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Fotografieren lernen: Die wichtigsten Tipps für Einsteiger:innen

Close-up: Eine Frau schaut durch eine altmodisch wirkende Systemkamera.
Markus Huth
Markus Huth
Du siehst eine stimmungsvolle Landschaft oder eine Person in einem ganz besonderen Licht und denkst dir: Wenn ich diesen Moment doch nur auf einem schönen Foto festhalten könnte! Dabei ist es nicht wichtig, ob du die Fotografie als Hobby betreiben möchtest oder an eine berufliche Karriere denkst. Es macht Spaß, Fotografieren zu lernen. Und es wird dir dabei helfen, die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen. Du brauchst dafür zunächst auch keine teure Kamera. Wichtig ist nur, dass du den ersten Schritt machst – und dabei die folgenden Tipps beachtest.
  1. Was ist die richtige Kamera?
  2. Lerne gute Bildkompositionen
  3. So findest du dein Motiv
  4. Das richtige Licht
  5. Finde deine Nische
  6. Was bedeuten Blende, ISO und andere Einstellungen?
  7. Fotografieren lernen und Erfahrung sammeln

Was ist die richtige Kamera?

Du möchtest Fotografieren lernen und fragst dich, was für eine Kamera du kaufen sollst? Wenn du ein Smartphone besitzt, kannst du damit zunächst erste Erfahrungen sammeln. Denn für Beginner:innen ist es sinnvoll, sich am Anfang mit gutem Bildaufbau und der Motivfindung zu beschäftigen. Außerdem entdeckst du dabei vielleicht schon ein konkretes Genre für dich, etwa Naturfotografie oder Porträts.

Bist du definitiv auf der Suche nach deiner ersten Kamera, findest du im Folgenden die wichtigsten Tipps für die Kaufentscheidung.

So findest du die perfekte Kamera für dich

Um zu entscheiden, welche Kamera für dich am besten geeignet ist, solltest du dir überlegen, wie du sie einsetzen willst:

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

Grundsätzlich gilt beim Kamerakauf: Je größer der Bildsensor, desto besser ist die Bildqualität, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen. Professionelle Fotograf:innen setzen meist auf einen Vollformatsensor (36 x 24 Millimeter). Auch günstigere Kameras mit kleineren Sensoren können sehr gute Bilder machen, benötigen dafür aber meist bessere Lichtverhältnisse.

Ein ganz anderes Fotoerlebnis hast du mit Sofortbildkameras wie der Polaroid – auch diese Art des Fotografierens kann spannend sein.

Ein Mann in Outdoor-Kleidung hält eine Systemkamera, im Hintergrund Küstenlandschaft

Lerne gute Bildkompositionen

Noch bevor es um die richtigen Einstellungen beim Fotografieren geht, sollten sich Einsteiger:innen mit diesem Thema beschäftigen: Was macht einen guten Bildaufbau aus? Denn wenn der stimmt, kannst du sogar mit einem Smartphone tolle Fotos machen. Und umgekehrt gilt: Selbst aus der teuersten Profi-Kamera kommen keine schönen Bilder, wenn die Komposition nicht passt. Doch was ist dabei wichtig? Zur Erklärung schauen wir uns ein Beispiel an:

Ein Segelboot auf dem Meer bei Sonnenuntergang

Das ist Foto ist harmonisch und ausgewogen – dazu trägt unter anderem das Motiv bei: Vor dem Hintergrund des goldenen Sonnenuntergangs fährt ein Segelboot über das Meer.

Aber noch etwas anderes macht dieses Foto gut: Zwischen den einzelnen Bildelementen herrscht ein Gleichgewicht. Und das Boot ankert den Blick des Betrachtenden. Woran liegt das? Das erfährst du, wenn du dir dasselbe Bild mit einem Raster darüber anschaust:

Über dem Bild mit dem Segelboot auf dem Meer liegt ein Raster aus neun gleich großen Rechtecken.

Über dem Bild liegt nun ein Kompositionsraster nach der sogenannten Drittelregel. Das zeigt: Die Bildelemente orientieren sich ziemlich genau an den Linien, die das Foto in neun gleich große Rechtecke teilen.

