UNESCO-Welterbe: Spannende Facts und die schönsten Stätten

Besucher vor der Tempelanlage Abu Simbel mit in den Felsen geschlagenen Skulpturen
Kristina Festring-Hashem Zadeh
Kristina Festring-Hashem Zadeh
Ägypten, 1960. Der Bau des neuen Assuan-Staudamms im Süden des Landes lässt den Pegel des Nils stark steigen, uralten Tempeln in Ufernähe droht die Überflutung. Da schaltet sich die UNESCO ein. Sie lässt die sogenannten Nubischen Denkmäler von Abu Simbel abtragen und in sicherer Entfernung wieder aufbauen. Rund 50 Länder unterstützen das 80 Millionen US-Dollar teure Unterfangen. Diese gemeinsame Hilfsaktion gilt als Geburtsstunde der UNESCO-Welterbestätten. Was es damit auf sich hat und welche besonders beeindrucken, liest du hier.
  1. Gemeinsam die Schätze der Menschheit schützen
  2. Kultur-, Naturerbe und immaterielles Kulturerbe: Der Unterschied
  3. Pyramiden von Gizeh: Letztes erhaltendes Weltwunder
  4. Alhambra von Granada: Märchenhafte maurische Baukunst
  5. Böhmisches Bäderdreieck: Ein Prost auf die Gesundheit
  6. Architektur von Frank Lloyd Wright: Pionierwerke der Baukunst
  7. Historisches Kyoto: Formvollendete Architektur und Gartenkunst
  8. Zeche Zollverein: Eiffelturm des Ruhrgebiets
  9. UNESCO-Trail: Schottische Verbindung von 13 Welterbestätten
  10. Yellowstone: Ältester Nationalpark der Welt
  11. Serengeti in Tansania: Eines der letzten intakten Wildnisgebiete
  12. Halong-Bucht: Geheimnisvolle Schönheit in Vietnam
  13. UNESCO-Welterbestätten machen Geschichte der Erde erlebbar
  14. FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum UNESCO-Welterbe

Gemeinsam die Schätze der Menschheit schützen

Was in Ägypten als internationale Kampagne startet, erhält zwölf Jahre später einen offiziellen Rahmen. Am 15. November 1972 verabschieden die Mitgliedsstaaten der UNESCO die Welterbekonvention. Ziel des Übereinkommens ist es, die Vielfalt des kulturellen Erbes aller Menschen und den Reichtum des Naturerbes auf allen Kontinenten zu zeigen und für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Was ist die UNESCO? 

Die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, kurz: UNESCO, ist eine internationale Organisation, die sich die Pflege und Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur auf die Fahne geschrieben hat. Aktuell (Stand dieser und weiterer Angaben im Text: Juli 2023) hat die UNESCO 193 Mitgliedsstaaten und ihren Sitz in Paris.

Seither haben sich 193 Staaten zur Welterbekonvention bekannt und damit bereit erklärt, Natur- und Kulturgüter von herausragendem universellem Wert als Teil des gemeinsamen Erbes der Menschheit zu schützen und zu erhalten.

Jährlich setzt sich das Welterbekomitee zusammen und entscheidet, ob und welche neuen Stätten in die Welterbeliste aufgenommen werden. Aktuell listet die UNESCO 1.157 Welterbestätten weltweit in 167 Ländern, davon 51 in Deutschland.

Gerät ein Welterbe in Gefahr, unternehmen die Beteiligten gemeinsame und zügige Anstrengungen zu dessen Rettung.

