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Die Milchstraße fotografieren: So gelingen dir Fotos des Sternenhimmels

Nachthimmel mit der Milchstraße.
Markus Huth
Markus Huth
Bewunderung und Ehrfurcht: Diese Gefühle erweckte der bestirnte Himmel schon im Philosophen Immanuel Kant. Und tatsächlich: Der Blick auf die unzähligen funkelnden Sterne unserer spiralförmigen Heimatgalaxie ist einfach überwältigend. Für Fotograf:innen ist die Milchstraße eines der faszinierendsten Motive überhaupt. Aber damit das Sternenband auf deinen Fotos genauso magisch wirkt wie in der Realität, musst du einiges beachten. Mit diesen Tipps gelingen dir tolle Milchstraßenfotos.
  1. Standort, Nachthimmel und Wetter
  2. Kamera und Ausrüstung
  3. Die richtigen Einstellungen
  4. Finde eine gute Bildkomposition
  5. Das Milchstraßen-Shooting vor Ort
  6. Funkelnde Milchstraßenfotos

Standort, Nachthimmel und Wetter

Dein Standort beeinflusst maßgeblich, wie gut deine Fotos der Milchstraße gelingen. Das künstliche Licht in Häusern oder Straßenlampen leuchtet nachts einfach zu hell und überstrahlt damit quasi die Sterne unserer Galaxie. Fachleute sprechen deshalb auch von „Lichtverschmutzung“. Für schöne Fotos solltest du mindestens zehn Kilometer von Ortschaften entfernt sein. Einige Tipps:

Optimale Mondphase und Wetter

Good to know: Eine ganz besondere klare Sicht gibt es bei kaltem Wetter.

Ein Mann fotografiert am Abend mit einer Kamera auf einem Stativ.

Kamera und Ausrüstung

Wie generell bei der Nacht- und Astrofotografie ist auch bei Aufnahmen der Milchstraße ein großer Kamerasensor zu empfehlen, etwa im Vollformat. Solche Sensoren finden sich meist in hochpreisigen digitalen Spiegelreflex- (DSLR) oder spiegellosen Systemkameras (DSLM). Grund ist das bessere Rauschverhalten bei wenig Licht: Das Foto erhält so weniger unerwünschte Körnigkeit und ist detailreicher. Außerdem brauchst du:

Good to know: Falls du keinen Fernauslöser hast, nutze den internen 10-Sekunden-Auslöser deiner Kamera.

Die Milchstraße neben zwei Vulkanen in Chile.

Nerdpedia

Astronomen schätzen die Zahl der Sterne in unserer Heimatgalaxie auf etwa 100 Milliarden.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

Die richtigen Einstellungen

Um genug Sternenlicht einzufangen, musst du lange belichten – aber nicht zu lange, da die Sterne wegen der Erdrotation auf deinem Bild sonst Streifen ziehen. Das hat Folgen für die Kameraeinstellungen. Wähle den manuellen Kameramodus, um alle Einstellungen selbst vorzunehmen.

Good to know: Bei Fotos im RAW-Format kannst du den Weißabgleich nach Geschmack während der Bildbearbeitung ändern, um das Bild kühler (blau) oder wärmer (orange) einzufärben.

Nachthimmel mit vielen Sternen über einem Wald.

Finde eine gute Bildkomposition

Wie bei jedem Foto solltest du dir vor dem Aufnehmen eine gute Bildkomposition überlegen.

Good to know: Die meisten modernen Kameras können Kompositionsraster direkt im Live-View einblenden. Alternativ geht das später auch in der Bildbearbeitungssoftware.

Milchstraße über einer ebenen Landschaft.

Bessere Sternenfotos mit Stacking


Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Verschlusszeit, desto schärfer die Sterne. Wenn die Blende sich nicht weiter öffnen lässt, ist dafür aber eine höhere Lichtempfindlichkeit (ISO) nötig. Leider nimmt damit auch das unerwünschte Bildrauschen zu. Was tun?

Eine gute Lösung ist das „Stacking“ („Stapeln“). Dabei fotografierst du nacheinander mehrere Fotos (fünf oder mehr) mit einem Stativ und denselben Einstellungen. Vor allem Blende und Fokuspunkt müssen gleich bleiben. Dafür kannst du einen sehr hohen ISO-Wert verwenden.

Später fügst du diese Fotos per Software zu einem einzigen, rauschfreien Bild zusammen – etwa mit der Freeware Sequator an einem Windows-Computer.

Das Milchstraßen-Shooting vor Ort

Mit der Stirnlampe am Kopf und warm angezogen bist du mit deiner Fotoausrüstung an deinem Standort angelangt. Nun können die Aufnahmen beginnen!

Good to know: Wenn das Histogramm nach links stark fällt, ist das ganz normal, da große Teile des Fotos dunkel sind. Allerdings sollte es links nicht abgeschnitten sein – in diesem Fall ist das Bild zu dunkel. Dann musst du die Verschlusszeit verlängern oder den ISO-Wert erhöhen.

Ein Mann mit einem Stativ fotografiert die Milchstraße.

Auf Milchstraßen-Safari

Wer eine große Reise plant, schließt vorab eine Reiserücktrittsversicherung ab – oder bucht mit American Express. Bei den meisten Karten ist ein Schutz für krankheitsbedingte Stornierungen inkludiert.

Funkelnde Milchstraßenfotos

Nach einer wunderschönen Nacht unter dem Sternenhimmel kehrst du mit tollen Fotos auf der Speicherkarte nach Hause zurück. Am nächsten Tag kannst du sie am Computermonitor genauer betrachten. Sei nicht enttäuscht, wenn sie nicht sofort Kalenderqualität haben: Eine Nachbearbeitung ist fast immer erforderlich.

Vor allem Rauschreduzierung, das Erhöhen des Kontrasts und das Zuschneiden auf eine gute Bildkomposition können dein Foto zum absoluten Star machen. Und die nächste sternklare, mondfreie Nacht kommt garantiert – dann kannst du dich wieder auf tolle Fotos freuen!

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