Himmel und Meer stoßen auf der unteren Horizontalen aufeinander. Und das Boot als Hauptmotiv liegt genau auf der rechten vertikalen Linie und fährt in Richtung des leeren Bildraums. Alle Bildelemente finden eine harmonische Balance.

Experimentiere mit unterschiedlichen Kompositionsmethoden

Die Drittelregel ist nur eine von vielen Gestaltungsmöglichkeiten in der Bildkomposition. Ähnlich sieht das Liniengitter des aus der Malerei bekannten Goldenen Schnitts aus, nur dass sich die Linien dort etwas mehr in der Bildmitte kreuzen.

Zudem gibt es die zu allen vier Bildecken laufende Diagonalen und die Fibonacci-Spirale (Goldene Spirale). Welche Komposition du anwendest, hängt vom Motiv ab – hier solltest du ausprobieren und Erfahrung sammeln! Oft passt die Drittelregel gut zu Landschaftsfotos und die Goldene Spirale zu Porträts.

Bildkomposition in der Praxis

Auf Smartphones und auch im Live-View vieler moderner Kameras lassen sich solche Kompositionshilfen in den Einstellungen aktivieren. So kannst du den Bildaufbau beim Fotografieren genau planen. Alternativ gibt es diese Raster auch in Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop und du kannst Fotos nachträglich entsprechend zuschneiden.

Nerdpedia

Das Wort „Fotografie“ geht zurück auf das Altgriechische phōs (Licht) und graphé (zeichnen), bedeutet also: Zeichnen mit Licht.

So findest du dein Motiv

Neben der Bildkomposition gibt es ein weiteres wichtiges Thema, mit dem sich Fotografie-Einsteiger:innen beschäftigen sollten: die Wahl eines guten Motivs. Aber was genau ist das? Schauen wir uns dafür wieder ein Beispiel an:

Bunte Heißluftballons über der kargen Landschaft von Kappadokien

Dieses Foto lädt zum Träumen ein. Das hat aber weniger mit der Bildkomposition oder der Landschaft zu tun, sondern damit, dass hier mehr als 20 Heißluftballons durch die Luft schweben! So ein Anblick liegt außerhalb der Alltagserfahrung der meisten Menschen und ist allein deshalb ein interessantes Fotomotiv.

Traummotive: Reise an außergewöhnliche Orte

Einer der wichtigsten Tipps für angehende Fotograf:innen lautet deshalb: Begib dich an Orte, wo es besonders Schönes und Außergewöhnliches zu sehen gibt. Manchmal hast du auch einfach Glück, zum Beispiel wenn das Licht bei einem aufziehenden Gewitter eine eigentlich gewöhnliche Landschaft in eine ganz besondere Stimmung taucht.

Das Foto mit den Heißluftballons wurde übrigens im türkischen Kappadokien aufgenommen. Das Gebiet ist nicht nur für seine ungewöhnlichen Felsformationen berühmt, sondern auch für die vielen Heißluftballons, mit denen Reisende über die Landschaft geflogen werden. Kein Wunder also, dass Instagramer:innen aus der ganzen Welt an solche Orte strömen, um genau das zu fotografieren.

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Motive mit Informationswert

Es gibt auch gute Fotomotive, bei denen es an erster Stelle um den Informationswert geht. Sei es die Stimmung bei einem Ereignis einzufangen (zum Beispiel bei Familientreffen oder Sportevents) oder das Aussehen bzw. Details eines Objekts zu erfassen, zum Beispiel ein Auto oder ein Gebäude – du kannst sogar das menschliche Auge fotografieren.

Auch das Porträtieren von Menschen zählt dazu. Dabei ist es wichtig, dass dein Motiv klar auf dem Foto zu erkennen ist (gut fokussiert und richtig belichtet). Künstlerische Aspekte können zwar auch eine Rolle spielen, kommen aber erst an zweiter Stelle.

