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Nie wieder schlechter Wein – 7 deutsche Weingüter, die überzeugen

Luftaufnahme eines Weinbergs an dessen Rand ein weißes Gutshaus steht
Redaktion AMEXcited
Nele Weissenborn
Hand aufs Herz: Ertappst du dich manchmal dabei, im Fachhandel oder Restaurant automatisch die ausländischen Weine zu bevorzugen? Überraschend oft greifen Weinliebhaber:innen eher zu internationalen Weinen als zu deutschen. Dabei liegt das Weinglück so nah – viele Weingüter in Deutschland produzieren erstklassige Weine nach höchsten Qualitätsstandards. Hier findest du sechs deutsche Top-Weingüter im Überblick, die zeigen, wie komplex und spannend deutsche Spitzenweine sein können.
  1. Weinbau mit dem Wissen der Urväter: Peter Jakob Kühn
  2. Über den Dächern der Pfalz: Biowein vom Weingut Odinstal
  3. Von Bechtheim ins Top-Restaurant: Weingut Dreissigacker
  4. Spannende, etwas andere Weine: Weingut Von Winning
  5. Fest in Familienhand: Das Weingut Georg Breuer
  6. Drei Brüder und eine Passion: Das Weingut Seckinger
  7. Laute, freche Weine: Das Weingut Emil Bauer
  8. Nicht nur für Liebhaber:innen interessant

Weinbau mit dem Wissen der Urväter: Peter Jakob Kühn

Das Weingut im mittleren Rheingau gibt es bereits seit 230 Jahren. Über zehn Generationen hinweg trägt sich das Wissen um die begehrten Weinbergslagen mit altehrwürdigen Namen wie Oestrich Klosterberg und Mittelheim Sankt Nikolaus. Seit 2004 betreibt das Vater-Sohn-Gespann Kühn biodynamischen Weinbau und liefert als zertifiziertes Demeter-Weingut hochgelobte Rieslinge von bester Qualität.

Weintipp: Der Gutsriesling Jacobus verspricht mit seinen feinen Zitrusnoten und mit moderaten 11,5 Volumenprozent Alkohol erfrischende Genusserlebnisse.

Was ist biodynamischer Weinbau?

Natur pur im Glas: Biodynamischer Weinbau geht auf die Lehre der Anthroposophie zurück, die Weinberge als ganzheitliche Organismen betrachtet. Ziel dieser Philosophie ist es, das natürliche Gleichgewicht im Weinberg zu erhalten. Dafür wird zum Beispiel auf Pestizide und Kunstdünger verzichtet. Biodynamischer Weinbau unterliegt strengen Vorgaben, die von unabhängigen Organisationen wie Demeter oder ECOVIN kontrolliert werden. Im Regal erkennst du diese Weine am Demeter-Siegel oder an der Biodyvin-Zertifizierung.
Blick durch einen Weinberg auf eine Stadt und ihren Kirchturm

Nerdpedia

Im Schnitt trinken die Deutschen etwas mehr als 20 Liter Wein pro Jahr und Kopf. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum von Schaumweinen – zu denen Sekt und Champagner zählen – liegt bei rund 3,3 Litern pro Jahr.

Über den Dächern der Pfalz: Biowein vom Weingut Odinstal

In 350 Metern Höhe thront das Weingut Odinstal über Wachenheim. Es stellt die höchsten Lagen der Pfalz. Hier oben betreibt Winzer Andreas Schumann in unmittelbarer Nähe zum alten Basaltsteinbruch konsequent biodynamischen Weinbau.

Auf dem fünf Hektar großen Bioweingut entstehen charaktervolle Weine, die möglichst interventionsarm produziert werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass nur ein Minimum an Schwefel zum Einsatz kommt. Er dient der Konservierung des Weins.

Neben vulkanischem Basalt aus dem Steinbruch finden sich in den Böden des Weinguts weitere Urgesteine wie Muschelkalk, Keuper und Buntsandstein, die die Weine individuell prägen.

Weintipp: Das Herzstück des Weinguts Odinstal sind die Rieslinge vom Basalt, Kalkstein und Buntsandstein.

