Serengeti-Nationalpark in Tansania: Das erwartet dich in dem Weltnaturerbe

Eine Frau sitzt entspannt in einem Luxuszelt in der afrikanischen Savanne im Serengeti-Nationalpark und beobachtet eine Giraffe im Sonnenuntergang
Florian Heil
Florian Heil
Du liegst entspannt auf der Veranda deiner Safari-Lodge und wartest auf den Beginn der Pirschfahrt, die dich zu den großen Gnuherden in der unmittelbaren Umgebung bringt. Hier, im nördlichen Teil des Serengeti-Nationalparks, ist die Dichte an Wildtieren im Spätsommer besonders hoch. Vielleicht kannst du sogar dem Schauspiel beiwohnen, wenn sich ein Löwenrudel auf die Jagd nach Gnus und Zebras macht. Was dich in der Serengeti in Tansania alles erwartet und was du bei der Reiseplanung beachten solltest, erfährst du hier.
  1. Serengeti-Nationalpark: Seit 1981 UNESCO-Weltnaturerbe
  2. Tierwanderungen der Serengeti: Einzigartiges Naturschauspiel
  3. Im Jahr 2023: So geht es der Serengeti
  4. Serengeti-Urlaub: Beste Reisezeit und Übernachtungstipps
  5. In Tansanias Serengeti das ursprüngliche Afrika hautnah erleben
  6. FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Serengeti-Nationalpark: Seit 1981 UNESCO-Weltnaturerbe

„Serengeti darf nicht sterben“. Diese deutsche, oscarprämierte Kinodokumentation von Michael Grzimek und dessen berühmten Vater Bernhard machte bereits im Jahr 1959 auf die unvergleichliche Natur in der afrikanischen Savanne aufmerksam – und deren Gefährdung durch die Menschen. Bereits 1940 wurden Teile des Gebiets unter Schutz gestellt, 1951 gründete die britische Mandatsverwaltung den Serengeti-Nationalpark. Dennoch ist dieses komplexe Ökosystem heute gefährdeter denn je.

Im Nationalpark Serengeti in Ostafrika, das 2023 eines der letzten intakten Wildnisgebiete der Erde ist, leben die typischen afrikanischen Großtiere in großer Zahl, darunter Südafrikas Big Five. Nach der Grzimek-Doku wurden in den vergangenen Jahrzehnten Dutzende weitere Tierfilme gedreht.

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Die endlose Ebene, wie das Schutzgebiet in der Sprache des Nomadenvolks Maasai übersetzt heißt, hat etwa die Größe Schleswig-Holsteins und erstreckt sich vom Norden Tansanias bis ins südliche Kenia. Westlich liegt der Viktoriasee.

Der große Kontrast zwischen staubiger, überwiegend baumloser Savanne und wild bewachsenen Ebenen, Flüssen und Wäldern zeichnet die Landschaft dieser Region aus. Der Serengeti-Nationalpark gehört seit 1981  zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Drei Giraffen stehen in grünen Sträuchern der Serengeti, im Hintergrund ein vorbeischwebender Heißluftballon

Tierwanderungen der Serengeti: Einzigartiges Naturschauspiel

Kaum ein anderer Nationalpark hat eine derart vielfältige Fauna zu bieten wie Tansanias Serengeti, darunter zahlreiche Tiere, die zu den Lieblingen in den heimischen Zoos und Tierparks gehören: etwa Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen, Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Giraffen, Büffel, Gnus, Krokodile. Vor allem im angrenzenden Teilgebiet des Ngorongoro, dem größten Einbruchkrater der Welt, leben viele Großsäuger auf engstem Raum zusammen. Diese Region weist die höchste Raubtierdichte Afrikas auf.

Das wohl beeindruckendste Naturschauspiel ist die jährliche Tierwanderung nach dem Ende der Regenzeit, auch Tiermigration genannt. Millionen von Gnus marschieren im Mai gemeinsam zu neuen Weidegründen und Wasserquellen, Hunderttausende Zebras und Gazellen schließen sich ihnen an. Natürlich werden diese Beutetiere von Räubern begleitet, die während der Wanderung ein gehäuftes, reichhaltiges Nahrungsangebot vorfinden.

