufgrund ihrer Härte länger scharf, zerbrechen dafür aber leichter und lassen sich nur schwer nachschleifen.

Das vielleicht schärfste Messer der Welt ist aus Obsidian. Es ist aber extrem bruchanfällig und deshalb für den Einsatz in der Küche nicht geeignet. Am Ende zeigt sich: Schärfe allein ist bei der Auswahl des richtigen Messers nicht alles.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

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