Mit dem Zug durch die Schweiz: Das Wallis zwischen Gletschern und Gipfeln

Alles Wichtige auf einen Blick
Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk, komfortabel und mit spektakulären Aussichten: Die Schweizer Bahnen sind selbst ein Erlebnis. AMEXcited war auf einer Zugreise durch den Kanton im Südwesten der Schweiz unterwegs und entdeckt, warum das Wallis zu den spannendsten Regionen für Reisen mit der Bahn gehört.
Für eine Zugreise durch die Schweiz bietet sich der Swiss Travel Pass an. Das All-in-one-Ticket ist speziell für internationale Besucher:innen erhältlich und ermöglicht unbegrenztes Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der gesamten Schweiz. Zusätzlich bietet es freien Eintritt in mehr als 500 Museen sowie Ermäßigungen auf zahlreiche Bergbahnen.
Das Wallis zeigt auch kulturell seine Vielfalt: Im oberen Teil rund um Brig und Zermatt wird überwiegend Deutsch gesprochen, während ab Sitten und in Richtung Martigny das Französische dominiert. Diese Sprachgrenze mitten im Kanton macht die Zugreise besonders abwechslungsreich – unterwegs verändern sich nicht nur Landschaft und Architektur, sondern auch Beschilderungen und Speisekarten.
Nerdpedia
Brig empfängt seine Gäst:innen mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Hochgebirge und mediterranem Flair. Die Nähe zu Italien über den Simplonpass ist sofort spürbar.
Nach dem Check-in im historischen Stockalperhof in der pittoresken Altstadt führt ein Spaziergang zum Wahrzeichen der Stadt: dem Stockalperschloss. Mit seinen drei vergoldeten Zwiebeltürmen zählt es zu den größten Profanbauten der barocken Schweiz.
Nice to know: Brig ist das wirtschaftliche Zentrum des deutschsprachigen Oberwallis. Der Ort ist zudem ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und somit der ideale Ausgangspunkt für viele Bahnreisen im Wallis.

Am nächsten Morgen geht die Reise mit der Matterhorn Gotthard Bahn weiter nach Zermatt. Die Strecke führt zunächst durch das Rhonetal, bevor der Zug ab Visp ins schmale Mattertal abbiegt und sich entlang der Vispa immer weiter in die Bergwelt schlängelt.
Hinter jeder Kurve eröffnen sich neue Perspektiven, etwa auf spektakuläre Bauwerke. Dazu gehört die 145 Meter lange Kipfenbrücke, die sich elegant über die tiefe Kipfenschlucht spannt. In Stalden treffen historische Steinbrücken, moderne Bahntechnik und die charakteristische Zahnradbahn aufeinander – ein ikonisches Panorama.
Jederzeit vernetzt, egal, wo du bist
In Zermatt angekommen, wartet bereits das nächste Highlight der Reise: die Fahrt mit der Gornergratbahn. Seit 1898 bringt Europas erste elektrisch betriebene Zahnradbahn Reisende auf den 3.100 Meter hohen Gornergrat. Schon bei ihrer Eröffnung galt sie als technische Sensation, denn damals führte keine andere Bahnstrecke in Europa so hoch hinauf in die Alpen.
Oben auf dem Gebirgskamm scheint die Bergwelt kaum ein Ende zu nehmen. Rundherum ragen 29 Viertausender in den Himmel – allen voran das Matterhorn. Während des Rundgangs zeigt Reiseführerin Frederike, die für die Gornergratbahn arbeitet, auf einen unscheinbaren Kasten am Gornergletscher. Dahinter verbirgt sich eine bewirtschaftete Unterkunft, die ausschließlich zu Fuß oder per Helikopter erreichbar ist – ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie abgelegen und ursprünglich die hochalpine Landschaft rund um den Gornergrat noch ist.
Neben der einzigartigen Bergkulisse laden eine Aussichtsplattform, die multimediale ZOOOM-Ausstellung und ein kurzer Themenweg über die Geschichte der Gornegratbahn dazu ein, die Region noch besser kennenzulernen.
Must-do: Auch im Sommer gehört warme Kleidung ins Gepäck. Während im Tal oft sommerliche Temperaturen herrschen, kann es auf dem Gornergrat empfindlich kalt werden. Selbst im Juni ist hier noch Schneefall möglich.
Murmeltiere auf der Lauer
Nach dem Mittagessen in der Glacier Alpine Kitchen auf dem Gornergrat geht es zur Station Rotenboden. Hier beginnt der Riffelseeweg, auch bekannt als Matterhorn View Trail. Die leichte Wanderung führt durch den Alpingarten hin zum berühmten Riffelsee, in dem sich das Matterhorn bei ruhigem Wetter nahezu perfekt spiegelt – eines der bekanntesten Fotomotive der Schweiz.
Good to know: Die beste Zeit für Wanderungen und Gletschererlebnisse im Wallis liegt zwischen Juni und September.

Mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn geht die Reise von Zermatt über Brig weiter zur Bettmeralp – einem autofreien Bergdorf, das ausschließlich mit der Gondel erreichbar ist. Hier beginnt die Aletsch Arena, Heimat des rund 20 Kilometer langen Aletschgletschers, des größten Gletschers der Alpen. Im rustikalen Hotel Alpfrieden angekommen, fällt sofort der Blick auf die imposante Walliser Bergwelt.
Nur wenige Schritte vom Hotel entfernt, befindet sich einer der offiziellen Fotospots der Grand Tour of Switzerland: die Bettmeralp mit der Kapelle Maria zum Schnee und – bei klarer Sicht – dem Matterhorn im Hintergrund. Entlang der rund 1.600 Kilometer langen Reiseroute markieren rote Rahmen besonders schöne Aussichtspunkte, erklärt Gletscherführerin Nadine.
Mehr als nur übernachten
Mit der Gondel geht es anschließend hinauf zum View Point Eggishorn. Auf 2.869 Metern zeigt sich die gewaltige Eismasse des Aletschgletschers in ihrer ganzen Größe. Der Gletscher zieht sich in einer markanten Kurve durch das UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch und prägt die Landschaft seit Jahrtausenden.
Weiter führt die Tour vorbei am Bettmersee, einem kristallklaren idyllischen Bergsee auf 2.006 Metern Höhe, bis zum View Point Bettmerhorn auf gut 2.000 Metern. Von hier eröffnet sich auf dem UNESCO-Höhenweg eine weitere beeindruckende Perspektive auf den Aletschgletscher. Wissenswertes über das Naturparadies in der Schweiz vermittelt die frei zugängliche Ausstellung Gletscherwelt Bettmerhorn.

Zum Mittagessen kommt eine echte Walliser Spezialität auf den Tisch: Cholera. Der herzhafte Kuchen aus Kartoffeln, Lauch, Käse und Äpfeln verdankt seinen ungewöhnlichen Namen wohl tatsächlich der Cholera-Epidemie im 19. Jahrhundert, erzählt die Reiseführerin. Damals sollen die Menschen überwiegend mit den Zutaten gekocht haben, die sie bereits zu Hause hatten, um Kontakte auf Märkten möglichst zu vermeiden.
Nice to know: Die Region begeistert nicht nur mit ihrer Natur. In der Aletsch Arena befindet sich auch der höchstgelegene 9-Loch-Golfplatz Europas – inklusive Blick auf das Matterhorn.
Die Bahnreise führt weiter Richtung Westen nach Martigny. Bereits während der Zugfahrt verändert sich die Landschaft: Weinberge prägen die Hänge, Aprikosenplantagen säumen die Bahngleise und das milde Klima lässt fast vergessen, dass man sich mitten in den Alpen befindet.
In Martigny angekommen, geht es ins stilvolle Boutiquehotel Hôtel Borsari im Herzen der Stadt. Eine Besonderheit des Hauses sind die unterirdischen Les Bains Publics. Inspiriert von der römischen Badekultur verbinden sie unterschiedlich temperierte Wasserbecken mit Licht- und Klangwelten zu einem entspannenden Wellness-Erlebnis.
Am Abend wartet mit dem Restaurant Plan-Cerisier der nächste Höhepunkt. Hier stehen saisonale Spezialitäten und regionale Produkte auf der Speisekarte, begleitet von einem Panoramablick über das gesamte Rhonetal.
Good to know: Mit mehr als 5.000 Hektar Rebfläche ist das Wallis das größte Weinbaugebiet der Schweiz. Besonders bekannt ist die Region für Rebsorten wie Fendant oder Petite Arvine.

