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Dolce Vita in der Tasse: 6 heiße italienische Espressomaschinen

Espresso fließt aus einer Maschine in eine Tasse
Maike Schade
Belebender Duft, reiches Aroma, eine dicke Crema – so muss ein guter Espresso sein, wie ihn italienische Barista zaubern. Doch man muss nicht unbedingt gen Süden fahren, um köstliche Kaffeespezialitäten zu bekommen: Diese italienischen Espressomaschinen holen den Geschmack von Bella Italia in die heimische Küche.
  1. Das runde Gesamtpaket: 2 clevere Kaffeevollautomaten für den täglichen Genuss
  2. Das hat Geschmack: 2 italienische Siebträgermaschinen mit Format
  3. Sinnlich und puristisch: 2 Handhebelmaschinen mit Nostalgiefaktor
  4. Entscheidungshilfe: Die richtige Espressomaschine

Die eine perfekte Espressomaschine? Gibt es nicht – es kommt ganz darauf an, was man von dem Gerät erwartet. Vollautomaten liefern simpel auf Knopfdruck Espresso, Cappuccino und Co. Siebträgermaschinen benötigen ein paar mehr Handgriffe, locken dafür aber meist die intensiveren Aromen aus den Kaffeebohnen. Wer die hohe Kaffeekunst zelebrieren möchte, kann sich für eine Handhebelmaschine entscheiden.

Das runde Gesamtpaket: 2 clevere Kaffeevollautomaten für den täglichen Genuss

Man muss nicht lange hantieren oder gar einen Baristakurs besuchen, um wohlschmeckenden Espresso oder Cappuccino zu zaubern: Vollautomaten liefern die gewünschte Kaffee- oder Milch-Mix-Kreation ganz einfach auf Knopfdruck – manche sogar smart per App. Erfunden hat das geniale Gerät ein Schweizer. Genauer gesagt der Ingenieur Arthur Schmed aus Rüti im Kanton Zürich. Er präsentierte im Jahr 1980 einen Prototypen, 1985 folgte die Weltpremiere des ersten Espressovollautomaten der Firma Solis auf einer Messe. Die Idee, so gewagt sie zunächst schien, schlug ein wie eine Bombe. Heute gibt es unzählige Modelle von zahlreichen Herstellern in allen Preisklassen.

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Wein besitzt etwa 400 Aromen. Bei hochwertigem Kaffee sind es mehr als doppelt so viele: über 800.

De'Longhi PrimaDonna Class: Die Smarte

Ein Tippen aufs Handy, und schon läuft die perfekte Latte macchiato ins Glas. Genau die richtige Mischung aus aromatischem Espresso und Milch, obendrauf ein Häubchen herrlich cremiger Schaum. Geht ganz einfach: mit dem De’Longhi Primadonna Class Kaffeevollautomaten und der dazu passenden Coffee Link App. In ihr können die Rezepte der Lieblingskaffeespezialitäten gespeichert werden – der Mahlgrad der Bohnen, die Stärke des Espressos, die Menge an Milch. Wer abends schon die Tasse(n) in die Maschine stellt, kann morgens per Klick seinen Kaffee kochen. Schade nur, dass die De’Longhi ihn nicht ans Bett bringt.

Davon abgesehen kann dieser Vollautomat aber alles, was eine italienische Espressomaschine können muss. In erster Linie heißt das: richtig guten Espresso machen. Wer möchte, kann auch zwei Tassen gleichzeitig brühen – Flat White oder Cappuccino, Espresso macchiato oder auch einen Americano. Die Reinigung hinterher ist einfach: Alle Teile, die mit Milch in Berührung gekommen sind, werden automatisch mit heißem Wasser und Dampf gesäubert.

Modell: De’Longhi PrimaDonna Class ECAM550.65.SB
Besonderheiten: LatteCrema-Technologie für besonders smoothen Milchschaum, Konnektivität per App
Preis: 949 Euro (UVP)

Espressomaschine mit Kaffeetassen auf einer Anrichte

Smeg BCC: Die Stylishe

Mit abgerundeten Formen, teils ungewöhnlichen Farbtönen und dem ikonischen Markenschriftzug holt Smeg die Golden Fifties zurück in die Küchen. Auch in Sachen Kaffee: Nach einer stylischen Handhebelmaschine ist seit Mai 2021 auch ein Kaffeevollautomat des italienischen Haushaltsgeräteherstellers auf dem Markt. Das Design: retro, edel, reduziert. Mit nur 18 Zentimetern Breite, einer Front aus gebürstetem Aluminium und einer polierten Abschlusskante ist der Smeg BCC ein echter Hingucker – dezenter in Schwarz, Weiß oder Taupe, ein Statement in knalligem Rot.

