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Mit Kindern wandern im Elbsandsteingebirge: 5 zauberhafte Routen

Ein Junge mit Rucksack wandert durch den Wald und beobachtet die Natur
Maike Schade
Hoch ragen die Felsnadeln in den Himmel. Kletternde hangeln sich an ihnen hinauf. Für Familien mit Kindern ist diese Herausforderung freilich nichts – wohl aber das Zugucken und Staunen. Die Natur im Elbsandsandsteingebirge ist beeindruckend, und es gibt viele schöne Wanderungen, die auch Kinder gut bewältigen können: zur Bastei, auf Spuren des Kaspers und des Luchses oder auch durch ein geheimnisvolles Felsenlabyrinth. 5 tolle Touren mit kleineren und etwas größeren Kindern in der Sächsischen Schweiz.
  1. Zur Bastei wandern mit Kindern
  2. Luchse luschern: Mit Kindern auf dem Luchsweg entlang
  3. Bielatal: Über den Bernhardstein zum Felsenlabyrinth
  4. Tri, tra, trallala: Der Hohnsteiner Kasperpfad
  5. Klasse Kirnitzschtal: Familienwanderung über die untere Affensteinpromenade
  6. Wanderparadies Sächsische Schweiz

Zur Bastei wandern mit Kindern

Eine Bastei? Kirchenbesuche sind für Kinder oft nur bedingt spannend. Doch in der Sächsischen Schweiz ist mit diesem Begriff mitnichten ein sakraler Bau gemeint: Es handelt sich um eine spektakuläre Felsformation zwischen Rathen und Wehlen. Fast 200 Meter fällt der Hang hinter dem Felsmassiv zur Elbe hin ab, und durch die Formation zieht sich die 76,5 Meter lange Basteibrücke. Eine Wanderung hierhin punktet zusätzlich mit wunderbaren Panoramaaussichten über das Elbtal und das Gebirge mit seinem prächtigen Königstein.

Am schönsten ist die Bastei-Wanderroute mit Kindern von Wahlen zum Kurort Rathen (oder umgekehrt). Es geht teilweise ordentlich und insgesamt 320 Höhenmeter bergauf, die Kinder sollten also nicht zu klein sein. Die Wanderung ist Teil des 115 Kilometer langen Malerwegs, folge also von Wehlen aus dieser Kennzeichnung. Auf dem Schwarzbergweg geht es zunächst hinauf zur Waldgaststätte Zum Steinernen Tisch, dann weiter bis zur Basteiaussicht.

Eine schmale, mit Moos bewachsene Felsschlucht

Über die berühmte Basteibrücke geht es dann zu einem weiteren Highlight, der Felsenburg Neurathen. Die Ruine dieser Burg aus dem 13. Jahrhundert solltest du unbedingt mit deiner Familie besichtigen! Danach bietet sich ein Einkehrschwung auf der Panoramaterrasse des Basteihotels an, bevor es schließlich durch die malerische Schlucht „Schwedenlöcher“ hinunter zum Amselgrund und der Amselfallbaude geht – auch hier ist eine kleine Pause mit Imbiss empfehlenswert.

Am Amselsee vorbei wandert ihr schließlich hinunter Richtung Elbe nach Rathen. Zurück nach Wehlen geht es entweder mit der S-Bahn oder zu Fuß über den Rauenstein (etwa eine Stunde Laufzeit).

Nice to know: In Rathen gibt es eine sehenswerte Modelleisenbahnausstellung. Ein Besuch der „Eisenbahnwelten“ ist für die ganze Familie ein tolles Erlebnis.

Nerdpedia

Auf der Tourismusseite der Sächsischen Schweiz lassen sich Wanderkarten mit wertvollen Tipps zur benötigten Ausstattung, Einkehrmöglichkeiten oder Höhenmetern kostenlos herunterladen.

Luchse luschern: Mit Kindern auf dem Luchsweg entlang

Was ist denn das da auf dem Boden? Pfotenabdrücke, ein großer Fleck mit vier kleineren darüber. Ganz klar: Das war ein Luchs! Ihr folgt der (gemalten) Fährte durch Bad Schandau und begebt euch auf eine spannende Wanderung auf den Spuren der scheuen Wildkatze. Einst war sie im Elbsandsteingebirge weit verbreitet, doch heute sind Luchse hier extrem selten. Der Luchsweg ist nicht nur eine schöne Wanderung, sondern du erfährst auch viel über den Lebensraum, sein Wesen und seine Fähigkeiten.

Wusstest du zum Beispiel, dass ein Luchs bis zu sieben Meter weit springen kann? Und dass er ein besonders scharfes Gehör hat, mit dem er Beutetiere und Gefahren auf weite Entfernungen erlauschen kann? Nicht umsonst gibt es schließlich die Redewendung „Ohren wie ein Luchs“. All das und mehr erfahrt ihr, wenn ihr den Luchsweg wandert.

