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Fotografie in der blauen Stunde: So gelingen dir wunderschöne Fotos

Der See Hopfen in den Bayerischen Alpen mit Boot und Steg bei Dämmerung
Redaktion AMEXcited
Markus Huth
Die Sonne ist hinter dem Horizont versunken und verstrahlt ihr letztes Licht, während sich von oben die Nacht herabsenkt: ein magischer Moment, den Fotograf:innen „blaue Stunde“ nennen. Tiefblau und Lila stehen Orange und Rot gegenüber und verleihen deinen Fotos eine ganz besondere Stimmung. Da es schon fast dunkel ist, musst du einiges beachten, wenn du in der Dämmerung fotografierst. Aber keine Sorge: Mit diesen Tipps gelingen deine Bilder in der blauen Stunde!
  1. Darum ist die blaue Stunde so interessant für Fotos
  2. Kamera und Ausrüstung: Das brauchst du
  3. Die richtigen Einstellungen für Fotos in der Dämmerung
  4. Das Shooting vor Ort
  5. Die blaue Stunde schlägt jeden Tag

Darum ist die blaue Stunde so interessant für Fotos

Der Blick auf den Farbkreis zeigt, warum die blaue Stunde für Fotos so spannend ist: Blau und Orange stehen sich komplementär gegenüber. In der Natur sieht das so aus: Oben dominiert bereits der dunkelblaue Nachthimmel, von unten beleuchtet das letzte orangefarbene Licht der Sonne einen schmalen Streifen am Horizont sowie Stadt oder Landschaft. Himmel und Vordergrund sind zudem ähnlich hell, deshalb lässt sich das Foto ohne Hilfsmittel (wie etwa Verlaufsfilter) gleichmäßig belichten.

Die blaue Stunde tritt kurz vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang ein. Sie dauert allerdings keine ganze Stunde, sondern in unseren Breitengraden nur zwischen 30 und 45 Minuten. Die folgenden Motive eignen sich besonders gut für die Fotografie in der Dämmerung

Städte und Ortschaften

Überblickshafte Aufnahmen von Städten und Dörfern gehören zu den beliebtesten Motiven in der blauen Stunde. Am besten gelingen sie bei klarem Himmel, vor dem sich die Konturen der Gebäude abzeichnen, die noch von der Sonne angestrahlt werden. Das besondere Etwas erhalten diese Fotos durch das künstliche Licht von Häusern und Straßen.

Lower Manhattan, Stadtansicht bei Dämmerung

Landschaften mit markanten Objekten

Eine einsame Kirche steht auf einem Berg, dahinter sind Landschaft und Himmel dunkelblau. Auch diese Art von Motiv eignet sich sehr gut. Halte draußen also Ausschau nach markanten Objekten wie Gebäuden, Bäumen oder Felsen.

Deutschland Warnemünde, Ostsee, Dämmerung, Objekt in Landschaft

Gewässer

Seen, Flüsse oder das Meer sehen auf Fotos, die zur blauen Stunde gemacht wurden, besonders gut aus – vor allem in der Stadt. Denn sie reflektieren die künstliche Beleuchtung von Gebäuden und Straßen. Auch mit sehr langen Belichtungszeiten kannst du sie interessant wirken lassen.

Blaue Stunde am Long Pine Key lake / Florida Everglades, Gewässer nicht in der Stadt, sondern Natur

Kamera und Ausrüstung: Das brauchst du

Die blaue Stunde ist gerade für Beginner:innen gut geeignet, weil sie nicht viel Spezialausrüstung erfordert. Hier ist alles, was du brauchst:

Extra-Tipp: Falls du kein Stativ und keinen Fernauslöser hast, stelle die Kamera oder das Smartphone auf einen stabilen Untergrund wie eine Mauer und löse mit dem kamerainternen Selbstauslöser aus.

Nerdpedia

Physikalisch entsteht die blaue Stunde, weil das Licht der tief stehenden Sonne mit der Ozonschicht in der Erdatmosphäre interagiert.

Die richtigen Einstellungen für Fotos in der Dämmerung

Für gelungene Fotografien in der blauen Stunde braucht es die richtigen Einstellungen an der Kamera. Wähle den manuellen Belichtungsmodus (M). Speichere zudem im RAW- und nicht im JPG-Format. So enthalten die Fotodateien mehr Bildinformationen, und du kannst in der Nachbearbeitung noch mehr aus ihnen herausholen.

Folgende Einstellungen solltest du vornehmen:

Extra-Tipp: Wenn du im RAW-Format fotografierst, brauchst du dir um den Weißabgleich (er bestimmt die Farbtemperatur von kühl bis warm) beim Shooting keine Gedanken zu machen. Du kannst ihn später in der Bildbearbeitung nach deinem Geschmack anpassen.

Close up Kameraeinstellung

Das Shooting vor Ort

Du solltest dein Shooting mit diesen drei Fragen planen: Was ist das Motiv? Wann genau geht die Sonne unter? Wie wird das Wetter? Den lokalen Wetterbericht kannst du im Internet oder per App einsehen, es sollte möglichst nicht zu bewölkt sein. Zeit und Richtung des Sonnenuntergangs zeigt zum Beispiel der kostenlose Dienst Photo Ephemeris auf einer Karte an.

So gehst du vor Ort vor:

Extra-Tipp: Um zu sehen, ob dein Foto über- oder unterbelichtet ist, solltest du das Histogramm nutzen, das sich bei vielen Kameras in der Fotovorschau einblenden lässt. Es sieht aus wie der Graph eines Aktienkurses, zeigt aber die Verteilung der Helligkeitswerte eines Fotos an. Schlägt es links sehr stark aus, ist das Foto wahrscheinlich zu dunkel. Sind die Ausschläge rechts sehr stark, ist es wohl zu hell.

Bildkomposition: Der Goldene Schnitt

Mit einer guten Bildgestaltung kannst du deinen Fotos eine harmonische Ästhetik verleihen. Schon seit der Antike verwenden Künstler:innen dafür den Goldenen Schnitt. Er beschreibt, wo du dein Hauptmotiv und andere Bildelemente platzieren solltest, damit dein Foto ausgewogen wirkt.
Innenstadt Berlin bei Sonnenuntergang

Die blaue Stunde schlägt jeden Tag

Die Dämmerung ist vorbei und dein Foto im Kasten. Bei so stimmungsvollen Bildern hast du jetzt wahrscheinlich Lust auf mehr. Und genau das ist das Schöne an der Fotografie zur blauen Stunde: Jeden Morgen und Abend gibt es eine neue Gelegenheit. Wenn du ein schönes Motiv gefunden hast, kehre an einem anderen Tag noch mal zurück. Denn unterschiedliche Wetter- und Lichtverhältnisse können die Stimmung deiner Fotos völlig verändern.

Und falls du nach der blauen Stunde noch nicht genug hast vom Fotografieren, bleib noch eine Weile vor Ort und fotografiere die Sterne. Oder du kommst bei Tageslicht wieder und legst den Fokus auf die Landschaftsfotografie.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

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