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Ian Schrager: Der Mann der Boutiquehotels

Ian Schrager im Porträt
Kristina Festring-Hashem Zadeh
Kristina Festring-Hashem Zadeh
US-Entrepreneur Ian Schrager gilt als Erfinder der Boutiquehotels. Der gebürtige New Yorker ist eine schillernde Gestalt: Vom Anwalt wurde er zum Nachtclubkönig, dessen legendäres Studio 54 zur Lieblingslocation von Promis wie Andy Warhol, Mick Jagger und Liza Minnelli wurde. Schrager saß im Gefängnis und gründete dann ein Hotelimperium. Wie das alles zusammenhängt, erfährst du hier.
  1. Besonderes Gespür für die Stimmung der Zeit
  2. Erfinder des weltberühmten Nachtklubs Studio 54
  3. Ian Schragers Hotels: Gegenkonzept zu Bettenburgen
  4. Lust, im Boutiquehotel zu übernachten?

Besonderes Gespür für die Stimmung der Zeit

Ian Schrager kommt 1946 als Sohn eines Textilfabrikanten in Brooklyn zur Welt. Nach der Schule studiert er Jura und schließt das Studium 1971 mit dem Doktortitel an der St. John’s University School of Law ab.

Doch als Anwalt arbeitet er lediglich drei Jahre, danach wendet er sich dem New Yorker Nachtleben zu – und zwar beruflich. Dabei zeigt sich bereits sein ausgeprägtes Gespür für den Puls der Zeit, das sein Schaffen prägt.

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Erfinder des weltberühmten Nachtklubs Studio 54

Gemeinsam mit seinem Studienfreund Steve Rubell eröffnet Schrager zunächst eine Disco in Douglaston, Queens – direkt ein Riesenerfolg. 1977 folgt der nächste große Coup: Schrager und Rubell mieten Räumlichkeiten an der Manhattans 54th Street, in denen bis dato unter anderem ein TV-Studio und Theater ansässig waren. Sie machen daraus einen Club, der in den Folgejahren zur berühmtesten Disco der Welt und zum Schauplatz zahlreicher Exzesse werden soll: das Studio 54.

In dem Club sieht der Doktor der Rechtswissenschaften Schrager eine Chance, kreativ zu sein, wie er Jahrzehnte später resümiert: keine Regeln, keine Schranken, es brauchte nur eine gute Idee und Mut, zu versagen.

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Zu ihrer Geburtstagsparty im Studio 54 ritt Bianca Jagger am 2. Mai 1977 auf einem weißen Pferd in die legendäre Disco ein.

Die Großraumdisco wird zum Inbegriff von Sex, Drugs and Rock’n’Roll und ist selbst im quirligen New Yorker Nachtleben einzigartig. Als Tanzfläche dient der ehemalige Zuschauerraum des Theaters, von einer Galerie aus sind die Tanzenden zu beobachten. Über der Bühne hängt ein Mann im Mond mit Kokslöffel in der Nase. Im ersten Stock liegt der sogenannte Rubber Room mit abwaschbaren Gummiwänden.

Vom Tag seiner Eröffnung an wird der extravagante Club für seine schrillen Shows und ausschweifenden Partys bekannt, ein Lieblingsort von Prominenten wie Andy Warhol, Elizabeth Taylor, Michael Jackson, Liza Minnelli und Mick Jagger.

Schwarweiß-Bild mit Lorna Luft, Jerry Hall, Andy Warhol, Debbie Harry, Truman Capote and Paloma Picasso im Studio 54.

Ian Schragers Hotels: Gegenkonzept zu Bettenburgen

Der Erfolg endet jäh, als Schrager und Rubell wegen Steuerhinterziehung angeklagt werden und 1980 für 13 Monate ins Gefängnis müssen. Das stellt einen Wendepunkt in Schragers Leben dar: Nach der Entlassung wendet er sich der boomenden Hotelbranche zu. Die kann einen wie ihn und sein Gespür für die Avantgarde sehr gut vertragen.

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2017 wird Ian Schrager vom damaligen US-Präsidenten Obama offiziell für seine Steuerhinterziehung begnadigt.

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Mit Beginn des Massentourismus entstehen Anfang der 1980er-Jahre unzählige große Hotelgebäude. Die häufig wenig ästhetischen Bettenburgen großer Ketten sind das Gegenteil von dem, was sich Schrager unter einer stilvollen Unterkunft vorstellt. Er macht wieder gemeinsame Sache mit Rubell und gründet das mittlerweile legendäre Hotel Morgans an der Madison Avenue, gemeinsam mit der gleichnamigen Firma.

Die als erstes Boutiquehotel der Welt geltende Designunterkunft gerät zu einem fulminanten Erfolg und zum Grundstein des heutigen Hotelimperiums Schrager. Merkmale der Hotelkategorie:

Hotellobby mit beigen Sofas und großen Fenstern.

Clubvibes in der Lobby

Bei der Gestaltung des Hotels Morgan und der vielen folgenden Boutiquehotels schöpft Schrager aus seiner Erfahrung mit den Nachtclubs und setzt auf einen ausgefallenen Stil. Großen Wert legen der Entrepreneur und seine Mitstreiter:innen auf die Gestaltung der Lobby als Herzstück der Hotels. Sie ist als Begegnungsraum gedacht, häufig auch Ort für ausgefallene Events, Shows und Partys.

Vor allem in großen Städten mit wenig Wohnraum und typischerweise kleinen Hotelzimmern erweist sich das Konzept stylisher Gemeinschaftsflächen im Hotel als geniale Idee. Viele von Schragers Boutiquehotels werden zu Szenetreffpunkten mit hipper Atmosphäre.

In den folgenden Jahrzehnten eröffnen weltweit Boutiquehotels nach Schrager-Art. Zum Beispiel das minimalistische PUBLIC Hotel in New York, das mit Rooftopbar, Restaurants und Eventflächen zum gepflegten Socializing in Soho einlädt.

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Lust, im Boutiquehotel zu übernachten?

Das von Ian Schrager maßgeblich geprägte Boutiquehotelkonzept ist heute angesagter denn je. So findest du in vielen großen Städten die kleinen, durchgestylten Hotels mit ihrem besonderen Vibe, darunter Boutiquehotels in Berlin, schicke Hotels in München und herausragende Boutiquehotels in Hamburg. Auch viele Urlaubsregionen setzen auf die exquisiten Hotels, sodass du deinen Aufenthalt in Boutiquehotels am Gardasee genießen kannst, in schicken Hotels auf Mallorca oder in einem ganz besonderen Boutiquehotel in Nairobi.

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