Design ist das eine, Bedienbarkeit und vor allem Geschmack das andere. Wie der Kaffeevollautomat von Smeg in diesen Disziplinen abschneidet, müssen Tests erst noch zeigen. Die Daten klingen jedoch vielversprechend: stufenlos einstellbares Edelstahl-Kegelmahlwerk, Thermoblock-Heizsystem, 19 bar Pumpendruck. Obwohl der Espressomaschinenhersteller La Pavoni mittlerweile zu Smeg gehört, ist die Technik eine Neuentwicklung – die Firma verspricht ein „handwerklich erstklassiges Brühergebnis”.

Für Purist:innen empfiehlt sich das Basismodell BCC01 (599 Euro UVP), das Espresso, Ristretto und Americano zubereitet, auf Wunsch auch in milderer Form und in vorgeheizten Tassen. Der BCC02 (679 Euro UVP) besitzt zusätzlich eine Edelstahldüse zum Milchaufschäumen. Im Herbst 2021 schließlich folgt das Topmodell BCC03 mit integriertem Milchtank, bei dem auf Knopfdruck acht verschiedene Kaffee- und Kaffee-Milch-Spezialitäten fix und fertig in die Tasse fließen; fünf Getränkeprofile können eingespeichert werden. Der Preis ist noch nicht bekannt.

Modell: Smeg BCC02
Besonderheiten: ikonisches Retrodesign, nur 18 Zentimeter breit
Preis: 679 Euro (UVP)

Espressomaschine mit Kaffeetassen auf einer Anrichte

Das hat Geschmack: 2 italienische Siebträgermaschinen mit Format

Im Gegensatz zu einem Vollautomaten, bei dem wenige Knopfdrücke genügen, braucht es bei einer Siebträgermaschine ein paar Handgriffe mehr. Doch die machen sich bezahlt. Ob mit Mahlwerk oder ohne, Ein- oder Zweikreiser, mit Touchdisplay oder einfachen Druckknöpfen: Bei richtigem Gebrauch können sich die vielfältigen Kaffeearomen besser entfalten – besser herausgelockt werden! – als bei einem Vollautomaten. Bei einer guten italienischen Siebträgermaschine lassen sich die einzelnen Komponenten wie Wassertemperatur, Mahlgrad und Druck manuell und individuell auf die Bohne abgestimmt regulieren.

Bezzera BZ10: Der Klassiker

1901 ließ sich Luigi Bezzera sein innovatives Verfahren zum Brühen von Espresso patentieren, 1906 stellte er seine erste Espressomaschine als Weltneuheit auf der Mailänder Internationalen Messe vor. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Heute exportiert Bezzera – nach wie vor ein Familienbetrieb, mittlerweile in der vierten Generation – professionelle und semiprofessionelle Espressomaschinen in mehr als 50 Länder auf der ganzen Welt.

Eine davon ist die Bezzera BZ10, ein Klassiker unter den italienischen Espressomaschinen. Was die kann? Konstant guten Espresso und herrlich sämigen Milchschaum – nicht mehr und nicht weniger. Kein großes Geschnörkel, kein Firlefanz, dazu ein fairer Preis für eine Zweikreisermaschine dieser Qualitätsklasse. Die Bedienung und Reinigung sind vergleichsweise einfach, auch Anfänger:innen können mit ein bisschen Übung sehr guten Kaffee zaubern. Und was will man mehr?!

Modell: Bezzera BZ10
Besonderheiten: Zweikreissystem, gute Bedienbarkeit, hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
Preis: 1.149 Euro (UVP)

Espressomaschine vor weißem Hintergrund

Was ist ein Zweikreiser?

Bei Siebträgermaschinen für den Hausgebrauch handelt es sich in der Regel um Ein- oder Zweikreiser. Gemeint ist damit die Anzahl der Wasserkreisläufe, über die das Gerät verfügt. Das Wasser wird im Boiler erhitzt und dann über den oder die Wasserkreisläufe entweder zum Brühen des Espressos oder zum Aufschäumen der Milch verwendet. Während das Wasser zum Brühen optimalerweise eine Temperatur von 92 bis 94 Grad Celsius hat, wird zum Milchschäumen Wasserdampf mit deutlich über 100 Grad Celsius benötigt. Verfügt die Espressomaschine nur über einen Wasserkreislauf, muss also nach dem Brühen nachgeheizt werden – der Espresso steht so lange herum, was weder seiner Temperatur noch dem Geschmack zuträglich ist. Bei Zweikreisern besteht dieses Problem nicht.

Rocket Espresso R Nine One: Der Porsche

Was der 911er bei den Automobilen, ist die Rocket Espresso Milano R Nine One unter den Kaffeemaschinen: Manche halten sie für das beste Gerät für den Hausgebrauch, das es gibt, den sprichwörtlichen Porsche unter den italienischen Espressomaschinen. Der Einkreiser, „fatto a mano” (handgefertigt) in einer kleinen Mailänder Manufaktur, bietet Experimentierfreudigen unzählige Möglichkeiten in Sachen Druck, Wassermenge und Temperatur. Letztere soll besonders exakt und beständig einstellbar sein. Die Druckprofile sind per Paddle steuerbar und können gespeichert werden. Für die Bedienung braucht es aber keinen Barista: Auch ohne viel Herumprobieren produziert die R Nine One über fünf voreingestellte Programme stabil leckeren Espresso – und das auch noch flüsterleise.