Mit dem historischen Mont-Blanc Express geht es ins Trient-Tal an der Grenze zu Frankreich – vorbei an tiefen Schluchten, dichten Wäldern und rauschenden Gebirgsbächen.
Anschließend beginnt das Abenteuer VerticAlp Emosson. Von Le Châtelard bringt zunächst eine Standseilbahn die Besucher:innen den steilen Berghang hinauf. Mit einer maximalen Neigung von 87 Prozent zählt sie zu den steilsten Standseilbahnen Europas.
Danach beginnt die zweite Etappe: Eine kleine Panoramabahn fährt gemächlich am Berghang entlang und durch mehrere kurze Tunnel. Den Abschluss bildet eine Mini-Standseilbahn, die die letzten Höhenmeter bis auf 1.965 m ü. M. überwindet.
Oben angekommen, eröffnet sich eine magische Hochgebirgskulisse. Auf der einen Seite ragen die schneebedeckten Gipfel des Mont-Blanc-Massivs in den Himmel. Europas höchster Berg, der gut 4.800 Meter hohe Mont Blanc, ist bei klarer Sicht gut zu erkennen. Auf der anderen Seite leuchtet der türkisfarbene Lac d'Emosson, der vom zweithöchsten Staudamm der Schweiz aufgestaut wird.
Nice to know: Nur wenige Gehminuten vom Stausee entfernt, liegt Vieux Emosson. Dort wurden mehr als 800 versteinerte Dinosaurierspuren entdeckt. Die rund 240 Millionen Jahre alten Fußabdrücke zählen zu den bedeutendsten Fossilienfundstellen in Europa.

Zurück im Tal, wartet bereits das nächste Naturwunder: Über Jahrtausende hat sich der Gebirgsbach Eau Noire tief in den Fels gegraben und die imposanten Trientschluchten geformt. Über Stege führt der Weg mitten durch steile Felswänden und über dem tosenden Wasser der Eau Noire.

Den Abschluss der Reise bildet das Abendessen im hoteleigenen Restaurant Le Cercle. Chefkoch Matteo Salas setzt auf ein konsequentes regionales Konzept und verarbeitet nahezu ausschließlich Zutaten aus einem Umkreis von 180 Kilometern. Das Ergebnis: moderne Gerichte mit regionalem Charakter – ein passender kulinarischer Schlusspunkt einer Zugreise durch das Wallis.
Dein nächstes Dinner geht auf uns
SCHWEIZ ENTDECKEN
Diese Reise zeigt, wie abwechslungsreich sich das Wallis mit Zug und Bergbahnen erkunden lässt. Statt selbst zu fahren, genießt du auf jeder Etappe majestätische Ausblicke auf Viertausender, Gletscher, Weinberge und charmante Bergdörfer. Dank der hervorragend aufeinander abgestimmten Fahrpläne gehen die einzelnen Etappen nahezu nahtlos ineinander über und machen bereits die Fahrt selbst zum Erlebnis.
Und wer auf den Geschmack gekommen ist: Urlaub in der Schweiz bietet sich natürlich noch in vielen weiteren Regionen und an ebenso sehenswerten Orten an – am Vierwaldstättersee, in Montreux, Lugano, Zürich oder am Genfer See beispielsweise.
Dieser Text entstand mit der Unterstützung von Valais/Wallis Promotion.
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Was bietet der Swiss Travel Pass?Der Swiss Travel Pass ist eine der flexibelsten Möglichkeiten, die Schweiz mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen. Während der Gültigkeitsdauer kannst du die meisten Züge, Busse und Schiffe ohne zusätzliche Tickets nutzen. Darüber hinaus sind der Eintritt in über 500 Museen sowie zahlreiche Ermäßigungen auf Bergbahnen inklusive.+
Welche Kleidung eignet sich für eine sommerliche Zugreise durchs Wallis?Das Zwiebelprinzip ist die beste Wahl. Während in Brig oder Martigny im Sommer Temperaturen von über 30 Grad möglich sind, herrschen auf dem Gornergrat oder dem Bettmerhorn häufig nur einstellige Werte. Eine wind- und wetterfeste Jacke sowie feste Schuhe gehören deshalb unbedingt ins Gepäck.+
Kann man im Wallis auch im Sommer Ski fahren?Ja. In Zermatt befindet sich das höchstgelegene Ganzjahresskigebiet Europas. Auf dem Theodulgletscher ist Skifahren – abhängig von den aktuellen Schnee- und Wetterbedingungen – auch während der Sommermonate möglich.