Ein Luchs sitzt mit gespitzten Ohren auf einem Felsen

Los geht es am Nationalparkzentrum in Bad Schandau. Die Luchstatzenspur führt zunächst an der Elbe entlang bis zum historischen Panoramaaufzug, der euch hinauf zum Luchsgehege fährt, wo ihr mit Glück die Wildkatzen beobachten könnt. Weiter geht es zur Aussichtsplattform „Karls Ruh“ mit Blick auf die Stadt und dann hinab nach Bad Schandau. Endpunkt ist wieder das Nationalparkzentrum.

Die Wanderung ist leicht und auch mit kleinen Kindern möglich. Verschiedene Stationen peppen sie ordentlich auf: eine Weitsprunganlage (so weit können Luchse springen!), ein Hörrohr (so gut hören wie ein Luchs) oder auch ein Holzpuzzle vermitteln spielerisch Wissen über die puschelohrigen Raubkatzen.

Nice to know: Das Nationalparkzentrum ist auch einen Besuch wert. Hier erfahrt ihr in einer interaktiven, familiengerechten Ausstellung viel über den Nationalpark Sächsische Schweiz.

Bielatal: Über den Bernhardstein zum Felsenlabyrinth

Felsblöcke türmen sich über- und nebeneinander. Was lässt es sich hier toll herumklettern! Und da: eine Felsspalte, durch die du hindurchkriechen musst. Immer tiefer krabbelst und krauchst du in das Felsenlabyrinth hinein. Wo war nur der Ausgang? Rechts? Links? Doch geradeaus? Ein Glück, dass der Ausgang beschildert ist… Das Felsenlabyrinth bei Langenhennersdorf ist bei trockenem Wetter (sonst sehr rutschig) ein formidabler Abenteuerspielplatz, vor allem für Kinder.

Es ist der Höhepunkt einer schönen, kurzen Wanderung, die an der Touristinformation im Ortsteil Bielatal beginnt. Du folgst der Wegkennzeichnung Blauer Strich und wanderst auf dem Nikolsdorfer Weg bis zum Friedhof, vor dem du Richtung Bernhardstein abbiegst. Um diese Aussichtsplattform zu erreichen, gilt es einige Stufen zu erklimmen. Lohnt sich! Nicht nur wegen des Ausblicks, sondern auch wegen der Informationstafel, die von der Geschichte dieses Ortes erzählen.

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Kinder klettern einen steinigen und felsigen Hang entlang

Dann geht es wieder hinab, Richtung Langenhennersdorf. Der Blaue Strich führt dich direkt zum Labyrinth. Die Markierung weist auch den Rückweg – zunächst in Richtung Königstein bis zum asphaltierten Weg Hirschstange, dem du nach rechts folgst. Bald schon sind der Friedhof und das Ziel in Sicht. Tipp für Familien mit kleineren Kindern, die diese Runde noch nicht schaffen: Etwa zehn Minuten Fußmarsch (800 Meter) vom Labyrinth entfernt gibt es einen Parkplatz.

Nice to know: Auf dem etwa fünf Kilometer langen Rundwanderweg Schweizermühle–Ottomühle kannst du das Obere Bielatal kennenlernen.

Tri, tra, trallala: Der Hohnsteiner Kasperpfad

Woher kommt eigentlich der Kasper? Klarer Fall: aus Hohnstein. Denn in diesem kleinen Städtchen im Nationalpark Sächsische Schweiz hauste einst der Puppenspieler Max Jacob. Er begründete die Puppenspiel-Stilrichtung Hohnsteiner Kasper – neuartig, weil erstmals pädagogisch wertvoll. Auf die Spuren des zwar naseweisen, aber mutigen und schlauen Holzkopfes begibst du dich mit deiner Familie auf dem äußerst kurzweiligen Hohnsteiner Kasperpfad.

Am Startpunkt, dem Parkplatz „Eiche“ in Hohnstein, solltest du an der Informationstafel die Wanderkarte holen: Auf ihr ist für die Kleinen die Route mit acht Stationen dargestellt. Habt ihr eine Wegstation erreicht, darf auf der Karte der entsprechende Kasperkopf freigerubbelt werden. Folgt einfach dem wegweisenden roten Punkt von Station zu Station.