Modell: Rocket Espresso Milano R Nine One
Besonderheiten: besonders vielfältige Einstellmöglichkeiten, gesättigte Brühgruppe
Preis: ab ca. 5.000 Euro je nach Ausführung

Edle Espressomaschine, Kaffeemühle und Milchkännchen auf einem Tisch

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Die Crema hält die vielfältigen Aromen im Kaffee. Je schneller sie sich auflöst, desto schneller verflüchtigt sich auch der volle Geschmack.

Sinnlich und puristisch: 2 Handhebelmaschinen mit Nostalgiefaktor

Nach dem Siegeszug von zunächst Pumpen-Siebträgermaschinen und schließlich Vollautomaten erleben nun die schlichten Handhebelmaschinen eine Renaissance. Denn weniger ist manchmal mehr, wenn es auf die Essenz – das volle Aroma aus den Kaffeebohnen – ankommt. Wie der Name schon verrät, wird der nötige Druck hier per Hand erzeugt. Doch bedarf es nicht nur einer gewissen Muskelkraft, sondern auch reichlich Übung, Geduld und bester Kaffeebohnen, damit der perfekte Espresso gelingt. Nicht nur der Kaffee wird so zum sinnlichen Erlebnis. Schon das Aufbrühen ist eines.

Wie wird die Qualität von Kaffeebohnen gemessen?

Die Qualität von Kaffeebohnen wird nach Punkten bemessen. Professionelle „Q-Grader” (vergleichbar mit Weinsommeliers und Weinsommelières) vergeben diese bei Degustationen nach den Richtlinien der Specialty Coffee Association (SCA); maximal sind 100 Punkte möglich. Als „Spezialitätenkaffee”, wie er von vielen kleinen Röstereien angeboten wird, gilt ein Kaffee, der einen sogenannten Cupping Score von mindestens 80 Punkten erreicht. Herkömmliche Supermarktware liegt darunter. Nur etwa ein Prozent des weltweit produzierten Kaffees hat einen Cupping Score zwischen 90 und 100.

La Pavoni Professional Lusso: Die Diva

Die Professional von La Pavoni wird quasi unverändert seit 1961 hergestellt. Warum auch etwas ändern, das perfekt ist? Diese Handhebelmaschine vereint Qualität und Eleganz – nicht umsonst steht ein Exemplar im Museum of Modern Art in New York. Tipp: mit Holzgriffen ordern, das wirkt deutlich edler.

Nun hat eine „Grande Dame” manchmal ihre Allüren. So auch Madame La Pavoni. Es braucht die exakt richtigen Bohnen, den exakt richtigen Mahlgrad, den exakt richtigen Druck, die exakt richtige Temperatur, um einen perfekten Espresso aus ihr herauszulocken. Wenn ihr nicht die volle Aufmerksamkeit gewidmet wird, wird die Professional schnell zur Diva, die bockig den Dienst verweigert. Doch wer sie einmal im Griff hat, wird viel Freude mit seiner Lady haben.

Modell: La Pavoni Professional Lusso Holzgriffe
Besonderheiten: tolles Design (ausgestellt im MOMA New York), hohe Qualität
Preis: 849 Euro (UVP)

Espressomaschine vor weißem Hintergrund

Elektra Micro Casa Leva S1: Die Exzentrische

Das Design der Elektra Micro Casa polarisiert – manche finden sie herrlich nostalgisch, andere einfach nur kitschig. Tatsächlich erinnert das Hebelgerät in Gold und Kupfer samt Adlerskulptur (Firmenlogo) auf der Spitze an eine altertümliche Dampfmaschine. Doch der Eindruck täuscht: Die Micro Casa Leva S1, produziert in einem Traditionsunternehmen in Treviso, vereint traditionelle Espressokunst mit moderner Technik. Im Gegensatz zur La Pavoni Professional verfügt sie über einen Federkolben, sodass der nötige konstante Druck ohne großen Kraftaufwand erreicht wird. Mit der Dampfdüse lässt sich zudem wunderbarer Milchschaum erzeugen.

Modell: Elektra Micro Casa Leva S1
Besonderheiten: ein echter Hingucker, vergleichsweise einfache Zubereitung konstant guter Espressi
Preis: ab 1.299 Euro

Goldene Espressomaschine

Entscheidungshilfe: Die richtige Espressomaschine

Das Angebot an Espressomaschinen ist extrem unübersichtlich: unzählige Marken, unzählige Modelle in jeder Preisklasse. Um die individuell richtige zu finden, gilt es zu überlegen:

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

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