Nach einer Strecke von rund 1.000 Kilometern kommen die Tiere spätestens im August im Norden Tansanias an, wo sie sich satt essen und ausruhen. Meist im November ziehen sie wieder zurück in den Süden, wo sie vor dem erneuten Aufbruch innerhalb weniger Wochen ihre Kälber gebären. Etwa eine Viertelmillion Gnus verenden auf der Wanderung aufgrund von Erschöpfung, Krankheiten oder Raubtierangriffen.

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Eine Gnuherde durchquert in Reihe einen Fluss in der Savanne

Jagd- und Safaritourismus sorgt für Proteste

Um ein Revier für die Großwildjagd und Safaritourismus zu errichten, sollen in Tansania 150.000 Maasai umgesiedelt werden, das sind die einheimischen Nomad:innen der Region. Dieses Vorhaben sorgt für Proteste, die Viehhirt:innen fühlen sich ihrer Freiheit beraubt. Der Konflikt schwelt bereits seit der Gründung des Serengeti-Nationalparks. Die Rinderzucht der Maasai vertrage sich nach Einschätzung der Regierung nicht mit dem Schutz der wilden Natur. Menschenrechtsexpert:innen kommen zu einer anderen Bewertung: Das „physische und kulturelle Überleben der Maasai“ werde durch die geplante Umsiedelung „im Namen des Naturschutzes, des Safaritourismus und der Großwildjagd“ aufs Spiel gesetzt.

Im Jahr 2023: So geht es der Serengeti

Wo der Serengeti-Nationalpark an bewohnte Siedlungen grenzt, verläuft kein Zaun. Und diese Siedlungen mehren sich, da die Menschen mehr und mehr Flächen für sich in Anspruch nehmen. Die immer größeren Viehherden setzen der Vegetation zu, die Hirt:innen treiben ihre Tiere oft in das Schutzgebiet hinein. Dadurch kommt es vermehrt zu Konfrontationen mit Menschen und wilden Tieren und es steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Wildtiere mit Haustierkrankheiten infizieren.

Zudem treibt der wachsende Siedlungsdruck rund um das Schutzgebiet die Wildtiere in die Kernbereiche. Das hat wiederum schädliche Prozesse zur Folge, die sich möglicherweise bald nicht mehr umkehren lassen: Die Böden im Kernbereich verarmen, die Produktivität des Weidelandes verringert sich.

Zudem ist wie in anderen afrikanischen Schutzgebieten, etwa dem Kruger Nationalpark, die Wilderei nach wie vor ein weit verbreitetes Problem. Vor allem der Bestand von Elefanten, Nashörnern und Büffeln wurde in den vergangenen Jahrzehnten erheblich dezimiert. Die bisher ergriffenen Maßnahmen zum Schutz vor Wilderei waren nicht ausreichend.

Dürreperioden nehmen zu

Der Erderwärmung bereitet ebenfalls Sorge. In Tansania macht sie sich zunehmend durch Wetterextreme wie Starkregen oder Dürreperioden bemerkbar. Vor allem ausbleibender Regen stellt für das Überleben der Tiere eine große Gefahr dar.

Britische Forscher:innen kamen in einem Artikel im Fachmagazin PNAS zu dem Schluss, dass die aktuelle Größe der Schutzgebiete wie des Serengeti-Nationalparks für die meisten der bereits vom Aussterben bedrohten und für einige bisher ungefährdete Arten nicht ausreicht. Vor allem große Säugetiere, endemische Arten mit begrenztem Verbreitungsgebiet und Tiere in artenreichen Tropenregionen seien bedroht.

Ein männlicher Löwe liegt auf einem Felsen in der Savanne bei Sonnenuntergang

Unbedingt beachten

Wenn du in Tansania eine Serengeti-Reise machst, solltest du folgende Dinge unbedingt wissen:
  • Deutsche Reisende benötigen für die Einreise nach Tansania sowohl einen Reisepass als auch ein Visum.
  • Pflichtimpfungen sind nicht vorgeschrieben, eine Impfung gegen Hepatitis A wird aber empfohlen.
  • Empfohlen ist zudem ein konsequenter Schutz vor Mückenstichen, um Krankheiten wie Malaria oder Denguefieber zu vermeiden.
  • Es herrscht Linksverkehr. Autofahrer:innen benötigen zudem den internationalen Führerschein.
  • Für homosexuelle Handlungen sieht das tansanische Strafrecht sehr hohe Gefängnisstrafen vor.
  • Es ist verboten, militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen zu fotografieren, darunter fallen beispielsweise Brücken oder Flughäfen.