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Kultur-, Naturerbe und immaterielles Kulturerbe: Der Unterschied

Allgemein teilen sich die Welterbestätten der UNESCO in diese Gruppen:

Kultur- und Naturerbe sind in der Regel an einen bestimmten Ort gebunden. Als immaterielles Kulturerbe hingegen, das ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt, werden vor allem kulturtypische Bräuche, Techniken und Riten verstanden. Dazu gehören:

Eine Pfeifenorgel in einem Innenraum

Pyramiden von Gizeh: Letztes erhaltendes Weltwunder

Die mythischen Pyramiden von Gizeh sind als einzig erhaltenes der sieben antiken Weltwunder prädestiniert fürs UNESCO-Weltkulturerbe. Cheops-, Chephren- und die kleinere Mykerinospyramide sind nach den Pharaonen benannt, denen sie als Grabstätten dienten. Das Alter der drei monumentalen Bauwerke sowie der legendären Sphinx schätzen Forschende auf 4.500 Jahre.

Nice to know: Die Pyramiden von Gizeh sind derart gigantisch, dass sie vom Weltraum aus zu sehen sind. Aus mehr als 400 Kilometern Höhe nahm die Internationale Raumstation ISS Bilder auf.

Gefährdetes Welterbe auf Roter Liste

Auf ihrer Roten Liste des gefährdeten Welterbes hebt die UNESCO bedrohte Welterbestätten hervor, die besonderen Schutz brauchen. Dort aufgeführt ist beispielsweise der Everglades-Nationalpark, den die UNESCO wegen zunehmender Umweltverschmutzung und Eingriffe in den Wasserhaushalt bedroht sieht.
 
Der Iguazu-Nationalpark mit dem Iguazu-Wasserfall galt zeitweise als gefährdet, weil Anwohner:innen eine bei der Errichtung des Parks geschlossene Straße wiedereröffneten. Als Bundesgerichte die erneute Schließung anordneten, wurde der Park wieder von der Roten Liste gestrichen.

Alhambra von Granada: Märchenhafte maurische Baukunst

Vor den Gipfeln der Sierra Nevada in Andalusien erhebt sie sich seit dem 13. Jahrhundert beeindruckend: die Festung Alhambra in Granada. Zum Ensemble des Gebäudes gehören die Nasridenpaläste, der Generalife und der Alcazaba, deren Wände und Decken mit exquisit gestalteten Arabesken und Mosaiken bedeckt sind. Im Innenhof spiegeln sich reich verzierte Torbögen in Wasserbecken.

Nice to know: Die Alhambra ist das beeindruckendste Zeugnis maurischer Baukunst in Europa und wurde 1984 auf die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Festungskomplex der Alhambra im maurischen Baustil auf einem Berg

Böhmisches Bäderdreieck: Ein Prost auf die Gesundheit

Die drei tschechischen Kurorte Karlsbad, Marienbad und Franzensbad bilden das Böhmische Bäderdreieck – die Region bietet die höchste Konzentration von Mineralquellen weltweit. Die offenbar heilsamen Kräfte des Wassers wissen Erholungssuchende seit Jahrhunderten zu schätzen, darunter Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Frédéric Chopin und der russische Zar Peter der Große.

Elegante Kurhäuser und Kolonnaden, herrschaftliche Parks und niveauvolle Kulturveranstaltungen kennzeichnen die Orte bis heute, die seit 2021 auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste stehen.

Nice to know: Das Böhmische Bäderdreieck ist auch für ein Heilwasser der anderen Art bekannt. Der Apotheker Josef Vitus Becher mixte im 19. Jahrhundert in Karlsbad aus Kräutern und Gewürzen einen Magenbitter, der heute in Tschechien ein als Becherovka bekannter beliebter Schnaps ist.

Architektur von Frank Lloyd Wright: Pionierwerke der Baukunst

Mit seinen Bauwerken läutete Architekt Frank Lloyd Wright im 19. Jahrhundert in den USA eine neue Ära der Baukunst ein. Er entwickelte einen an die Natur angelehnten Stil, der heute als organische Architektur bekannt ist. Nach Wrights Philosophie sollten sich Häuser wie lebendige Organismen stimmig in die Umgebung einfügen.