Gute Motive für Beginner:innen

Ein guter Einstieg für Beginner:innen sind Porträts von Menschen oder Landschaften. Frage einfach in deiner Familie oder im Freundeskreis, ob jemand Lust auf ein Shooting hat. Oder nimm deine Kamera mit auf einen Spaziergang in die Natur.

Grundsätzlich gilt: Lass die Einstellungen deiner Kamera zunächst im vollautomatischen Modus. Mit diesen Details kannst du dich später beschäftigen. Außerdem sollten die Lichtverhältnisse in deiner Szene möglichst gleichmäßig sein – es sollte also keine starken Hell-Dunkel-Kontraste geben.

Für die Nachtfotografie brauchst du schon etwas mehr Erfahrung.

Porträt einer jungen, blonden Frau vor karger Felslandschaft, sie lächelt und hat die Augen geschlossen

Das richtige Licht

Die Wirkung deiner Fotos wird wesentlich durch die Lichtverhältnisse vor Ort bestimmt. Wenn du nicht im Studio fotografierst oder unterwegs einen Blitz oder Reflektor dabeihast, hast du darauf natürlich wenig Einfluss.

Doch es gilt wie beim Wetter: Es gibt kein gutes oder schlechtes Licht. Es kommt nur darauf an, wie du mit den herrschenden Bedingungen umgehst.

Bewölkter Himmel

Ein bewölkter Tag ist hervorragend für die Outdoor-Porträtfotografie geeignet. Denn die Wolken wirken wie eine riesige natürliche Studio-Softbox und sorgen für weiches Licht, das die Gesichter von Menschen gleichmäßig und ohne starke Schatten ausleuchtet.

Tief stehende Sonne

Kurz vor Sonnenuntergang und kurz nach Sonnenaufgang findest du ganz spezielle Lichtverhältnisse vor, die Fotograf:innen die goldene Stunde nennen. Denn hier ist das Licht besonders warm. Das ist ein toller Zeitpunkt für Landschaftsfotografien.

Das gilt genauso für die blaue Stunde, wenn die Sonne knapp hinter dem Horizont steht. Auch diesen Moment kannst du gut für Porträts nutzen. Etwas schwieriger wird es, wenn die Sonne mit auf dem Foto ist.

Gegenlichtsituationen

Sonnenunter- oder -aufgänge sind tolle Motive, aber technisch anspruchsvoll, weil es sich um Gegenlichtfotografie handelt. Das bedeutet, dass es einen großen Helligkeitsunterschied (Dynamikumfang) zwischen dem Himmel (sehr hell) und deinem Motiv (dunkel) gibt.

Hochwertige Kameras können einen hohen Dynamikumfang in den Fotodateien abspeichern (RAW-Format). Dann kannst du die Belichtung in der Nachbearbeitung ausgleichen. Landschaftsfotograf:innen arbeiten in solchen Situationen teils mit Filtern oder Belichtungsreihen – Porträtfotograf:innen mit Blitzen oder Reflektoren.

Gegenlichtsituation: Eine Gruppe junger Menschen springt mit erhobenen Armen in die Luft, auf einem Grashügel vor der untergehenden Sonne

Finde deine Nische

Wer Fotografieren lernen will und sich eine Weile damit beschäftigt, wird schnell merken, dass es viele Genres gibt, die sich zum Teil überschneiden. Je früher du dir Gedanken darüber machst, welche Art von Fotografie dir am besten gefällt, desto besser. Denn auch davon hängt ab, welche Art von Kamera und Ausrüstung du benötigst.

Drohnenfotografie

Hier sorgt allein die ungewöhnliche Vogelperspektive für tolle Fotos. Neben der Kamera musst du bei der Drohnenfotografie aber auch das Fluggerät sicher beherrschen.

Landschaftsfotografie

Ein ideales Genre für Naturfreund:innen. Wenn du eine gute Kamera hast, kannst du bei der Landschaftsfotografie viele Feinheiten und Details festhalten. Gut geeignet sind Kameras mit großem Sensor im Vollformat in Verbindung mit einer hohen Auflösung (etwa 20 Megapixel). Weniger wichtig ist, wie viele Bilder pro Sekunde die Kamera machen kann. Ein weitwinkliges Objektiv (zum Beispiel 24 Millimeter) kommt hier öfter zum Einsatz als ein Teleobjektiv. Sehr empfehlenswert ist zudem ein Stativ.