Serengeti-Urlaub: Beste Reisezeit und Übernachtungstipps

Generell ist die Serengeti ein Ganzjahresziel, in allen Monaten bieten sich hervorragende Möglichkeiten, um spektakuläre Tiere zu beobachten. Möchtest du die großen Tierwanderungen hautnah miterleben, musst du ein wenig flexibel sein, da sich der genaue Zeitpunkt nicht vorhersagen lässt.

Die Anreise erfolgt – der Direktflug ab Frankfurt dauert etwa acht Stunden – in der Regel per Flugzeug zum Kilimanjaro International Airport, der etwa 60 Kilometer westlich vom Kilimandscharo liegt und 50 Kilometer östlich von der nächstgrößeren Stadt Arusha, die als idealer Ausgangspunkt für Trips in die Serengeti gilt.

Von dort aus kannst du mit kleinen Flugzeugen weiter ins Zielgebiet reisen oder die gut 300 Kilometer lange Strecke mit einem Mietwagen absolvieren. Diese Option ist aufgrund der Straßenverhältnisse und anderen Gefahren jedoch nur bedingt empfehlenswert.

Reisende in zwei Jeeps beobachten während einer Safari einen Gepard in der afrikanischen Savanne

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Zelt-Camps oder Safari-Lodges

Als Übernachtungsmöglichkeiten stehen mehrere komfortable Zelt-Camps oder die deutlich luxuriöseren Lodges für Afrika-Safaris zur Verfügung, die sich überwiegend im Park selbst befinden. Empfehlenswert ist beispielsweise das Sayari Camp auf 5-Sterne-Niveau, das sich im äußersten Norden Tansanias im Gebiet des Mara Rivers befindet. Die Safari-Lodge Serengeti Serena liegt im Zentrum der Serengeti, leicht erhöht auf einem Hügel mit tollem Ausblick in die Savanne und auf die Berge.

Der Eintritt in den Serengeti-Nationalpark kostet etwa 70 US-Dollar. Die einheimische Währung ist der Tansania-Schilling, 10.000 Schilling entsprechen etwa vier Euro (Stand Januar 2023). Doch US-Dollar sind ebenso verbreitet und als Zahlungsmittel weitgehend akzeptiert.

Wer günstig übernachten möchte, kann ab 50 Euro pro Person und Nacht einfache Zelt-Camps buchen, luxuriösere Schlafgelegenheiten kosten bis zu 300 Euro pro Nacht.

Nice to know: Der Tansania-Serengeti-Nationalpark grenzt an das ebenfalls empfehlenswerte Naturschutzgebiet Masai Mara in Kenia. Der ideale Trip kombiniert beide Schutzgebiete miteinander.

Terrasse einer luxuriösen Lodge mit Swimmingpool an einem Wasserloch mit Elefanten in der Savanne

In Tansanias Serengeti das ursprüngliche Afrika hautnah erleben

Wie bei einer Safari in Uganda machst du bei einer Reise in den Serengeti-Nationalpark faszinierende Erfahrungen, die du wahrscheinlich dein Leben lang nicht vergessen wirst. Sei es auf einer Pirschfahrt im Geländewagen, mit einem Mietwagen auf eigene Faust, auf einem Ballonflug über der Savanne oder einfach von der Terrasse der Unterkunft aus – wegen der weitgehend intakten Naturlandschaft und der an Großsäugern reichen Tierwelt lässt sich das ursprüngliche Afrika in Tansanias Serengeti hautnah erleben.

FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Wo liegt die Serengeti?
Die Serengeti Tansanias erstreckt sich vom nördlichen Teil des Landes bis in das angrenzende Masai Mara National Reserve im Süden des Nachbarlandes Kenia.
Wann ist die beste Reisezeit für die Serengeti?
Bis auf die große Regenzeit zwischen März und Mai eignen sich alle Monate ohne Einschränkungen für eine Reise in die Serengeti. Ideale Bedingungen für eine Safari herrschen zwischen Dezember und Februar sowie Juni bis August. Die besten Chancen, die legendären Flussüberquerungen am Mara River und Grumeti River mitzuerleben, sind Mitte bis Ende Juli.
Wie groß ist der Serengeti-Nationalpark?
Der Serengeti-Nationalpark misst knapp 15.000 Quadratkilometer, das entspricht etwa der Fläche Schleswig-Holsteins. Die gesamte Serengeti bedeckt eine Fläche von etwa 30.000 Quadratkilometern.

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