Detailaufnahme zweier Hände, die Trauben und eine Winzerschere halten

Mittelhaardt: Die begehrte Pfälzer Lage

Das Anbaugebiet für Wein in der Pfalz gliedert sich in zwei Bereiche: die Mittelhaardt im Norden und die südliche Weinstraße im Süden. Die Mittelhaardt ist ein besonders begehrtes Gebiet im Weinbau – die Lage ist bekannt für ihren leistungsfähigen Weinbau und ertragreichen Boden. Während im südlichen Teil der Premiumlage fast nur Weißweine angebaut werden, bieten einige deutsche Winzer:innen im nördlichen Teil ausgezeichneten Rotwein an.

Von Bechtheim ins Top-Restaurant: Weingut Dreissigacker

Seinem Geheimtipp-Status ist das Bechtheimer Weingut Dreissigacker längst entwachsen. Die kraftvollen, feinmineralischen und eleganten Weine finden sich auf den Weinkarten vieler Spitzenrestaurants in Deutschland und der Welt und sind bekannt für ihr hohes Reifepotential. Maßgeblich für den Erfolg verantwortlich ist Jochen Dreissigacker, der vor über 20 Jahren das Weingut seiner Eltern übernahm und ordentlich umkrempelte. Als einer der ersten ebnete er den Weg für biologischen Weinbau in Deutschland.

Partnerschaften mit Sternekoch Tim Raue, für dessen gleichnamiges Restaurant Dreissigacker sogar mehrere eigene Weine produziert, sorgen dafür, dass sich das Weingut auch über die Grenzen der Kurpfalz hinaus zu einem festen Namen der Branche entwickelt hat.

Weintipp: Mit dem Fotografen Paul Ripke macht Jochen Dreissigacker Pariesling – ein Blend aus verschiedenen Lagen. Ein kraftvoller, intensiver Wein mit schöner Mineralität.

Drei unterschiedliche Dreissigacker-Weine im Weinkarton

Spannende, etwas andere Weine: Weingut Von Winning

Alte, in Barrique-Fässern gereifte Weißweine, die bei Zimmertemperatur getrunken werden, und leichte Rotweine, die gekühlt serviert werden: Die vielfach prämierten Weine des 1849 gegründeten Weinguts Von Winning kommen ungewöhnlich und vielschichtig daher.

Auf 40 Hektar Rebfläche und einigen der besten Lagen der Mittelhaardt, wie zum Beispiel dem Kieselberg, prägt Kellermeister Stephan Attmann seine Weine mit einer markanten Handschrift. Das deutsche Weingut gilt als Vorreiter bei der Wiederentdeckung der traditionellen Weinbereitung in Deutschland. Das heißt, sie arbeiten nach historischem Vorbild – zum Beispiel, indem sie ihren Wein möglichst nur mithilfe von Gravitation abfüllen, ohne Pumpen.

Weintipp: Einen guten Einstieg in das Geschmacksprofil des Weinguts bietet der Win Win Riesling.

Ein dunkler mit Holzfässern gefüllter Weinkeller

Fest in Familienhand: Das Weingut Georg Breuer

Namensgeber des 40 Hektar großen Weinguts mit Weinbergen in Rüdesheim, Rauenthal und Lorch im Rheingau ist die Familie Breuer: Nachdem Bernhard Breuer, Sohn von Namensgeber Georg Breuer, 2004 überraschend starb, übernahm seine Tochter Theresa mit gerade einmal 20 Jahren das Weingut.
Mit Erfolg: 2016 wurde sie von der Zeitschrift Falstaff zur Winzerin des Jahres gekürt. Viele Weinexpert:innen sind begeistert von den komplexen Rieslingen des Weinguts. Aber auch Fans von Spät-, Grau- und Weißburgunder werden hier fündig.

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Wer am liebsten direkt im Weinberg Urlaub machen möchte, kann dies im Rüdesheimer Schloss tun. Das Vier-Sterne-Weinhotel gehört zum Weingut Georg Breuer und wartet mit fantastischen Ausblicken über die Weinberge und die malerische Altstadt auf.

Weintipp: Der vielfach prämierte „Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling“ liefert fruchtigen Genuss mit Noten von Weinbergpfirsich, Traube und Orangeat.