Stilleben- und Food-Fotografie

Angelehnt an das klassische Genre aus der Malerei kann auch das Fotografieren regloser Gegenstände wie Früchte tolle Bilder ergeben. Bei der Stillleben-Fotografie ist oft eine bewusste Anordnung der Motive im richtigen Licht nötig. Allerdings geht natürlich auch spontane Food-Fotografie.

Schwarz-Weiß-Fotografie

Bei der Schwarz-Weiß-Fotografie kommt es auf starke Kontraste zwischen Hell und Dunkel sowie interessante Linienführung im Bildaufbau an. Die sogenannte Street-Fotografie (Straßenszenen) bietet vor allem bei tief stehender Sonne tolle Motive dafür und zeigt eigentlich Alltägliches auf ganze neue Weise.

Hierfür ist eine kleine Kompaktkamera oft besser geeignet als eine große Spiegelreflex. So kannst du schnell auf spontane Szenen reagieren und ziehst als Fotograf:in nicht zu viel Aufmerksamkeit auf dich.

Abstrakte Fotografie

In diesem Genre verschwimmen die Grenzen zwischen Fotografie und abstrakter Kunst. Es geht um Bilder mit interessanten Mustern, Farben und Formen. Darunter fällt zum Beispiel die Glaskugelfotografie oder die Tropfenfotografie.

Zwei Seifenblasen, auf denen sich Eiskristalle bilden

Was bedeuten Blende, ISO und andere Einstellungen?

Wer Fotografieren lernen will, setzt sich auch mit Kameraeinstellungen wie Blende, ISO und Verschlusszeit auseinander. Aber was bedeuten sie? Diese drei Einstellungen sind für die richtige Belichtung deines Motivs wichtig.

Mit diesem Belichtungsdreieck aus Blende, Verschlusszeit und ISO entscheidet sich, wie hell oder dunkel dein Foto wird. Was im konkreten Fall die beste Einstellung ist, hängt von den Lichtverhältnissen, der Beweglichkeit bzw. Geschwindigkeit des Motivs und deinem persönlichen Geschmack ab.

*Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes entnehmen.

Im vollautomatischen Modus bestimmt die Software der Kamera, was die besten Werte für die Belichtung sind. Nur im manuellen Modus kannst du alle Werte selbst einstellen.

Für Einsteiger:innen ist der Kameramodus Zeitautomatik A(v) zu empfehlen. Dabei stellst du ISO und Blende selbst ein (zum Beispiel 2,8 für wenig Tiefenschärfe oder 8 für viel Tiefenschärfe) und die Kamera bestimmt die Verschlusszeit automatisch.

Auch die Blendenautomatik T(v) kann praktisch sein. Wenn du zum Beispiel ein Feuerwerk fotografieren und die einzelnen Raketen als knackig scharfe Explosionspunkte ablichten möchtest. Stelle eine sehr kurze Verschlusszeit wie 1/200 Sekunde ein (oder länger, wenn es farbige Streifen werden sollen), und die Kamera berechnet des Rest.

Weitere wichtige Begriffe

Detailfoto einer Systemkamera mit Einstellungsring, Auslöser und Sucher

Fotografieren lernen und Erfahrung sammeln

Bildkomposition, Motivfindung und die Kamera sind natürlich wichtig, um gute Fotos zu machen. Doch am allerwichtigsten ist: üben, üben, üben. Denn selbst die besten Fotograf:innen sind nicht vom Himmel gefallen. Und gib nicht auf, nur weil deine Bilder am Anfang nicht perfekt sind – das ist ganz normal. Es gibt im Internet Fotografieforen und Communities, in denen du deine Bilder einstellen und Feedback von erfahrenen Nutzer:innen bekommen kannst. Diese Möglichkeit solltest du unbedingt nutzen. Mit der Zeit schärfst du so deinen Blick für guten Bildaufbau sowie die richtigen Einstellungen und wirst schon bald druckreife Fotos machen.

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