So entstanden unter anderem die faszinierende Villa Fallingwater – ein Haus über einem Wasserfall – und als sein wohl berühmtestes Gebäude das Guggenheim Museum in New York, die mit sechs weiteren von ihm erbauten Architekturwerken seit 2019 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Nice to know: Die Villa Fallingwater von Frank Lloyd Wrights gibt es als Lego-Edition zum Nachbauen.

Eine mehrstöckige, über einen Wasserfall gebaute Villa in einem Waldgebiet

Historisches Kyoto: Formvollendete Architektur und Gartenkunst

Die Kaiserstadt Kyoto gilt als kulturelles Herz Japans. In und um die Metropole gibt es insgesamt 17 UNESCO-Welterbestätten zu entdecken: 13 buddhistische Tempel, drei Shinto-Schreine sowie die Burg Nijo. Als sogenanntes Historisches Kyōto repräsentieren diese einzigartigen Orte und ihre Gebäude die Entwicklung der japanischen Architektur und Gartenkunst.

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Nice to know: Reist du im Frühjahr nach Kyoto, kannst du dich nicht nur an den UNESCO-Welterbestätten und Restaurants erfreuen, sondern auch am japanischen Kirschblütenfest Hanami.

Zeche Zollverein: Eiffelturm des Ruhrgebiets

Was in Paris der Stahlturm des Ingenieurstars Gustave Eiffel ist, ist im Ruhrgebiet die Zeche Zollverein, das riesige Doppelbock-Fördergerüst von Schacht XII. Zwar ist das Gerüst mit gerade mal 55 Metern deutlich kleiner als sein französischer Bruder, dafür ragt es 1.049 Meter in die Tiefe.

Zusammen mit den weiteren Gebäuden der ehemals weltgrößten Steinkohlezeche der Welt ist es für die UNESCO „Sinnbild einer bedeutenden Wirtschaftsepoche und als Architekturdenkmal Ausdruck der Formsprache des Bauhauses“. 2001 wurde Zeche Zollverein in die Weltkulturerbeliste aufgenommen.

Nice to know: Zum Eingang des zur Zeche gehörenden Museums führt Deutschlands längste freistehende Rolltreppe: 250 Stufen und mehr als 58 Meter lang.

Luftaufnahme des Industriekomplexes Zeche Zollverein mit Fördergerüst im Vordergrund

UNESCO-Trail: Schottische Verbindung von 13 Welterbestätten

Neben schottischen Kilts, exzellentem Whisky und Dudelsäcken findest du in Schottland atemberaubende Landschaften, beeindruckende Bauwerke und kreative Städte. 13 der schönsten und bedeutsamsten schottischen Orte hat die UNESCO ausgezeichnet und zum UNESCO-Trail zusammengefasst, den du wunderbar bei einem Roadtrip durch Schottland erkunden kannst.

Nice to know: Die wegen ihrer kontrastreichen historischen und modernen Architektur zum Weltkulturerbe gehörende schottische Hauptstadt Edinburgh kannst du bei einer Untergrundführung erkunden.

Wann die UNESCO Welterbetitel streicht

Die UNESCO erkennt eingetragenen Welterbestätten den Titel in der Regel nur wieder ab, wenn Meinungsverschiedenheiten mit dem Welterbekomitee unüberbrückbar scheinen oder der ursprüngliche Charakter der Stätten verschwand. Ein Beispiel ist die historische Hafenpromenade von Liverpool, die laut UNESCO aufgrund baulicher Entwicklungen nicht mehr den Kriterien entspricht, wegen derer sie einst den Welterbestatus erhielt.

Yellowstone: Ältester Nationalpark der Welt

Der Yellowstone-Nationalpark ist mit einer Fläche von fast 9.000 Quadratkilometern der größte Nationalpark Nordamerikas sowie der älteste Nationalpark der Welt.

In dem geschützten Yellowstone-Gebiet findest du brodelnde Geysire, geothermale Quellen und den namensgebenden Supervulkan Yellowstone. Zudem prägen gewaltige Wasserfälle und Canyons das Bild sowie eine einmalige Flora und Fauna mit Bisons, Bären und einigen endemischen Arten wie die lila und weiß blühende Yellowstone-Sandverbene.