Macht auch von außen viel her

Das Breuersche Weingut hat eine enge Verbindung zur Kunst: Bereits seit dem Jahrgang 1980 gestalten ausgewählte Künstler:innen die Labels des Rüdesheim Berg Schlossberg Rieslings – einem der besten Rieslinge des Weinguts. Der ästhetische Anspruch des Premiumweinguts zeigt sich auch in den kunstvollen Verpackungen, die alle Weine auszeichnet.

Blick auf einen Weinberg, der direkt am Rhein mündet und auf dem ein Boot fährt

Nerdpedia

Nicht nur Fischbrötchen und Meeresluft, sondern auch Wein: Auf der nordfriesischen Insel Sylt wachsen die nördlichsten Rebstöcke Deutschlands. Aus der robusten Solaris-Traube gedeihen frische Weine mit klangvollen Namen wie „Sölviin“ und „Söl’ring“.

Drei Brüder und eine Passion: Das Weingut Seckinger

Das Weingut Seckinger ist das jüngste Weingut in Niederkirchen und jetzt schon in aller Munde. Erst seit 2012 produziert Familie Seckinger eigenen Wein. Vorher lieferte Vater Seckinger Trauben an andere Deidesheimer Winzer:innen.

Dann kamen die Söhne Jonas, Philipp und Lukas ins Spiel – zwei von dreien studierten Oenologie (Weinbaukunde), Jonas machte zusätzlich eine Ausbildung beim Weingut Odinstal. Beste Voraussetzung, um die mittlerweile 14 Hektar großen Anbauflächen in Niederkirchen biologisch zu bewirtschaften.

Dabei arbeitet das Trio gewissenhaft die Feinheiten der einzelnen Lagen heraus. So entstehen naturbelassene Weine mit Charakter – vornehmlich Riesling, der 70 Prozent des Anbaus ausmacht. Aber auch Chardonnay und Grauburgunder finden den Weg in die schlanken Flaschen mit minimalistischem Labeldesign.

Weintipp: Die Jungwinzer rekultivieren auch alte verwilderte Terrassenlagen, darunter die Deidesheimer Petershöhle – der erste Riesling aus dieser Lage kommt saftig und mit rassiger Säure daher.

Blick auf den Weinort Niederkirchen und Weinberge in Herbstfarben

Laute, freche Weine: Das Weingut Emil Bauer

„If you can’t be happy at least you can be drunk“. Wer sich die bunten Etiketten des Weinguts anschaut, merkt schnell, dass bei den Südpfälzern Tradition auf Zeitgeist trifft. Unterhalb der Weinstraße im beschaulichen Örtchen Nußdorf wird Weinbau bereits in der fünften Generation betrieben: 2011 übernahm Norbert Bauer zusammen mit seinen Söhnen Alexander und Martin die Regie am Weinberg.

Auf knapp 44 Hektar pflanzen die drei viele Rebsorten an, die in Deutschland bisher wenig Tradition haben und die gut mit Hitze und Wassermangel umgehen können. Sorten, bei denen selbst Expert:innen nicht zwangsläufig auf das Pfälzer Weinbaugebiet tippen würden, beispielsweise Nebbiolo und Petit Verdot.

Weintipp: Der Sauvignon Blanc des Weinguts Emil Bauer zeigt, dass auch internationale Weinsorten in Deutschland bestmöglich bestehen.

Zwei Männer bei der Weinlese, die Trauben in einen Behälter geben

Nicht nur für Liebhaber:innen interessant

Das Vorurteil, dass französische Spitzenweine den deutschen überlegen sind, hält sich hartnäckig. Wer aber für Premiumweine nur nach Frankreich blickt, verpasst einiges. Deutschland hat viele Top-Weingüter zu bieten, die komplexe und abwechslungsreiche Tropfen produzieren. Insbesondere der König der Weißweine – der Riesling – überzeugt viele Weinkritiker:innen. Auch in puncto nachhaltiger Bewirtschaftung können sich deutsche Weingüter sehen lassen – viele deutsche Winzer:innen setzen auf biodynamischen Weinbau und interventionsarme Produktion.

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