Bitte Suchbegriff eingeben…

Scoville-Skala: Wie scharf ist wirklich scharf?

Frau mit Chilifrüchten in der Hand
Florian Heil
Der Duft der Currywurst lässt das Wasser schon im Munde zusammenlaufen, doch eine Frage steht noch im Raum: Mit scharfer Sauce? Die Antwort will gut überlegt sein, denn zwischen leicht pikant und brennend kann schließlich alles auf dem Teller landen. Es sei denn, der Wurstbräter kennt und verrät den Scoville-Grad seiner Kreation. Dieser hilft, die Schärfe einzuordnen. Was die Scoville-Skala genau aussagt, erfährst du hier.
  1. „Bissi prickeln“ oder „Godfather’s Deathkiss“ – wie scharf darf es sein?
  2. Die Scoville-Skala im Überblick
  3. Das Schärfeempfinden ist unterschiedlich
  4. Scoville-Skala: Scharf zusammengefasst

„Bissi prickeln“ oder „Godfather’s Deathkiss“ – wie scharf darf es sein?

Die Imbisskette „Best Worscht in Town“, ihre meisten Filialen liegen in und um Frankfurt am Main – gilt seit Jahren als die Adresse schlechthin unter den deutschen Currywurst-Fans. Ein Grund: Die unterschiedlichen Schärfegrade der Sauce, unter denen Gourmets wählen können: Von A (Bissi Prickeln) über B (EU-Chili) bis hin zu E (Godfather’s Deathkiss) und schließlich F (FBI). Wobei alles über B nur für ganz Hartgesottene ein echter Genuss sein soll.

Dieses sogenannte „Brennometer“ ist angelehnt an die Scoville-Skala, die im Jahr 1912 vom Pharmakologen Wilbur Lincoln Scoville entwickelt wurde. Sie zeigt die in Scoville (SHU) gemessene Schärfe von Paprikafrüchten und daraus verarbeiteten Produkten an. Entscheidend ist dabei der Capsaicin-Gehalt, der das Schmerzempfinden beim Verzehr beeinflusst. Das Alkaloid reizt die Schmerzrezeptoren der Schleimhäute im Mund.

Die Scoville-Skala unterteilt sich in Schärfegrade, wobei die Schärfegrade Null bis 15 der Gemüsepaprika ohne wahrnehmbare Schärfe entsprechen und der Schärfegrad 16 Millionen dem reinen Capsaicin. Ein Beispiel für die Berechnung: Bei einer Tabascosauce mit einem Scoville-Grad von 2.000 werden 2.000 Tropfen Wasser benötigt, um einen Tropfen der Sauce geschmacklich zu neutralisieren.

Frische Tabascosauce im Glas

Nerdpedia

Die Schärfegrade von Senf, Meerrettich oder Wasabi werden nicht in Scoville angegeben, da nicht Capsaicin, sondern verschiedene Öle für die Schärfe verantwortlich sind.

Die Scoville-Skala im Überblick

Etwa ab einem Scoville-Grad von 15 bis 20 ist Schärfe für die meisten Menschen erst wahrnehmbar. Ab 500 wird’s dann schon richtig feurig. Und die schärfste Chilisorte der Welt knackt sogar die Millionengrenze beim Scoville-Grad. Welche Nahrungsmittel und andere Produkte in welchem Schärfebereich liegen, zeigt die folgende Übersicht:

Das Schärfeempfinden ist unterschiedlich

Das individuelle Schärfeempfinden ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Was einige sich – übertrieben gesagt – noch in die Augen reiben würden, ist für andere nur unter Schmerzen verzehrbar. Diese differenzierte Wahrnehmung ist allerdings eher eine Frage der Gewohnheit als Veranlagungssache.

Wer trainiert, Scharfes zu essen, kann sich zu höheren Scoville-Graden vorarbeiten. Und das kann durchaus gesundheitliche Vorteile haben, denn der Chilischärfe werden antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben. Allerdings sollte niemand übertreiben, denn laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können Lebensmittel mit sehr hohen Capsaicingehalten der Gesundheit auch schaden. Im Extremfall seien schwere Beeinträchtigungen wie Bluthochdruckkrisen möglich, die unter Umständen das Leben bedrohen können.

Eine aufgeschnittene Chilischote

Scoville-Skala: Scharf zusammengefasst

Die Scoville-Skala gibt also Auskunft über Scoville – eine Maßeinheit für Schärfe, die auf dem Grad der Verdünnung basiert, der notwendig ist, um keine Schärfe mehr festzustellen. Wer beim Essen einen deutlichen Schärfereiz verspürt, liegt meist bei einem Scoville-Grad von 500 oder höher. Aus gesundheitlicher Sicht ist der Verzehr von Scharfmachern wie Chilis und Tabascosaucen unbedenklich – vorausgesetzt, man übertreibt es nicht.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

Mehr zu dem Thema