Nice to know: Der Yellowstone Park wurde als eine der ersten Stätten als Weltnaturerbe ausgezeichnet: 1978 setzte die UNESCO ihn auf die Liste.

Mehrere Bisons grasen an einem Flussufer vor Bergpanorama

Serengeti in Tansania: Eines der letzten intakten Wildnisgebiete

Der Kontrast zwischen staubiger Savanne und wild bewachsenen Ebenen, Flüssen und Wäldern zeichnet die Landschaft der ostafrikanischen Serengeti aus. Um die unvergleichliche Natur vor Raubbau und Wilderei zu bewahren, wurden Teile bereits 1940 unter Schutz gestellt.

1951 gründete die britische Mandatsverwaltung den Serengeti-Nationalpark, der seit 1981 UNESCO-Weltnaturerbe ist. Das Areal gilt als eines der letzten intakten Wildnisgebiete der Erde und ist Heimat vieler typischer afrikanischer Großtiere, darunter die sogenannten Big Five.

Nice to know: Der Begriff Serengeti leitet sich aus der Sprache der Massai ab, deren Heimat sie ist: esirinket bedeutet endloses Land oder endlose Ebene.

Halong-Bucht: Geheimnisvolle Schönheit in Vietnam

Der Sage nach soll eine Drachenfamilie Jadeperlen ins smaragdgrüne Wasser geworfen haben, die sich in Felsen verwandelten. Seither ragen in der Halong-Bucht in Vietnam etwa 2.000 große und kleine Kalksteininseln empor.

Die Bucht im äußersten Nordosten des Landes zählt zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Vietnams und zu den sieben Weltwundern der Natur. 1994 wurde die mythische Meereslandschaft zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.

Nice to know: Am authentischsten entdecken lässt sich die fantastische Bucht auf eigene Faust per Kajak oder per Tour in einer Dschunke, dem typischen vietnamesischen Holzsegelschiff.

Drei traditionelle Dschunken segeln in der Halong-Bucht

UNESCO-Welterbestätten machen Geschichte der Erde erlebbar

Mehr als 1.500 Stätten stehen zurzeit auf der Welterbeliste der UNESCO, zudem mehr als 600 kulturelle Bräuche, die als immaterielles Kulturerbe zählen. Diese zu besichtigen und zu erleben, lohnt sich. Als Reisebegleitung eignen sich deine Lieblingsmenschen – und unsere Amex Kreditkarten. Insbesondere die Gold und die Platinum Card bieten dir eine Menge Vorteile. Zum Beispiel ein Premium-Versicherungspaket, das nicht nur dich, sondern auch deine Familie auf Reisen bestens absichert.*

FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum UNESCO-Welterbe

Was ist ein Welterbe?
Unter dem Begriff Welterbe ist die Gesamtheit der weltweit von der UNESCO anerkannten, besonders erhaltenswerten Kultur- und Naturdenkmäler zu verstehen. Um Welterbe zu werden, müssen die Stätten von außergewöhnlichem universellem Wert sein. Zudem muss ihr Schutz durch die Gesetze des jeweiligen Staates schon vor der Auszeichnung gewährleistet sein.
Welches Land hat die meisten UNESCO-Weltkulturerbestätten?
Stand Juli 2023 führt Italien mit 59 eingetragenen Welterbestätten die Liste an. Knapp dahinter liegt China mit 57 Stätten. Auf Platz 3 folgt Deutschland mit 51 eingetragenen Welterbestätten.
Was ist der Unterschied zwischen Welterbe und Weltkulturerbe?
Welterbe ist der Oberbegriff, unter dem die UNESCO sowohl Weltkulturerbestätten, die herausragende Baudenkmäler und Stadtensembles umfassen, als auch Weltnaturerbestätten, zu denen einzigartige Naturgebiete und Ökosysteme gehören, listet.

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