Eine klassische Kasperle-Handpuppe aus Holz und Stoff

Die Kids haben vermutlich nur Augen für das nächste Schild mit Kasperkopf. Doch auch für die Erwachsenen gibt es viel zu sehen: Ihr habt einen wundervollen Blick auf die Stadt, passiert einen lauschigen Kräutergarten und umrundet die alte Burg. Hier lebte die „Kasperfamilie“ (die Puppenspielergruppe mit ihren Familien) von Max Jacob einige Zeit, und noch heute werden in Hohnstein die berühmten Handpuppen gefertigt.

Das Burgmuseum, in dem ihr viel über die Stadt und die Umgebung erfahrt, solltet ihr unbedingt besuchen. Genau wie die Kasperausstellung in der Touristinformation und das Max-Jacob-Theater.

Nice to know: Für seine Verdienste um das pädagogisch wertvolle Puppenspiel erhielt Max Jacob 1956 das Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 1957 wurde er zum Präsidenten der Internationalen Puppenspielervereinigung UNIMA gewählt.

Wieso heißt die deutsche Seite des Elbsandsteingebirges auch „Sächsische Schweiz“?

Der Begriff geht angeblich auf zwei Schweizer Künstler im 18. Jahrhundert zurück, die sich bei ihrem Aufenthalt in Dresden und im Sandsteingebirge an ihre Heimat, den Schweizer Jura, erinnert fühlten. Die Bezeichnung verbreitete sich anschließend wie ein guter Werbeslogan und sorgte mit dafür, dass die ehemalige Bergbaugegend auch für den sich entwickelnden Wandertourismus interessant wurde.

Klasse Kirnitzschtal: Familienwanderung über die untere Affensteinpromenade

Das nach dem Flüsschen Kirnitzsch benannte Tal gehört zu den schönsten unter den vielen schönen im Elbsandsteingebirge. Du kannst es auch mit deinen Kindern erkunden – zum Beispiel bei einer Wanderung auf der unteren Affensteinpromenade. Diese verläuft unterhalb der berühmten, bizarren Kletterfelsen. Ein fantastischer Anblick!

Startpunkt dieser Familienwanderung ist der Parkplatz „Nasser Grund“ an der Kirnitzschtalstraße. Zunächst geht es auf der gleichnamigen Straße entlang, dann links hinein in die Eulentilke (Wegmarkierung grüner Punkt), die direkt auf die untere Affensteinpromenade führt. Hinter den Wipfeln seht ihr bereits die hohen Sandsteinnadeln.

Eine höhlenartige Felsformation bei Bad Schandau

Ihr passiert den Einstieg in die Häntzschelstiege – ein spektakulärer Klettersteig, für den Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich sind. Der Deutsche Alpenverein empfiehlt ihn für Kinder ab sechs Jahren.

Weiter geht es auf dem Forstweg dem grünen Punkt folgend zum Beuthenfall, einem Mini-Wasserfall des Beuthenbachs. Sind die Kids noch fit? Dann folgt linkerhand dem Flößersteig. Dieser Lehrpfad entlang der Kirnitzsch ist landschaftlich reizvoll und informiert über den Holztransport auf dem Flüsschen in früheren Zeiten. Alternativ könnt ihr auch in die historische Kirnitzschtalbahn steigen, die euch die anderthalb Kilometer vom Beuthenfall zurück an den Parkplatz bringt.

Nice to know: Etwas länger, aber lohnenswert ist auch die Wanderung vom Lichtenhainer Wasserfall zum Kuhstall, einem spektakulären Felsentor (ca. neun Kilometer, etwa 400 Höhenmeter).

Die Entstehung des Elbsandsteingebirges

Das etwa 700 Quadratkilometer umfassende Elbsandsteingebirge zieht sich von Deutschland bis in die Tschechische Republik. Der höchste Gipfel, der Hohe Schneeberg auf der tschechischen Seite, misst knapp 723 Meter, in Deutschland reicht der Große Zschirnstein 560 Meter in die Höhe. Das Mittelgebirge basiert auf Sedimentablagerungen in der Kreidezeit, als die Region von einem Meer bedeckt war. Durch den Wasserdruck und bindende Mineralien entstand eine steinerne Platte, die angehoben wurde – dabei entstanden Risse, Spalten und Aufwerfungen, die Erosion tat das Übrige.

Wanderparadies Sächsische Schweiz

Das Elbsandsteingebirge ist ein Traumziel für Wander- und Kletterfans. Wildromantische Täler und Schluchten, Tafelberge und bizarre Felsformationen machen die Sächsische Schweiz zu einer der faszinierendsten Naturlandschaften Deutschlands. Das Wegenetz ist riesig und bietet Touren für jedes Niveau, ob mit Kindern oder ohne – zum Beispiel diese 6 herrlichen Wanderungen im Elbsandsteingebirge. Auch kulturell Interessierte werden in den historischen Örtchen vieles entdecken.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

Informationen zu Covid-19

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